St. Michael (Eil)

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Zwei Kapellen als Vorgängerbauten[Bearbeiten]

AK-Ausschnitt: Die Kapelle um 1898 ohne Turm, Verlag unbekannt

Die katholische Gemeinde in Eil gehörte jahrhundertelang zur Pfarre Urbach. Die Straße zur Kirche in Urbach war als Prozessionsweg mit Fußfällen flankiert. Zunächst wurde 1656 ein begehbares Heiligenhäuschen zu Ehren des heiligen Michaels und zur Ehre Gottes auf dem Platz Hauptstraße (heute Frankfurter Straße) Ecke Leidenhausener Straße gebaut, zu dieser Zeit war Heinrich Bruel Pastor in Urbach. Die Maße der kleinen Kapelle betrugen 5 x 8,75 Meter. Ihre Ausstattung wurde durch Eiler Gemeindemitglieder gespendet: Der Altar, Altartücher, das Meßbuch, der Kelch, liturgische Meßgewänder (Albe, Kasel), eine Fahne, ein Bild des heiligen St. Michael, die Glasfenster, das Glöcklein. Von der kleinen Kapelle führte ein Prozessionsweg mit sieben Fußfällen über die Schulstraße und die Frankfurter Straße zur Urbacher Pfarrkirche.
1682 konnte durch die vielen Spenden, zu denen auch Geldspenden gehörten, in Eil die erste Vicariestelle ("Sacellan") geschaffen werden.[1] Ihre Besetzung wechselte häufig, oftmals jährlich. Der Vikar wohnte im zugehörigen Kirchengütchen in Eil, erhielt verschiedene Vergütungen und musste jeden Mittwoch und Samstag, zudem an wenigen einzelnen Feiertagen, in Eil die Messe lesen. Zudem war er aber auch verpflichtet, Sonn- und Feiertags Dienste in Urbach zu tun.
Zum Kirchengütchen gehörten sicherlich auch in bescheidenem Umfang Ackerflächen.

Später errichtete die Gemeinde rund 10 Meter südlich eine größere Kapelle. Einige Namen ihrer Vikare sind ab der Mitte des 19. Jahrhunderts überliefert. Im Jahre 1850 war es der Vicar Thoma, im September 1851 der Neopresbyter Conr. Jos. Wilh. Hub. Spies,[2]. Im Oktober 1854 wurde in der Nachfolge des Vicars Engels der Neopresbyter Valentin Heinrichs ernannt.[3] Ein Jahr später hieß der Vikar nun Gerhard Brand. Im Jahr 1867 vergrößerte die Gemeinde die Kapelle. Im Jahr 1895 stiftete "eine wohlthätig gesinnte Dame"[4] der Kapelle eine Muttergottes, gestaltet und in Terrakotta gebrannt vom Münchener Bildhauer Joseph Brühl, der im Rheinland geboren wurde. 1897 erhielt die Urbacher Pfarre einen größeren Geldbetrag als Vermächtnis der verstorbenen Gutsbesitzerin Katharina Meller aus Urbach. Sie bestimmte einen Teil des Geldes für einen neuen Kirchturm an der Kapelle in Eil.[5]
Nach der Fertigstellung der Pfarrkirche im Jahr 1905 stand die Kapelle zunächst leer. Später wurde sie zu einem Jugendheim umgebaut und im Oktober 1913 eröffnet. Im Jahr 1928 wurde die Kapelle schließlich abgebrochen.

Um 1940: St. Michael noch ohne Turm

Die Kirche[Bearbeiten]

In Eil bildete sich unter dem Vorsitz des Leidenhausener Gutspächters Theodor Frenger ein Kichbau-Verein. Der Gutsbesitzer Paul Meller (+1903) hatte der Gemeinde bereits ein geeignetes Grundstück geschenkt. Ab Mitte 1903 bis in das Jahr 1905 wurde nach Plänen des Kölner Architekten Theodor Kremer die heutige Pfarrkirche St. Michael im Stil der Vorstadtgotik an der Kreuzung Frankfurter Straße / Berger Straße erbaut. Aber erst 1918 wurde Eil eine eigene Pfarre. Die Kirche wurde durch eine Fliegerbombe am 28.1.45 stark beschädigt. Der vorgesetzte Kirchturm wurde 1956 hinzugefügt.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Glocke der Kirche war ein Glöckchen von 62 cm Diurchmesser, gegossen 1904 von Franz Otto in Hemelingen auf den Ton f²[6]. Von der ursprüngliche Ausstattung ist nur noch der Hochaltar erhalten, ältere Ausstattungsstücke finden sich nicht.

Die heutigen Glasfenster der Kirche gestaltete 1961 Werner Eckgold.

Quellen und Links zur Vertiefung[Bearbeiten]

Becker, Wilhelm: Die Katholische Kapellen- und Pfarrgemeinde Heumar bis 1883. In: Unser Porz 16.1974
http://www.glasmalerei-ev.net/

  1. Die Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1681 wurde im Mai 1682 durch den Generalvikar des Kölner Erzbischofs gegengezeichnet.
  2. Echo der Gegenwart v. 15.10.1851
  3. Echo der Gegenwart v. 18.11.1854
  4. Rheinischer Merkur v. 23.4.1895
  5. vgl. Bensberg-Gladbacher Anzeiger v. 10.4.1897
  6. vgl. Die Glocken unserer Heimat. In: Bensberger Volkszeitung v. 10.8.1925