Lind

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Frühgeschichte[Bearbeiten]

Zur Eisenzeit (1200-332 v.Chr.) gab es auf dem Gebiet ein leicht fließendes Gewässer, das nicht vom Rhein, sondern von Bachläufen und Grundwasser gespeist wurde. Es veränderte sich zu einem stehenden Gewässer, verlandete dann und vertorfte. Das sich so bildende Hochmoor wurde später abgebaut. In den Jahren 1973/77 legten Ausgrabungen im Linder Bruch Holz- und Keramikfunde einer Siedlung aus der jüngeren Eisenzeit (um 140 v. Chr.) frei. Sie sind heute restauriert und im LVR-Landesmuseum Bonn ausgestellt.

Erste Erwähnungen[Bearbeiten]

Eine erste Erwähnung von Lind stammt aus dem Jahr 1165.

Der Namen: Ursprung und Varianten[Bearbeiten]

(Text)

Stadtteil- und Flurgrenzen[Bearbeiten]

Flächenmäßig ist Lind nicht sehr groß. Die Stadtteilgrenzen verlaufen im Norden von der Eisenbahntrasse im rechten Winkel nach Osten auf südlicher Seite längs eines Weges, der an die Straße "Im Lochgarten" (Wahn) grenzt, über die Frankfurter Straße und weiter entlang einer Gemarkung südlich Am Krausbaum. Dann ein kurzes Stück nach Norden bis zur Nibelungenstraße. Weiter zunächst mittig, dann ab Senkelsgraben nördlich der Nibelungenstraße bis zum Linder Mauspfad. Weiter verläuft die Grenze nach Norden bis zur Flughafenstraße und enlang dieser bis zur Höhe Kaserneneinfahrt. Die östliche Grenze zieht sich von hier durch Waldflächen und mehrmals verschwenkt bis über einen Punkt südlich des Endes der Ernst-Mach-Straße hinaus. Die südliche Grenze beginnt hier, zieht eine nahezu gerade Linie zum Mauspfad, verläuft von hier leicht verschwenkt quer durch das Gewerbegebiet Porz-Lind entlang der Kasseler Furt, über die Frankfurter Straße bis zur Bahntrasse.
Alle Gemarkungen im Stadtteil tragen den Namen Lind. Der Stadtteil grenzt an die Stadtteile Wahn, Wahnheide, Grengel, Libur und an Troisdorf-Spich.

Charakteristika des Stadtteils[Bearbeiten]

Lind hat sich durch den Bau der Autobahn A59 in den 1960er Jahren erheblich verändert. Die Autobahn hat den früheren Halbkreis der Straßen Am Linder Kreuz und Am Krausbaum unterbrochen. Etwa die nördliche Hälfte des Stadtteils ist Wohn- , die südliche Hälfte Gewerbegebiet. Im Osten sind jenseits des Mauspfads aktuell Grünflächen, die früher durch den Schießplatz Wahn genutzt wurden.

Historischer Abriss[Bearbeiten]

(Text)

Nach der Besetzung durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort 1795 der Marie Wahn angegliedert, diese Zuständigkeit der Bürgermeisterei Wahn blieb auch nach 1815 erhalten, bis 1929 die Zugehörigkeit zum neugeschaffenen Amt Porz begann.

In den Jahren 1845 bis 1874 betrieb die Drahtseil- und Kabelfabrik Felten & Guilleaume auf der Linder Höhe eine Seilerei. Danach produzierte auf demselben Gelände von 1882 bis 1918 die Deutsche Sprengstoff AG Sprengstoffe. DAnach wurde die Fläche bis 1924 zur Munitionszerlegung genutzt.

1918 bestand eine Genossenschaft zur Urbanmachung des Spich-Linder Bruchs. Voraussetzungen der Bebauung waren neben Rodungen die Entwässung des Gebiets. Bis in das Jahr 1918 planten sowohl der Schießplatz Wahn als auch die Sprengstofffabrik Entwäserungskanäle zum Rhein. Doch Ende 1918 wurden beide Päne verworfen, die Sprengstofffabrik war inzwischen geschlossen. Nun sollte das überschüssige Wasser der Siedlungsgenossenschaft durch Brunnen in den Untergrund gepumpt werden.

Zwischen 1968 und 1979 wurde im südöstlichen Randgebiet eine Hausmülldeponie betrieben. Sie liegt östlich der Ernst-Mach-Straße in der Wasserschutzzone III B des rund fünf Kilometer entfernten Wasserwerks Zündorf. Zur Reduzierung der deponiespezifischen Emissionen ins Grundwasser und in die Atmosphäre ist ab 2022 geplant, ein Oberflächenabdichtungssystem auf die Deponiefläche aufzubringen. Die Fläche soll dann an das Naturschutzgebiet Wahner Heide angeschlossen werden.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Joachim, Hans.Eckart: Porz-Lind: Ein mittel- bis spätlatènezeitlicher Siedlungsplatz im "Linder Bruch" (Stadt Köln). Mainz: Verlag Zabern 2002.