Das Schulwesen

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Die gesamte Geschichte der Schulen in Porz ist noch zu rekonstruieren, bislang liegen nur für einzelne Schulen ausführliche Chroniken oder Abhandlungen vor[1]. Eine erste Bestandsaufnahme der Schulen erfolgte in den Jahren 1801 und 1806 durch die Schulverwaltung unter dem französischen Landesherrn Murat. Sie entdeckte einen sehr unregelmäßigen Schulbesuch durch die schulfähigen Kinder, im Sommer waren die Schulen faktisch leer oder wurden gar geschlossen. Denn die Kinder halfen zu dieser Zeit ihren Familien auf den Feldern. Kinder armer Eltern konnten sich den Schulbesuch zudem gar nicht leisten.

Die frühen katholischen Schulen[Bearbeiten]

Die Schulen im Porzer Raum waren zunächst keine Normalschulen mit Schulpflicht, sondern Schulen der katholischen Gemeinden. In ihnen gab es nur vier Fächer: Rechnen, Lesen, Schreiben und christliche Ertüchtigung wurden von einem Lehrer unterrichtet, zumeist dem Küster, der nie eine Lehrerbildungsanstalt besucht hatte. Ab 1802 bis 1909 hatte das Herzogtum Berg eine Zentrale Schulkommission und berief Schulinspektoren, um die Schulen zu inspizieren und für Lehrer sechswöchige Qualifizierungskurse anzubieten. An solchen Sommerkursen nahmen 1810 die Lehrer von Ensen, Urbach und Eil, 1811 Lehrer aus Eil, Langel und Wahn teil. Ab 1811 übernahm das Ministerium des Inneren die Aufgaben der Zentralen Schulkommission.

  • Für Urbach ist eine Schule bereits für das Jahr 1628 bezeugt. Da zur Pfarre weitere Dörfer gehörten, besuchten zunächst auch auch die Kinder von Eil, Elsdorf und Porz diese Schule. Auch hier war der Küster zugleich Lehrer. Um 1801/06 gab es in den Dörfern rund 190 schulfähige Kinder.
  • Um 1800 gab es zudem nun eine Schule in Eil. Doch im Sommer 1801 zählte Eil nur bis zu 20 Schüler, die Urbacher Schule blieb aber sogar ganz geschlossen. In den Wintermonaten waren es dann 50-60 Schüler insgesamt in beiden Schulen.
  • In Libur gab es ab 1732 eine Schule und mit diesem Jahr beginnen auch bereits die Aufzeichnungen der überlieferten Jahreschroniken. In seinem Haus an der heutigen Ecke Pastor-Hutmacher-Straße/Weiler Höfe unterrichtete der jeweilige Vikar rund 50 Schulkinder, weshalb das Gebäude auch Vikarschule genant wurde.
  • In Ensen wurde der Schulunterricht wohl bereits ausgangs des 18. Jahrhunderts in einem von der Gemeinde angemieteten Raum erteilt. In den Wintermonaten erhielten rund 60 Kinder, in den Sommermonaten rund 20 Kinder hier Unterricht durch den Küster der Gemeinde Ensen. Sie kamen außer aus Ensen auch aus Westhoven und Porz, soweit der Weg für die Kinder aus dem Dorf Porz kürzer war als nach Eil oder Urbach. Ein 1820 neu errichtetes Schulhaus wurde bis 1884 genutzt, es stand an der heutigen Adresse Hohe Straße 31.
  • In Niederzündorf stand das Schulhaus um 1800 am heutigen Burgweg 7. Seit 1776 unterrrichtete hier der Küster in den Sommermonaten rund 25 Kindern und 60-70 Kindern in den Wintermonaten.
  • In Langel wurde das Schulhaus 1801 an der heutigen Lülsdorfer Straße errichtet, galt aber bereits nach 20 Jahren wieder als baufällig. Der Küster war zu dieser Zeit zugleich der Lehrer für rund 60 Kinder.

Weder in Wahn noch in Oberzündorf gab es um 1800 eigene Schulhäuser. Die jeweiligen Küster unterrichteten die Kinder, die Räume waren angemietet. Im Sommer 1801 kam von 102 schulfähigen Kindern einschließlich Lind keines zur Schule, im Winter waren es rund 50 Kinder in Wahn und 25 Kinder in Oberzündorf.

Im Jahr 1825 finden sich Hinweise auf vier Schulen in der Samtgemeinde Wahn: Zu Wahn, zu Libur, zu Ranzel und zu Zündorf[2].

Porz-Urbacher Volksblatt Februar 1903

Schulen im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Durch den Zuwachs an Evangelischen wurde eingangs des 20. Jahrhunderts in Porz die erste evangelische Volksschule gegründet.

Die Schule in Wahn wird 1904 durch einen Neubau erweitert.

In der Gemeinde Heumar werden für den 1. Dezember 1914 folgende Zahlen genannt:[3]

  • Heumar: 133 Knaben und 112 Mädchen
  • Eil: 153 Knaben und 122 Mädchen
  • Urbach: 176 Knaben und 181 Mädchen
  • Porz:
    • Katholische Schule: 251 Knaben und 209 Mädchen
    • Evangelische Schule: 60 Knaben und 56 Mädchen
    • Höhere Schule: 73 Knaben und 24 Mädchen

Ab 1968: Das moderne Schulsystem[Bearbeiten]

Wesentlich für das moderne Schulsystem ist das Jahr 1968, in dem die bisherigen Volksschulen in Grund- und Hauptschulen umgewandelt wurden. In Porz wurden fast alle Volksschulen zu Grundschulen, die heute bestehenden beiden Hauptschulen wurden erst nach 1950 errichtet.

(Vertiefung erwünscht)

Jahreschroniken als Quellen[Bearbeiten]

Ausführlichere Hinweise zu den einzelnen Schulen geben die Schulchroniken, die im Historischen Archiv der Stadt Köln lagern.

Für folgende Schulen liegen Jahreschroniken (JC) vor:
19. Jahrhundert

  • Eil - Kath. Volksschule, JC ab 1849/1872
  • Langel - Kath. Volksschule, JC ab 1866/1874
  • Libur - Kath. Volksschule, JC ab 1808/1874
  • Porz- Mitte - Kath. Volksschule, JC ab 1854/1873
  • Porz-Mitte - Ev. Volksschule, JC ab 1881/1904
  • Urbach - Kath. Volksschule, JC ab 1858/1873
  • Wahn - Kath. Volksschule, JC ab 1871
  • Zündorf - Kath. Volksschule, Verordnungen ab 1874

20. Jahrhundert

  • Ensen - Ev. Volksschule, JC ab 1954
  • Gremberghoven - Kath. Volksschule, JC ab 1945
  • Gremberghoven - Ev. Volksschule, JC ab 1954
  • Grengel - Gemeinschaftsgrundschule, JC ab 1953
  • Grengel - Kath. Volksschule, JC ab 1953
  • Porz-Mitte, Stadtgymnasium, JC ab 1910
  • Wahn - Ev. Volksschule, JC ab 1948
  • Wahnheide - Kath. Volksschule, JC ab 1966

Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]

Buchwald, Ursula: Die Schulen im Raume Porz 1806-1813. In: Rechtsrheinisches Köln, 3.1977.
Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 9220b (Link)

  1. Eine Übersicht über die bereits im Wiki erfassten Porzer Schulen findet sich hier.
  2. vgl. Brunner, Franz Josef: Die Medizinische Topographie des Kreises Mülheim. verfasst 1825. In: Rechtsrheinisches Köln 4.1978.
  3. vgl. Rheinischer Merkur v. 18.12.1914