Gasfabrik Porz

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Historie[Bearbeiten]

Porz-Urbacher Volksblatt, März 1903

Im Jahr 1901 schloss die Gemeinde Heumar mit der im Besitz der Stadt Köln befindlichen Rheinischen Wasserwerks-Gesellschaft einen Konzessionsvertrag über Gas ab. Diese Konzession sah zudem auch die Versorgung mit "irgend einer anderen Licht- oder anderen Triebkraft" vor[1]. Im Folgejahr errichtete die Gesellschaft in Porz am Mühlenpfad (später Friedrichstraße 38) ein Gaswerk und nahm es im November 1902 in Betrieb. Denn seit dem Jahr 1901 gehörte auch die damalige Gemeinde Heumar zum Versorgungsgebiet der Gesellschaft. Der erste Gasmeister war Peter Engel. Der Herstellungsprozess des Gases war eine trockene Destillation von Steinkohle in der Kokerei(Kokereigas), als Nebenprodukt fiel dabei Steinkohlenteer an, der vor Ort verkauft wurde. Zur Speicherung diente ein zylinderförmiger Niederdruck-Gasbehälter.

Anfangs vermietete die Gasfabrik auch Gaskochgeräte je nach Zahl der Kochstellen monatlich zwischen 20 und 30 Pfennig, einen Kocher mit Bratofen für 1 Mark. Der Gasverbrauch steigerte sich von Jahr zu Jahr - 1904 um 40,5 Prozent, 1905 um 64,3 Prozent und 1906 um 81 Prozent. 1905 erhielt die Ortschaft Eil ihren Anschluss an das Rohrnetz, auch Vingst, Porz, Urbach, Elsdorf, Wahn, Biesel, Zündorf, Ensen und Westhoven versorgte das Werk mit Leucht-, Kraft- und Heizgas.

Die wichtigsten Straßen in den Gemeinden Westhoven, Ensen, Urbach und Elsdorf erhielten ab dem 1. September 1904 eine Gasbeleuchtung.

1905 entstand ein dritter Retortenofen, der Regenerierraum wurde erweitert. 1906 umfaßte die Erweiterung einen 3PS-Gasmotor mit Transmission zum Antrieb der Pumpen für Teer und Ammoniakwasser sowie für die Kokszerkleinerungsmaschine. Das Jahr 1907 brachte eine Vergrößerung der Ofenanlage, und die Aufstellunge neuer Apparate, wie Gassauger, Umlaufregler, Teerscheider und anderes mehr. Um 1912 wurden zwei neue Retortenöfen aufgestellt und eine Retortenlademaschine beschafft.

Im August 1909 wurde ein Fesselballon der militärischen Luftschifferabteilung in der Gasfabrik befüllt. Für 950 cbm Gas wurde eine Stunde gebraucht, der Ballon wurde anschließend an Leinen in die Wahner Heide geführt, um Schießübungen zu beonbachten.

1929 firmierte die Gesellschaft in Rheinische Energie AG (RHENAG) um. Nach dem Erwerb von luxemburischen Werken im Jahr 1932 durch die RHENAG erfolgte die Stillegung des Werkes in Porz. Stattdessen erfolgte ein Anschluss an die Ferngasversorgungsanlage der Stadt Köln. Für dieses Ferngas gab es eine neue Übernahme-Station, zunächst an der Bergerstraße in Eil.

1942 wurden Grundstück und Aufbauten von der Firma Hermanns zunächst angemietet und 1950 weitgehend aufgekauft. Unter der Adresse Friedrichstraße 39 hatte die Rhenag Rheinische Energie AG weiterhin eine Außenstelle, die bis in die 1950er Jahre noch als "Gaswerk" firmierte.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Verschiedene Ausgaben des "Journal für Gasbeleuchtung und verwandte Beleuchtungsarten"

  1. Dies hatte Folgen für den im Jahr 1908 geschlossenen Konzessionsvertrag über Strom. Denn die Gaswerke gaben nur einem Vertrag mit der Stadt Köln ihre Einwillligung, der im Mai 1908 dann auch geschlossen wurde. Vgl. Porz-Urbacher Volksblatt v. 7.12.1909.