Industrialisierung

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Vorbemerkungen[Bearbeiten]

Industrieansiedlungen haben die über Jahrhunderte ländlich-bäuerlich geprägte Dörferstruktur im Porzer Raum nachhaltig verändert. Dabei entwickelten sich die Industrien wesentlich in einem Zeitraum von nur sechs Jahrzehnten zwischen 1900 und 1960, bevor ihr Niedergang einsetzte. Heute sind die meisten Industrieunternehmen aus dieser Zeit in Porz ganz verschwunden, ihre Gebäude abgerissen und die Flächen mit Wohnhäusern überbaut. Nur wenige Gebäude sind uns als Zeugnisse dieser Zeit erhalten geblieben.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

  • Eine frühe Gründung war die Drahtseil- und Kabelfabrik Felten & Guilleaume (F&G). Sie zog 1845 von Köln nach Lind. Ihr Sitz Theodorshöhe wurde nach dem Gründer benannt. Doch bereits 1874 wurde die Produktion nach Mühlheim verlagert, denn Lind stellte sich verkehrstechnisch als deutlich zu abgelegen heraus.
  • 1872 wird vor den Toren Eils eine Sprengstoff-Fabrik aufgebaut. Sie produziert bis 1901. Ab 1910 wird auf dem Gelände eine Zünderfabrik betrieben.
  • 1873 zog dann die Schwerindustrie nach Porz: Die Gewerkschaft Carl Otto errichtete in Zündorf am Rosenhügel den Hochofen Adelenhütte, benannt nach der Ehefrau des Firmenbesitzers. Die Erze stammten aus dem Sieg-, Lahn- und Dilltal und kamen mit der Eisenbahn. An den Standort erinnert heute die Straße In der Adelenhütte. In Folge dieser Gründung entstanden im Umfeld mehrere Zementfabriken und Ziegeleien.
  • 1882 baute die Deutsche Sprengstoff AG ein Werk auf der Linder Höhe.
  • 1887 siedelte sich die Dampf-Falz-Ziegelfabrik Heinrichs & Cie mitten in Porz an. Sie existierte nur einige Jahre, auf ihrem Standort steht heute die Pfarrkirche St. Josef.
  • 1896 wurden die Fabrik der Deutschen Cotton-Oel-Werke von Offenbach nach Porz verlagert. Direkt am Rhein stellte sie bis 1904/05 Öle aus Baumwollsamen her.
  • Im Jahr 1897 wird auf der Hauptstraße zwischen Zündorf und Porz eine Rußfarbenfabrik errichtet.
  • Die größte Zementfabrik war eine um 1899 errichtete Produktionsstätte der Rheinischen Portland-Cementwerke an der Hauptstraße im Norden von Porz. Ihre acht Schornsteine bildeten lange Jahre markante Wahrzeichen. Heute steht das Krankenhaus Porz auf dem Gelände.
  • 1899 bauen die Gebrüder Seidel an der Hauptstraße in Porz ihre Rheinische Weinessig- und Konservenfabrik.
AK-Ausschnitt 1901: Spiegelglaswerke, Adelenhütte

1900 - 1914[Bearbeiten]

Im neuen Jahrtausend gründeten sich dann in schneller Folge weitere wesentliche Industrieunternehmen:

  • Im Jahr 1900 wurden die Spiegelglaswerke Germania ins Handelregister eingetragen und westlich der Eisenbahntrasse in Porz aufgebaut. Die belgischen Eigner hatten extra diesen urdeutschen Namen gewählt, um Ressentiments entgegenzuwirken. Einige Gebäude und große Teile der Germaniasiedlung für die Beschäftigten aus dieser Gründerzeit sind bis heute erhalten geblieben.
  • 1900 errichtete Max Meirowsky zunächst eine Zweigniederlassung seiner Meirowsky & Cie. östlich der Eisenbahntrasse als Lackfabrik. Ab 1910 war es das Hauptwerk der nunmehr Aktiengesellschaft und stellte Isoliermaterial für die aufkommende Elektro- und Motorenindustrie her. Die Fabrik wurde 1941 in Dielektra umbenannt.
  • Ebenfalls im Jahr 1900 nahm an der nördlichen Hauptstraße die Dampfhobel- und Sägewerkfabrik Dülken ihren Betrieb auf. An den Standort erinnert heute die Dülkenstraße.
  • Auch begann im Jahr 1900 in Porz die Produktion der Steinzeugröhrenfabrik "Wieneke & Co GmbH".
  • 1901 gründete sich die Rheinische Metallwerk GmbH in Porz.
  • Die 1901 errichtete Stellmacherei Karl Hermanns entwickelt sich später zu einem international tätigen Karosseriebauer.
  • Ebenfalls 1901 nahm in Porz eine Gasfabrik ihren Betrieb auf.
  • 1904 begann Max Stursberg mit der Produktion von Feilen an der Steinstraße. Sein Feilenhof besteht als Gebäude noch heute.
  • Um 1909 betreibt an der Eiler Straße 39 (spätere Bergerstraße) Heinrich Kleins eine Falzziegel- und Tonfabrik
  • 1914 errichtete die Firma Mannesmann-Mulag in Westhoven ein Zweigwerk (1928 geschlossen).
  • Spätestens 1914 siedelt sich an der Eiler Straße 39 (spätere Bergerstraße) in Porz das Lederwerk Schmidt & Co. an.
  • Um 1914/15 beginnt Otto Giess mit der Fabrikation von Syrup-, Candis- und Canditen am Ende der westlichen Kaiserstraße.

1919 - 1944[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen hinzu:

1945 - 1974[Bearbeiten]

ab 1975[Bearbeiten]

(Text)