Bergerstraße
Historisches[Bearbeiten]

Diese sehr alte Verbindungsstraße von Eil zur Hauptstraße in Porz zeigt sich erstmals 1825 in einer Katasteraufnahme[1]. Sie hieß "unten" in Eil im Spätmittelalter zunächst Berchgaß oder auch als "Berrengassse", "oben" in Porz hingegen Eilerweg. Sie war ab 1772 Teil des Mühlenwegs von Eil zur Porzer Windmühle. Eine überörtliche Bedeutung kam dieser Straße nicht zu, sie endete noch 1925 an der Hauptstraße, denn der weitere Weg hinunter zum Rhein war ein Privatweg. Der Name Bergergasse leitet sich nicht von ihrer Steigung, sondern von einer sprachlichen Verkürzung des früher benachbarten, dem Altenberger Kloster gehörenden Altenberger Hof zu Bergerhof. Die Straße begann jahrhunderte lang unmittelbar längs des Grundstücks dieses Hofes.
Im August 1904 erhielt der Weg eine Basaltdecke, wurde so im Bereich des Ortes Eil zur Bergerstraße[2]. Ein chausseeartiger Ausbau folgte im Jahr 1905, wozu im September 1905 eine durchgängige Gaslampen-Beleuchtung gehörte. Im November 1905 beschloß der Gemeinderat Heumar die Benennung des westlichen Teils in Eiler Straße von der Hauptstraße bis zur Eisenbahntrasse und die Vergabe der Hausnummern 1-20[3]. Danach ging die Straße in die Bergerstraße über. Im November 1909 wurde der Fluchtlinienplan der Straße abgeändert. 1936 verbreiterte man die Eiler Straße zwischen Hauptstraße und Bahnübergang.
Erst im Jahr 1925 wurde der Abschnitt zwischen der Uferstraße und der Hauptstraße als 3m breiter Weg für den öffentlichen Verkehr freigegeben, ohne im Kataster als Weg ausgewiesen zu sein. Hierfür mietete die Gemeinde die gesamte Parzellle 753/41 an und erließ einen Fluchtlinienplan. Heute ist der Abschnitt vom Rhein zur Hauptstraße die Rathausstraße. Die Umbenennungen der Straßen wurden erst nach 1960 derart vorgenommen, dass die Bergerstraße nun in Porz an der Hauptstraße begann.
Eisenbahn- und Straßenbahngleise[Bearbeiten]
Die Eisenbahntrasse kreuzte seit 1859 zweigleisig und seit 1874 viergleisig diese Straße. Lange Jahre geschah dies ebenerdig, gesichert durch eine Schrankenanlage mit Schrankenwärterhäuschen - dem Bahnwärterposten Nr. 9. Im Herbst 1919 plante die Eisenbahnverwaltung im Zuge der Erweiterung des Rangierbahnhof Gremberg nach Norden eine Unterführung der Eisenbahntrasse. Aus Sparsamkeit sollte diese Unterführung mittig zwischen den bislang bestehenden Übergänge Bergerstraße und Friedrichstraße angelegt werden. Dies hätte erhebliche Verschwenkungen dieser Straßen längs der Bahntrasse auch über unbebautes Gelände bedeutet. Die Bevölkerung lehnte den Vorschlag ab und trug sich in Protestlisten ein. Denn der Plan bedeutete erstens deutlich längere Wege von Eil insbesondere zur Straßenbahnhaltestelle Steinstraße und zweitens besonders bei Dunkelheit erhebliche Gefahren durch Wegelagerer und Straßenräuber, schließlich auch Ängste durch den nahen Porzer Friedhof. Die Unterführung wurde nicht realisiert.
Auch eine erneut 1937 geplante Unterführung der Trasse wurde nie verwirklicht. Ende des Jahres 1964 ging die Brücke über die Eisenbahntrasse in Betrieb, sie überbaute auch die frühere Einmündung des Deutzer Wegs. Die alten Häuser an der Straße werden seitdem durch Stichstraßen an die Brückenrampen herangeführt, sie führen ebenfalls die Bezeichnung Bergerstraße[4].
Die Trasse der Straßenbahn überquerte die Straße seit April 1909 zunächst eingleisig. Die kaum geschützte Querung war ein Unfallschwerpunkt mit auch tödlichen Unfällen und nur unzureichend mit Warnkreuzen und Warnschildern gesichert. Der Oberkreisdirktor des Rheinsch-Bergischen Kreises bemühte sich schon länger um eine Verbesserung. Erst im Februar 1959 beantragte die für die Straßenbahn zuständige Stadt Köln bei der zuständigen Bahnverwaltung die Aufstellung einer Blinklichtanlage. Weil der Antrag wegen der Unfälle als "sehr dringend" gekennzeichnet war und alle beteiligten Stellen rasch zustimmten, konnte die Blinklichtanlage bereits im Juni 1960 in Betrieb gehen. Eine 1962 geplante Tieferlegung der Straßenbahn-Trasse unmittelbar vor damals bereits geplanten der Brücke blieb unverwirklicht. Im Januar 1969 erhielt die Straßenbahn auf diesem Abschnitt dann ihr zweites Gleis. Eine Schrankenanlage an den KVB-Gleisen der Bergerstraße gibt es jedoch erst seit April 1970.
Warum die Straße so breit ist[Bearbeiten]

Die Breite der Straße ergibt sich aus Planungen gegen Ende der 1950er Jahre, die Straße ab der Ohmstraße später vierspurig mit grünem Mittelstreifen auszubauen. Aber die Stadt Porz plante noch 1968 eine Fortführung über die Frankfurter Straße hinaus mit Anschluss an die heutige Autobahn. Die Vierspurigkeit wurde durch einen Sinneswandel des Landschaftsverbands zunächst Mitte 1965 aufgegeben, stattdessen entstand auf der Südseite von der Ohmstraße bis zur Humboldtstraße im Frühjahr 1968 ein Grünstreifen[5].
Der Abschnitt vom Pfaffenpfädchen bis zur Frankfurter Straße zeigte sich noch bis zum August 1974 als enge, nicht ausgebaute Straße. Grund war die mangelnde Standfestigkeit der Eiler Kirche St. Michael, die bis im Juli 1968 noch durch eine Mauer vor dem Autoverkehr geschützt war[6]. Erschütterungen durch den Verkehr hatten zu Rissen im Mauerwerk geführt, die durch eine Straßenverbreiterung zunehmen würden, die Kirche gab der Stadt daher nicht die notwendigen Grundstücksflächen[7]. Spezielle Verankerungen im Mauerwerk haben das Problem bei der Sanierung 1972/74 dann gelöst.
Straßenabschnitte[Bearbeiten]
- Ab Hauptstraße bis Kreuzung Josefstraße; 1-13 (N) 2-16 (S)
- bis Eisenbahntrasse (Bergerbrücke); in diesem Abschnitt Kreuzung mit Straßenbahnlinie 7; 35-53, 55-59 unbebaut (N) 22, 42 (S)
- bis Einmündungen Kopenhagener Straße / Ohmstraße; 63-89 (N) 60-66 (S)
- bis Kreuzung Humboldtstraße; 91-153 (N) 78-108 (S)
- bis Einmündungen Johannesstraße / Bonner Straße; 155-187a (N) 120-148 (S)
- bis Kreuzung Neue Eiler Straße / Bochumer Straße; 191-215 (N) 154-160 (S)
- bis Frankfurter Straße; 223-231 Kleine Bergergasse (Fußweg) 233-237, Einmündung Pfaffenpfädchen 249 (N) 160-170 (S)
Veränderte Hausnummern, historische Abzweige[Bearbeiten]
- Frühere Zählungen der Bergerstraße waren zweigeteilt: Im Ort Porz als "Eiler Straße" begann die Zählung um 1930 am Rhein, auf der Nordseite mit ungeraden, auf der Südseite mit geraden Nummern. Die "Bergerstraße" hingegen begann im Ort Eil an der Frankfurter Straße (früher: Hauptstraße). Daher trug hier die nördliche Seite gerade Nummern, die südliche Seite ungerade Nummern.
Mit der Umbennung des Porzer Abschnitts in "Rathausstraße" einerseits und "Bergerstraße" andererseits begann die Straßenzählung zwischen 1960 und 1970 nun oben an der Hauptstraße in Porz. Dadurch änderten sich die bisherigen Hausnummern auf unterschiedliche Weise: Im Abschnitt Porz blieben die Hausnummern zwar auf der Nordseite ungerade und auf der Südseite gerade, doch die Hausnummer wurde um mindestens 24 Zähler kleiner. Zum Beispiel wurde aus der "Eiler Straße 31" neu die "Bergerstraße 7". Im Abschnitt Eil hingegen erhielten die Häuser auf der Nordseite erst jetzt ungerade Nummern, die im Süden hingegen gerade Nummern. So wurde hier aus der "Bergerstraße 12" neu die "Bergerstraße 237".
- Die heutige Alfred-Nobel-Straße war die wichtigere historische Verbindung zwischen Eil und Porz. Ihre frühere Einmündung in die Bergerstraße wurde mit dem Bau der Humboldtstraße Ende der 1950er Jahre unterbrochen.
- Zwischen Straßenbahnübergang und Eisenbahnübergang ging vor dem Brückenbau südlich eine Zufahrtsstraße zum Omnibus-Abstellplatz des Betriesbhofs Porz ab.
- Durch die ebenerdige Kreuzung mit der Straßenbahnlinie 7 war eine direkte Anbindung der Häuser 35-59 an die Brückenrampe nicht möglich. Daher wurden diese Häuser um 1965 nach Osten an den Deutzer Weg angebunden, von ihm aus führt seitdem eine Stichstraße - ebenfalls Bergerstraße geheißen, zur Brückenrampe zurück.
Historische Gebäude[Bearbeiten]
Denkmalgeschützte Bauwerke gibt es auf dieser Straße nicht. Leider ist auch keine einzige historische Ansichtskarte der Bergerstraße bekannt. Aber eine Gaststätte hat ihre Wurzeln aus dem Jahr 1924:
- Abschnitt 5: Nr. 191
Frühere Unternehmen und Bauwerke[Bearbeiten]
- Abschnitt 2: An der Eiler Straße 39, später Bergerstraße 15-25, produzierte von 1928 bis Anfang der 1970er Jahre die Westdeutsche Pappenfabrik Karl Verheyen GmbH.
- Unmittelbar an der Straße nördlich der Eisenbahntrasse befand sich bis zum Brückenbau das Bahnwärterhaus, von dem sowohl die Schranke Bergerstraße als auch die Schranke Friedrichstraße zu heutiger Alfred-Nobel-Straße bedient wurde.
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
- ↑ vgl. Aders, Gebhard in Rechtsrheinisches Köln 22.1996, S. 50
- ↑ vgl. Meldung im Porz-Urbacher Volksblatt v. August 1904
- ↑ vgl. Porz-Urbacher Volksblatt v. 29.11.1905
- ↑ Der Stadtanzeiger berichtete am 5.2.1965 über die Auswirkungen der Brücke auf das Leben der Anwohner (mit Fotos).
- ↑ vgl. KStA Porz v. 1.7.1965 u. 17.5.1968 (mit Foto).
- ↑ vgl. KStA Porz v. 31.7.1968 (mit Foto).
- ↑ vgl. KStA Porz v. 8.3.1969 (mit Foto).