Stadtgymnasium Köln-Porz
Gründung und Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Das heutige Gymnasium wurde auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Rudolf Lütz durch den Pädagogen Carl Schlegel (1869-1910) im Jahr 1908 als Privatschule in Porz errichtet. In dieser höheren Knabenschule bildeten 18 Schüler die erste Sexta, das Schulgeld betrug 120 Mark jährlich zzgl. 50 Mark für den Latein-Unterricht. Ab 1911 führte Hermann Schaaf die Schule als Rektor. Die Schule war b April 1911 bis in das Jahr 1924 im angemieteten sogenannten Dilgen'schen Haus in der Hauptstraße untergebracht.[1] Die Schule wurde durch die damaligen Verwaltungsstellen in Kreis und Gemeinde unterstützt. Bereits im folgenden Jahr wurden auch Mädchen zugelassen.
Nach dem Weltkrieg wurde die Schule 1919 mit 56 Schülern in zwei Klassen wieder eröffnet. Im Juli 1920 waren es 135 Schüler und sieben Lehrkräfte. Im November 1921 bestand die Schülerschaft aus 65 Schülern und 69 Schülerinnnen. Die Schüler kamen ganz überwiegend aus den unteren und mittleren Kreisen.
1919 bis 1924: Mehrheit der Zentrumspartei will Schulschließung[Bearbeiten]
Auf Antrag der Zentrumspartei und gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Mittelstands beschloss der Gemeinderat Heumar am 13.1.1921 mit 13 gegen 10 Stimmen die Schließung der Höheren Schule als Gemeindeschule zum 31.3.1921. Dabei waren Finanzierungsfragen der wesentliche vorgetragene Aspekt, objektiv betrachtet aber nicht zwingend. Der der weitaus größte Posten - die Lehrergehälter - blieb der Gemeinde wegen Unkündbarkeit auch bei der Versetzung an die Volksschulen erhalten. [2] Bereits am 20. Januar lud der Elternbeirat der Schule zu einer Volksversammlung in den Porzer Hof. "Eine größere Versammlung hat Porz wohl nie gesehen." Die Versammlung fasste den Beschluss:
"Die heute in beiden Sälen des Porzer Hofes tagende öffentliche Volksversammlung von 5-600 Bürgern aller Parteinen verurteilt einmütig und aufs schärffste den letzten mit geringer Mehrheit gefaßten Beschluß des Gemeinderats betr. Schließung der höheren Schule in Porz. Die Versammlung bezeichnet als verwerflich, daß eine schwache Mehrheit einer starken Minderheit ohne sachliche Aussprache ihren Willen aufzwingt."[3]
Der Elternbeirat der Schule blieb nicht untätig. Am 4. März hatte er eine Audienz beim Kulusminister und übergab ihm die Petition der Versammlung, am 15. März fand eine Elternversammlung statt. Am 24. März erschien dann ein Inserat im Volksblatt: "Höhere Knaben- und Mädchenschule Porz. Das neue Schuljahr beginnt am 13. April. Anmeldungen nimmmt entgegen der Leiter der Schule Schaaf, Rektor". Am 2. April erhielt der Elternbeirat vom Berliner Kultusministerium ein Telegramm: "Schließung der höheren Schule nicht genehmigt, Erlaß unterwegs." Der Kultusminister monierte in seinem ERlaß vom 6.4.1921, es fehlten die Voraussetzungen, "Die Lehrkräfte ohne Gehaltseinbuße völlig gesichert" an anderen Schulen der Gemeinde unterzubringen. Auch könne die Schule nur klassenweise abgebaut werden.
Während des Höhepunkts der Hochinflation, in einer Lage größter politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, beschloß der Gemeinderat Heumar schließlich am 20. November 1923 mit der Mehrheit der Zentrumsverteter bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten die Aufhebung der Höheren Schule zu Ostern 1924. Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung waren die meisten Fabriken in Porz geschlossen oder sie befanden sich in Kurzarbeit. Zudem war die Kölner Rheinlandregierung seit Anfang November 1923 zahlungsunfähig. Bürgermeister Schmitz-Hübsch: "Die Gemeinde ist am Ende ihrer Kraft." Am 1.4.1924 stimmte die Regierung des Rheinlandes der Schließung zu. Vom Lehrpersonal wurden einge Personen in der katholischen Volksschule Eil untergebracht, teilweise unterrichteten sie nun Erstklässler. Drei Lehrkräfte jedoch bezogen ihr volles Gehalt aus Gemeindemitteln, ohne irgendeinen Schuldienst leisten zu können.
1926 bis 1933[Bearbeiten]
- Wiedereröffnung
- Gesamt-Erarbeitung durch die Schule erwünscht -
Die aktuelle Adresse lautet Humboldtstraße 2-8.
Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]
Unser Porz 3.1962 (Themenheft Stadtgymnasium)
Stadtgymnasium Köln-Porz 1908-2008. Festschrift zum 100-jährigen Schuljubiläum. Köln 2008.
Website Stadtgymnasium Porz (Link)
- ↑ Das Gebäude in Porz-Mitte wurde Ende der 1960er Jahre im Zuge der neuen Zentrumsplanung abgerissen.
- ↑ Bereits 1919 wollten die Zentrumsmitglieder die Höhere Schule schließen, damals auch mit der Begründung, in Porz bedürfe es keiner höheren Schulbildung, sie führe nur in die Arbeitslosigkeit.
- ↑ Porz-Urbacher Volksblatt v. 22.1.1921