Luftangriffe

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Angriffsziele im Porzer Raum[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg war auch Porz zwischen Mai 1940 und März 1945 immer wieder von den Bombardierungen bei Luftangriffen betroffen, die weitgehend Zielen in Köln galten. Die Zielinformationskarte der Royal Air Force für den Raum Köln-Leverkusen verzeichnete keine Porzer Industrieunternehmen. Sie führte einzig den Rangierbahnhof Gremberg als Verkehrseinrichtung (GH624) auf. In der dreistufigen Skala galt er aber weder als "kriegsentscheidend" noch als "kriegswichtig", sondern in Stufe 3 einsortiert als "wichtig"[1]. Als weiteres Ziel von Bomern galten die Raffinerieanlagen in Wesseling, Fehlwürfe trafen dann insbesondere Flächen in Langel. Insofern stellten mit Ausnahme von Angriffen auf die Bahnanlagen die meisten Bombardierungen auf Porzer Gebiet keine gezielten Luftangriffe dar, sondern Abwürfe außerhalb der Zielgebiete. Dies machte freilich das Geschehen für die Betroffenen nicht weniger dramatisch bzw. tragisch. Jenseits der Luftangriffe gab es auch erhebliche Schäden gegen Ende des Krieges durch Artilleriebeschuss von der linken Rheinseite, so am 28. März und am 11. April 1945 in der Lackfabrik der Dialektra AG.

Die Flugabwehrstellungen[Bearbeiten]

Das Flugabwehrsystem bestand am Boden aus schweren und leichten Flakstellungen. Sie wurden im Raum Köln durch die 7. Flakdivision, Flakgruppe Köln, besetzt. Im Raum Porz gab es zwei schwere Flakstellungen (Kaliber 8,8 und 10,5 cm) in Eil und Gremberghoven, weitere leichte Flakstellungen (Kaliber 2 und 3,7) zudem auf der Autobahnbrücke und in einzelnen Industriebetrieben. Weil die Luftwaffe viele ihrer Soldaten an das Heer im Osten abgeben musste, wurden ab Februar 1943 Schüler der Klassen 6 der Ober- und Mittelschulen als Luftwaffenhelfer eingesetzt (Jahrgänge 1926/27), darunter auch Schüler des Gymnasiums Porz.

Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Diese Liste wünscht ihre Ergänzung:

Eil[Bearbeiten]

  • 14. Februar 1943
  • 17. Oktober 1944 (Dienstag) Bombenteppichwurf auf Gut Leidenhausen
  • 28. Januar 1945 (Samstag), Treffer auf die katholische Kirche St. Michael, Zerstörung des gegenüberliegenden Wohnhauses an der Frankfurter Straße

Ensen[Bearbeiten]

Die Gräber der Getöteten finden sich in einem gesonderten Bereich auf dem Friedhof Ensen für zivile und militärische Opfer beider Weltkriege. Die Namen hat das Projekt denkmalprojekt.org erfasst (Link).

  • 10. Oktober 1940 (Donnerstag) - Treffer auf Sturmshof
  • 2. März 1941 - Treffer in Gilgaustraße auf Hof Krieger
  • 4. Juli 1944 (Dienstag) - Einschläge u.a. auf dem Friedhof
  • 15. Oktober 1944 (Dienstag)
  • 17. Oktober 1944 (Dienstag)
  • 28. Dezember 1944 (Donnerstag) - Treffer u.a. auf die Kirche St. Laurentius
  • 28. Januar 1945 (Samstag) - Zerstörung von Gut Neuenhof.

Gremberghoven[Bearbeiten]

  • 12. Juni 1941 (Nacht auf Samstag) - Treffer auf Teertankwaggon des Verschiebebahnhofs, weitere 20 Waggons entzünden sich
  • 31. Mai 1942

Porz (Mitte)[Bearbeiten]

  • 5./6. Juni 1940 (Nacht von Mittwoch auf Donnerstag), Volltreffer auf Katholische Volksschule, Hauptstraße
  • 14. Februar 1943

1944 wurde 721 Mal Fliegeralarm gegeben (lt. Cronik der Pfarrei St. Josef)

  • 14. Oktober 1944 (Samstag), gezielter Tagangriff auf Köln und Porzer Industriewerke mit Treffern u.a. auf Dielektra, Tapetenfabrik, Spiegelglaswerke sowie Häuser in der Glasstraße.
  • 15. Oktober 1944 (Sonntag),
  • 17. Oktober 1944 (Dienstag), Treffer auf Bahntrasse am Bahnhof Porz, auf Steinstraße, Deutzer Weg, Tonröhrenfabrik, Friedhof Porz. Rd. 100 Bomben fielen in den Rhein.
  • 30. Dezember 1944 (Samstag), gezielter Angriff auf Porz: Große Gebäudeschäden in Wilhelmstraße, Karlstraße und Adolf Hitler-Ufer (Heute Friedrich-Ebert-Ufer) von der Eiler Straße (heute Rathausstraße) bis zur Steinstraße. Der obere Teil des Rathauses brannte aus und das Haus Haupstraße Ecke Wilhelmstraße.
  • 29. Januar 1945 (Sonntag), Angriff auf die Bahntrasse zwischen Friedrichstraßenübergang und Gremberghoven: Schwere Beschädigung der Häuser an der Steinstraße zwischen Hauptstraße und Deutzer Weg, an der Eiler Straße (heute Bergerstraße) zwischen KVB- und Eisenbahntrasse. Zerstörung zweier Häuser in der Wilhelmstraße.
  • 23. Februar 1945 (Freitag), Treffer auf Schreinerei und Magazin der Spiegelglaswerke
  • 2. März 1945 (Freitag), Letzter Luftangriff auf Köln mit 800 Bombern, Treffer auf Rheinische Ziehglasfabrik.

Urbach[Bearbeiten]

  • 14. Februar 1943

Westhoven[Bearbeiten]

  • 10. Oktober 1940 (Donnerstag)- Treffer im Meisenweg, in Oberstraße, 7 Häuser werden zerstört
  • 12. Juni 1941 (Nacht auf Samstag) - Treffer in Oberstraße, 2 Häuser werden zerstört
  • 8. November 1941 - Treffer in Elisenstraße, Stallungen Hof Schmitz
  • 31. Mai 1942
  • 15. Oktober 1944 (Dienstag), Volltreffer auf das Landhaus Weiss
  • 14. Januar 1945 (Sonntag), Treffer auf die Adolf-Hitler-Brücke (heute: Rodenkirchener Autobahnbrücke)

Wahnheide[Bearbeiten]

  • 15. Mai 1940 (Mittwoch), Treffer am Mauspfad, leichte Schäden an drei Häusern

Zündorf[Bearbeiten]

  • 3. auf 4. Juli 1943, Abwurf von 8 Bomben und von Phosphorkanistern, Treffer auf Kindergarten des Klostes in Oberzündorf, auf Scheunen, ein Lufttorpedo beschädigt Mauerwerk, Dach und Fenster von St. Martin
  • 15. Oktober 1944 (Sonntag), Bomben zerstören das Bauernhaus Schäfer an der Marktstraße, die Häuser Ramers und Pott werden unbewohnbar[2]
  • 17. Oktober 1944 (Dienstag), Bombentreffer zerstören mehrerer Häuser
  • 30. Dezember 1944 (Samstag), Bombentreffer auf Häuser am Rosenhügel
  • 7. März 1945, Artilleriegranatentreffer von Weiß aus auf die Pfarrkirche, Starke Schäden an Dachgeschoß und Sakristei
  • in den Folgewochen bis 13. April immer wieder Artilleriebeschuss mit schweren Gebäudeschäden, darunter die Villa Immendorf
  • 25./26. April zestört die Sprengung zweier eingegrabener Bomben durch die deutsche Wehrmacht die Wohnhäuser Wieland, landwirtschaftliche Maschinen in einem Schuppen sowie die Fabrikanlagen von Otto Ewald

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Chronik der Pfarrei St. Josef, Auszug (Link)

  1. vgl. Gehard Aders: Die Luftangriffe der Royal Air Force am 4. Juli 1943 und die Abwehrmaßnahmen. In: Rechtsrheinisches Köln 9/10.1983/1984.
  2. Pfarrchronik Zündorf, abgedruckt in Boley: Beiträge zur Ortsgeschichte von Ober- und Niederzündorf. Köln 1991.