Tapetenfabrik Porz

Aus porzerleben.de/porz-wiki

Historie[Bearbeiten]

Bereits um 1920 bestand an der Kaiserstraße die Tapetenfabrik Coswig GmbH, Abteilung Porz, als Filialbetrieb der Tapetenfabrik Coswig GmbH in Brockwitz bei Dresden. Die Eigentümer bauten die Gebäude der hier früher ansässigen Gummibandweberei für ihre Zwecke um. 1921 wurde in Köln dann die Tapetenfabrik zu Porz vor Köln GmbH mit einem Stammkapital von 850.000 Mark eingetragen. Gegenstand der im März errichteten Unternehmung: "Herstellung und Vertrieb von Tapeten, sonstigen Wand-, Decken- und Fußbodenbekleidungen, Farben, Walzen, Maschinen, Errichtung, Ankauf und Wetterbetrieb derartiger Geschäfte", etc.[1] Die beiden Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer waren der Fabrikdirektor Christian Wulf, der die Tapetenfabrik Coswig GmbH in Brockwitz als Direktor führte, sowie der Kaufmann Adolf Salomon (1878-1968) aus Porz. Das Fabrikgelände lag an der Kaiserstraße 123 -125 östlich der Firma Meirowsky. Das Unternehmen gehörte zu seiner Zeit zu den größten Tapetenfabriken Deutschlands mit eigener Farbenfabrikation. Im Juli 1923 erhöhten die Gesellschafter das Stammkapital der Porzer Fabrik von 850.000 Mark auf 5 Millionen Mark. Im darauf folgenden Jahr 1924 kaufte die Chemische Fabrik Helfenberg AG (bei Dresden) beide Firmen auf, um sie auf sieben Druckmaschinen zu erweitern. Wulf wechselte darauf in den Vorstand der AG. Das Porzer Werk musste aber aufgrund der Rheinlandbesetzung vorübergehend stillgelegt werden. Erst im Lauf des Jahres 1925 wurden hier wieder Tapeten hergestellt.

Inserat, Kölnische Zeitung v. 6.5.1928

Das Werk war zudem der Gemeinschaft Deutscher Tapetenfabriken angeschlossen. Seine Porz-Kollektion bestand aus vielfältigen Mustern, Koloristen sorgten für die Farbgebungen. Um 1928 bestand als Verkaufsraum in Köln ein Tapetenhaus unter der Adresse Berlich 36, Eingang Burgmauer. Im 1929 war Karl Lamparter aus Urbach ebenfalls Geschäftsführer. In Berlin-Kreuzberg unter der Adresse Lindenstraße 27 betrieb die Firma ab 1930 einen Ausstellungs- und Vorführraum für die Berliner Kundschaft. Ab 1932 waren auch höherpreisige Öldruck-Tapeten und Hochpräge-Erzeugnisse erhältlich, und beschäftigte sie 40-50 Personen. Adolf Salomon und seine Frau Ida geb. Hentscher bauten ihr Privathaus an der Uferstraße 2a.

Das Werk in Porz brannte nach einem Bombenabwurf am 14. Oktober 1944 vollständig aus. Nach dem 2. Weltkrieg errichtete Adolf Salomon die Tapetenfabrik zu Porz Adolf Salomon KG unter der Adresse Kaiserstraße 125 erneut und produzierte 1948 auf zwei Druckmaschinen. Seine Söhne Herbert und Adolf waren nun ebenfalls im Betrieb tätig. Vor 1950 firmierte das Werk um in Tapetenfabrik zu Porz vor Köln GmbH. Ab 1960 wurde die Produktion um Flexodruck, Tiefdruck und Vinyltapeten erweitert. 1976 schloss der Betrieb.

(Vertiefung erwünscht)

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Berichte in der Berliner Börsen-Zeitung 1923-1925
Speck, Friedhelm: Urbach. Köln 2016
Tapetenzeitung 77(1968)22, S. 29 (Nachruf auf Adolf Salomon)

  1. Kölnische Zeitung v. 29.4.1921.