Evangelische Volksschule Porz

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1902 - 1925[Bearbeiten]

Im Jahr 1902 bildeten die Protestanten im Ort Porz einen Kirchenbauverein. Der Kalker Unternehmer Ludwig Emil "Louis" Mannstaedt lieh dem Verein zu günstigen Konditionen Geld, womit bereits im März 1902 ein rund 6.000 qm großes Grundstück an der damaligen Mühlengasse erstanden wurde. Der Schulbetrieb begann zunächst einklassig unter dem Lehrer Adolf Beitzel mit 38 Schülerinnen und Schülern am 12. April 1904 im Saal der Witwe Schmitz. Den Bau der ersten Evangelischen Volksschule im gesamten Porzer Raum beschloss der Kirchenvorstand erst Wochen später. Unter der Adresse Mühlenstraße 4 entstand im selben Jahr ein Gebäude mit zunächst zwei Sälen, finanziert teilweise durch Porzer Firmen. Am 3. Januar 1905 konnte die Schule eingeweiht werden. 1909 übernahm der Lehrer Gustav Engelberth (*1879 Ruppichteroth) aus Leuscheid an der Sieg einen zweiten Klassenzug, sodass nun insgesamt 72 Schulkinder unterrichtet wurden[1].

Anfang der 1920er Jahre vergütete der Gemeinderat Wahn den Religionsunterricht von 35 evangelischen Schulkindern an der katholischen Schule in Zündorf mit 3 Mark pro Stunde, dieser Unterrricht wurde von Lehrern der evangelischen Schule gehalten[2]. Im Jahr 1924 erhielt die evangelische Schule einen dritten Klassenraum und eine Lehrerwohnung. Zu dieser Zeit wurden die Unterrichtsräume jenseits der Schulzeiten auch für Gemeindezwecke genutzt.

1925 - 1933[Bearbeiten]

Im Jahr 1925 wurd die evangelische Volksschule an der Hauptstraße und nahe der späteren Bergerstraße neu errichtet. Die Pläne stammten vom Architektenbüro Karl Klag aus Köln. "Zwei große lichte Schulsäle mit Centralheizung und elktrischer Beleuchtung, ein geräumiges Lehrerzimmer und ein bis in Reichhöhe getäfelter geräumiger Flur füllen das Unterhaus aus. In der ersten Etage befindet sich ein weiterer Schulsaal."[3] Die Wohnung des Schulleiters umfaßte Teile der ersten und zweiten Etage, versehen mit Nischen, Verschlägen und Wandschränken. Zu dieser Zeit war dies bereits der Hauptlehrer Engelberth. Bei der Einweihung am 4. Juli 1925 zeigte er in seiner Rede deutlich seine nationale Gesinnung. "Der Kampf mit den Waffen sei beendet, jetzt gehe es zu kämpfen, dass unsere Jugend ihre nationale Eigenart bewahre. Begeistert stimmte auf seinen Wunsch die ganze Versammlung in das "Deutschland"-Lied ein."[4] Im September 1927 referierte Engelberth vor der Kreislehrerkonferenz in Bergisch Gladbach über die Notwendigkeit deutscher Kolonien.

1933 - 1945[Bearbeiten]

Der inzwischen Hauptlehrer Engelberth wechselte zum 1. März 1933 seine Parteimitgliedschaft von der Deutschen Volkspartei zur NSDAP (Mitgliedsnummer 2045971). In Porz wurde er Kulturwart der NSDAP-Ortsgruppe Porz. Ab Januar 1936 trug die Schule aufgrund einer Anweisung der Schulaufsichtsbehörde den Namen Horst-Wessel-Schule, auch die katholische Volksschule wurde umbenannt. Von 1939 bis 1945 übernahm dann die nationalsozialistische Gemeindeverwaltung die Schule als "deutsche" Volksschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in ein Gemeindehaus umgebaut. Eine neue, deutlich größere Evangelische Volksschule mit acht Klassen entstand stattdessen 1950/52 an der Hauptstraße 432. Dieses Gebäude steht seit 1983 unter Denkmalschutz, auch wenn es nachträglich um ein Stockwerk erhöht wurde.

1945 bis heute[Bearbeiten]

Das Schulgebäude in der Hauptstraße 432 steht nicht unter Denkmalschutz. Es wurde durch die Aufstockung eines dritten Vollgeschosses überformt. Heute nutzt die Gemeinschaftsgrundschule Hauptstraße die Räumlichkeiten. - Weitere Erarbeitung durch die Schule erwünscht -

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Website Geschichte der Lukaskirche (Link)

  1. vgl. Sieg-Bote v. 1.7.1909. Zur selben Zeit gab es in Porz 386 katholische Schulkinder.
  2. vgl. Porz-Urbacher Volksblatt v. 10.1.1920
  3. Porz-Urbacher Volksblatt v. 4.7.1925
  4. Porz-Urbacher Volksblatt v. 7.7.1925.