Bahnhofstraße

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Historisches[Bearbeiten]

Verbindungswege vom Dorf Porz in das Dorf Urbach gab es sicherlich schon seit einigen Jahrhunderten, ein Weg entlang der heutigen Linie Bahnhofstraße / Kaiserstraße war jedoch nur sehr ungefähr gegeben. Die Bahnhofstraße beginnt heute am Rhein und endet am Bahnhof Porz. Als Weg war die Bahnhofstraße bereits vorhanden, denn die Katholiken in Porz gehörten zur Gemeinde Urbach und ihr sonntäglicher Kirchgang führte hier entlang. Zudem führte der Weg ab 1874 auch zum neuen Bahnhof. Ein ebenerdiger, beschrankter und mit einem Wärterhäuschen ausgestatteter Bahnübergang über die Eisenbahntrasse verband ihn mit der heutigen Kaiserstraße.

Der Ausbau des Weges zu einer befestigten Straße im heutigen Verlauf wurde jedoch erst ab 1900 geplant. Offiziell war die Bezeichnung bis dahin "Porz-Urbacher Weg". Als ein Gebäudebestand aus dem 19. Jahrhundert wird durch Jürgen Huck nur von "Jakobs Hüsge" berichtet, das um 1911 in die neue Bahnhofsstraße ragte, es stand wohl auf der heutigen Nr. 14. Der heutige Verlauf und der Ausbau zu einer befestigten, geraden Straße begann erst nach 1900, in dieser Zeit wird sie dann auch offiziell die Bahnhofstraße. Erste neue Häuser entstanden für das Germania-Werk in Bahnhofsnähe, es waren die Siedlungshäuser Nr. 68 bis 136. Im Westen hingegen, an der Ecke zur Hauptstraße, errichteten die Katholiken 1901 ihre Notkirche, einen Vorgängerbau von St. Josef.

Der westliche Abschnitt zwischen Rheinufer und Hauptstraße hieß um 1900 noch Krausergasse, benannt nach dem an der nördlichen Ecke zur Uferstraße gelegenen Kraushof, der bereits um 1931 abgebrochen wurde.

Dynamischer Ausbau ab 1905[Bearbeiten]

In den Folgejahren wurde die Straße zügig bebaut: 1905 mit der "Rektor-Wohnung", also dem Pfarrhaus der Katholischen Kirche als Nr. 20, mit einem Wohnhaus für Melchior Knott als Nr. 24, ergänzt 1908 um ein Backhaus. Benachbart Nr. 26 errichtete Heinrich Reinartz ein Wohnhaus und eine Schmiede. 1905/06 wird auch die südliche Ecke von Bahnhofstraße und Hauptstraße bebaut. Die Gebrüder Matthias und Gottfried Bröcher errichten als Nr. 6a (damals 8) ein Wohn- und Geschäftshaus und daneben als Nr. 10 zwei weitere Wohnhäuser mit Backstuben. Deutlich weiter östlich entstand 1906/07 als Nr. 44 ein Wohnhaus mit Postamt und Wagenschuppen, Eigentümer war Peter Glasmacher. Gegenüber auf Nr. 47 baute 1905/06 Franz Josef Giovannini ein Wohn- und Geschäftshaus. 1907/08 folgt dann ein Wohn- und Geschäftshaus auf Nr. 18 von Michael Stein für sein gleichnamiges Modehaus.

Aus dem Jahr 1907 stammen die ersten Planungen für eine Bahnunterführung. Sie wurde 1911/12 nördlich des bisher beschrankten Übergangs realisiert. Seitdem mündete die Kaiserstraße in Höhe der Hausnummern 74-80 und die Bahnhofstraße endet ohne weiteren Straßenanschluss. In den Jahren 1912/13 erhielt die Bahnhofstraße auf ihrer gesamten Länge Trottoirs, Bordsteine, Rinnen und eine Basaltdecke mit Kleinpflaster. Die Anwohner mussten hierfür Straßbaukosten tragen: "von der Uferstraße bis zur Hauptstraße Mk. 16 pro Meter; von der Hauptstraße bis zum Staatsbahnhof Mk. 24 pro Meter[1]. Durch weitere Bebauungen in den Folgejahren entwickelte sich die Straße dynamisch weiter, sie wird zur Einkaufsstraße. Dadurch verschiebt sich das gesamte Zentrum von Porz-Mitte insgesamt deutlich nach Südwesten. Im Oktober 1921 folgte dann wörtlich ein "Einschnitt": Die bereits seit 1909 vorhandene Vorort-Straßenbahn "E" Köln-Porz wird nach Zündorf verlängert, seitdem kreuzt sie die Bahnhofstraße.

Nachkriegsgeschichte[Bearbeiten]

1971 begannen die Planungen zur Umwandlung der Straßenabschnitte 2 und 3 zu einer Fußgängerzone. Es folgte eine heftige Diskussion in der Bürgerschaft, besonders der Einzelhandel befürchtete Umsatzeinbußen, wenn Käufer/-innen nicht mehr bis unmittelbar vor die Geschäfte fahren dürften. 1974 wurde die Fußgängerzone dann verwirklicht und am 16. November eingeweiht. Der Kugelbrunnen stammt vom Gartenarchitekten Gottfried Kühn, einem Mitglied der Planungsgruppe der gesamten Fußgängerzone. Jüngeren Datums ist die Schaffung des Kreisverkehrs zusammen mit dem Bau der neuen Klingerstraße, die quer durch das ehemalige Gelände der Steinzeugröhrenfabrik Wieneke & Co GmbH führt.

Straßenabschnitte[Bearbeiten]

  1. Friedrich-Ebert-Ufer bis Kreuzung Hauptstraße; 1-9 (N) 2-6 (S)
  2. bis Josefstraße; 11-15 (N) 6a-26 (S)
  3. bis Kreuzung Mühlenstraße / An der Sparkasse; 17-27 (N) 28-40 (S)
  4. bis Einmündung Goethestraße (N)
  5. bis Kreuzung Schillerstraße / Friedrichstraße; 39-47 (N) 42a-58 (S)
  6. bis Kreisverkehr Glasstraße / Klingerstraße / Kaiserstraße; 49-53 (N) 60-94 (S)
  7. bis Germaniastraße; 61-67a (N) 96-124 (S)
  8. bis Sackgasse; 126-142 (S)

Denkmalgeschützte Bauwerke[Bearbeiten]

  • Abschnitt 2: Nr. 6a (Ecke Hauptstraße); Nr. 20 (Pfarrhaus)
  • Abschnitt 2: Nr. 13, Nr. 15
  • Abschnitt 5: Nr. 46-58 sowie die Baumreihe
  • Abschnitt 6: Nr. 53 ehem. Direktionsvilla Wieneke
  • Abschnitt 6: Nr. 60-94
  • Abschnitt 7: Nr. 96-124
  • Abschnitt 8: Nr. 126-136
  • Abschnitt 8: Nr. 148 (Bahnhof Porz, abgerissen 1999)

Weitere historische Bauwerke[Bearbeiten]

  • Abschnitt 2: Nr. 11 - Wohn- und Geschäftshaus
  • Abschnitt 3: Nr. 40-42 - Gasthaus (in 1970er Jahren abgerissen)
  • Abschnitt 6: Nr. 51 - Wohn- und Gasthaus

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. vgl. Mülheimer Volkszeitung v. 27.2.1914.