Gremberghoven

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Echo der Gegenwart v. 3.5.1919

Der Name: Ursprung und Varianten[Bearbeiten]

Die entstehende Siedlung wurde in den ersten Jahren einfach Kolonie genannt. Der Gemeinderat Porz beschloss im Januar 1922 den Namen Ensen-Ost, weil sämtliche Flurstücke die Gemarkungsbezeichnung Ensen führten. Doch bei den Neubürgern hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits der Name Gremberghoven durchgesetzt, als Zusammenziehung von "Gremberg" (Name des Rangierbahnhofs, abgeleitet vom Gremberger Wäldchen nördlich) und eine Entlehnung von Westhoven, das westlich an den Rangierbahnhof grenzt. NAchdem sich die Bewohner hinsichtlich des Ortsnamens direkt an die Regierung gewandt hatten, genehmigte der Kölner Regierungspräsident am 18. Mai 1922 die Bezeichnung "Gremberghoven".

Stadtteil- und Flurgrenzen[Bearbeiten]

So verlaufen die Stadtteilgrenzen: Im Norden bildet der südliche Rand der Autobahn A4 die Grenze. Im Osten nur kurz die Autobahn A59, dann westlich des Steinwegs bis zur Westseite der Bahntrassse zum Flughafen. Dieser folgend bis zur Südseite des Maarhäuser Wegs. Der Maarhäuser Weg und die Steinstraße bilden die südliche Grenze bis unter die Unterführung der Bahntrasse. Im Westen bildet der westliche Rand vom Gleiskörper des Rangierbahnhofs die Grenze. Gemeinsame Grenzen hat der Stadtteil mit Ostheim, Rath/Heumar, Eil, Finkenberg, Ensen und Westhoven.

Keine Gemarkung trägt den Namen Gremberghoven - fast alle Gemarkungen lauten auf Ensen. Nur östlich der Straße Am Hochkreuz finden sich Grundstücke der Gemarkung Eil, denn Am Hochkreuz war früher Teil der Steinstraße.

Charakteristika des Stadtteils[Bearbeiten]

Vor der Bebauung durch Rangierbahnhof und Wohnhäuser bestand das Terrain aus Ackerland sowie mehreren Sand- und Kiesgruben. Der Rangierbahnhof und die Autobahn A4 sind harte Grenzen gegen Westen und Norden. Zusätzlich durchschneiden die Autobahnen A 559 und A 59 sowie die Bahntrasse zum Flughafen das Gebiet. Große Flächenanteile belegen heute das Industriegebiet Gremberghoven und der Airport Businesspark. Weitere große Flächenanteile sind Kiesgrubenseen, darunter der Albertisee. Die Wohnbebauung ist auf einen kleinen Teil der Fläche - zwischen Rather Straße, Frankfurter Straße und Steinstraße - begrenzt. Äcker und Wald sind nur noch als kleine Restfächen vorhanden.

Historischer Abriss[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Kerngebiet von Gremberghoven wurde als Eisenbahnersiedlung nach dem Gartenstadt-Prinzip entworfen und in den Jahren 1919 bis 1924 erbaut. Die Anlage wurde im nördlichen Teil hufeisenförmig mit Rather Straße und Heilig Geist Straße im Zentrum, im südlichen Teil entlang der heutigen Hohenstaufenstraße angelegt. Im Oktober 1920 eröffnete der Haltepunkt an der Eisenbahntrasse, bevor die ersten Familien in der neue Siedlung wohnten. Er bestand bis in das Jahr 2004. Bis heute zeugt hiervon die Straße Bahnhofsplatz.

Die ersten Bewohner der konnten Ende Juni 1921 ihre neuen Wohnungen beziehen. Zu diesem Anlaß fand am 1. Juli 1921 eine geführte Besichtigung für Bahnbeamte, Unternehmer und beteiligte Architekten statt. Zuvor hielt der Architekten Regierungs- und Baurat Rießling als leitender Architekt eine Einführung. Bebaut wurden 50 Hektar, das Vorkriegsprojekt wurde auch während des Krieges fortgeführt. Bauherr war der Beamten-Wohnungs-Verein, die Mieter waren in der Mietergenossenschaft Gremberghoven zusammengeschlossen. Im ersten Abschnitt 1921 wurden 191 Wohnungen von insgesamt über 700 Wohnungen fertiggestellt, zumeist als Einfamilienhäuser, vereinzelt auch als Etagenhäuser. Hinzu kam ein Konsumladen. Jeder Haushalt hatte eine Gartenfläche von 400 qm zu seiner Verfügung. Vorgesehen war von Beginn an ein Marktplatz, ein Ledigenheim, ein Kinderheim, ein Sportplatz und eine Kirche. Die Gebäude wurden aus Schwemmsteinen errichtet, hergestellt in einer hier errichteten kleinen Fabrik. [1][2] Bereits im Winter 1921 bestand eine Schulklasse für die unteren Jahrgänge, die der Porzer Schule angegliedert war.

Der nahe Rangierbahnhof war im Zweiten Weltkrieg Ziel vieler Luftangriffe. Die Bomben zerstörten Teile der Siedlung stark. Schließlich wurde sie im Januar 1945 evakuiert. Nach Kriegsende kehrten die ersten Bewohner zurück, doch der Wiederaufbau rund um die Straße Am Talweg begann erst 1949. In den Jahren 1955/57 wurde die katholische Kirche Heilig Geist errichtet, in den Jahren 1957/58 die evangelische Matthäuskirche.

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Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Fack, Hermann: Gremberghoven und der große Bahnhof. In: Unser Porz 13.1971, S. 28-40.
Grundriss von 1921 - Link (Bürgerverein Gremberghoven)
Geisler, Gunther: Gartensiedlung Gremberghoven. Manuskript, 2017 - Link (Bürgerverein Gremberghoven)
Reitz, Günther: Gremberghoven - ein Porzer Stadtteil im Zeichen des Flügelrades. Chronik als Manuskript, 1998.
Sander, Heinz: Geschichte des Stadtteils Porz-Gremberghoven. In: Unser Porz 13.1971, S. 41-65.
Stegmann, Knut und Phillipe von Glisczynski: Die Eisenbahnersiedlung Gremberghoven. In: Denkmalpflege im Rheinland 21(2004)4, S. 177-183.

  1. Das Verfahren nach einer Erfindung des Ingenieurs Richartz aus Aachen fand hier erstmals Anwendung.
  2. vgl. Porz-Urbacher Volksblatt v. 5.7.1921