Dampf-Falz-Ziegelfabrik Heinrichs & Cie
Historie[Bearbeiten]

Am 30. Juni 1887 wurde in das Handelsregister Köln die Rheinische Dampfziegelei Heinrichs & Comp. (Nr. 2879) mit Sitz in Porz eingetragen. Gesellschafter waren die Kaufleute Peter Heinrichs und Peter Josef Lengsholz. Die Familie Lengsholz[1] stammte aus der Region Leverkusen (Wiesdorf, Küppersteg) und war dort bereits als Dachziegler tätig. Das neue Fabrikgelände in Porz befand sich an der nördlichen Ecke von Hauptstraße und Bahnhofstraße und trug zunächst die Adresse Porz Nr. 3, Hochkreuz-Zündorfer Chaussee. Solche Ziegeleien waren zu dieser Zeit weit verbreitet und wurden im Volksmund Panneschobben, also Pfannenschuppen genannt. Falzziegel ersetzten seit der Mitte des 19. Jahrhundert die traditionellen Dachziegel, die zumeist nur durch zwei Lagen ein dichtes Dach erbrachten. Sie sind in der Mitte gewellt, was Regenwasser besser ablaufen lässt. Zudem überlappen sie nur an ihren äußeren Rändern, so braucht man weniger Ziegel für die Dachdeckung. Es existiert eine frühe Aufnahme von 1891.
1898: "Die Privatklage des Ziegelfabrikanten Franz Limbach in Porz gegen seinen Konkurrenten Joseph Lengsholz daselbst, die eine angeblich auf Geschäftsneid beruhende Beleidigung des ersteren durch den letzteren zum gegenstande hatte, fand dadurch ihre Erledigung, daß Beklagter die Beleidigung mit Bedauern zurücknahm und sich zur Zahlung der Prozeßkosten verpflichtete[2].
Im Januar 1895 übernahm Josef Lengsholz die Firma, nachdem er im selben Monat seine Firma J. Lengsholz zu Porz in das Mülheimer Firmenregister (Nr. 312) hat eintragen lassen. Nach einer Straßenumbenennung lautete die neue Adresse ab 1903 nun Hauptstraße 176 bzw. später Hauptstraße 182
Ziegelei Christian Lengsholz[Bearbeiten]

Der Bruder Christian Lengsholz sen. betrieb bereits ab ca. 1882 eine Dachziegelei in Brück. Er übergab das Geschäft in Brück an (seinen Sohn?) Wilhelm Lengsholz und zog ebenfalls nach Porz. Hier eröffnete Christian Lengsholz unter der Adresse Hochkreuz-Zündorfer Chaussee 72 seine neue Ziegelei. 1896 heiratete er in Porz die Witwe Katharina Ommer, geb. Straßer. Er beteiligte sich in den Folgejahren an der Ziegelei Heinrichs & Cie und stellte den Betrieb seiner eigenen Ziegelei ein. Die große Fabrikhalle wurde im Sommer 1901 zu einem Gotteshaus umgebaut - zur katholischen Notkirche.

Die Ziegelei Heinrichs & Cie. übernahm Christian Lengsholz um 1904 vollständig[3]. Er meldet im November 1905 eine Pressform für gratfreie Falzziegel zum Patent an (Nr. 184724, Klasse 80a. Gruppe 39). In der Nacht zum 23. August 1906 brannte der Trockenraum der Dachziegelei nieder.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Produktion eingestellt. Der Sohn Christian Lengsholz jun. zog in den Krieg, erhielt im Herbst 1917 zunächst das EK II, starb dann aber in den Kämpfen[4]. Christian Lengsholz sen. nahm die Fertigung von Falzziegeln nach dem Krieg erneut auf. Wilhelm Lengsholz führte die Firma nach 1924 fort und verlagerte sie in den 1930er Jahren in seinen Stammbetrieb nach Köln-Brück[5]. Das Gelände wurde wohl später von der Dampfhobel- und Sägewerkfabrik Dülken übernommen.
Patente[Bearbeiten]
- um 1898 Chr. und J. Lengsholz, Porz: Einrichtung an Blaudämpföfen zur schnellen Abkühlung derselben; L 11843.
- 29.11.1905 Christian Lengsholz: Form zum Pressen gratfreier Falzziegel; Patent Nr. 184724, Klasse 80a, Gruppe 39.
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
Hinweise und Abbildungen auf dachziegelarchiv.de:
- Heinrichs & Co. (Link)
- Lengsholz (Link)
- ↑ Josef Lengsholz war mit Anna Maria geb. Lengsholz verheiratet. Ihr Sohn Christian starb 1894 im Alter von 10 Jahren in Porz.
- ↑ Volksblatt für Bergisch-Gladbach und Umgegend, 14.4.1898.
- ↑ Josef Lengsholz ließ sich zwischenzeitlich in Spich nieder, wo er auch als Dachziegelfabrikant tätig wurde. Im Juli 1902 geriet er jedoch in Konkurs, sein Hauptschuldner wendete diesen ab. Kurz darauf gründete Lengsholz mit dem Kaufmann Karl Orth aus Kalk die "Rheinische Falzziegelfabrik Joseph Lengsholz und Cie., GmbH zu Spich" (HR Nr. 5), aus der er im Oktober 1905 wieder ausschied; die Firma erlosch zwei Jahre später. Er wohnte danach bis etwa 1927 in Porz, Bahnhofstraße 4.
- ↑ Der Name Christian Lengsholz findet sich auch auf dem Kriegerdenkmal unterhalb des Rathauses Porz
- ↑ Wilhelm Lengsholz betrieb schon 1907 in Brück ebenfalls eine Dachziegelfabrik. Er war verheiratet mit Margaetha geb. Wessel.