Kategorie: Wirtschaft

Geschäftswelt, Wirtschaft, Beschäftigungslage

Reaktivierung von Kasernenflächen: Westhoven raus, Lind in Prüfung

Die Fläche der ehemaligen Brasseur-Kaserne in Westhoven wird aus dem Moratorium für militärische Liegenschaften entlassen. Dies hat das Bundesministerium für Verteidigung nach eingehender Prüfung entschieden. Hierzu Bettina Jureck, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Köln: „Die Freigabe der Brasseur-Kaserne ist eine gute Nachricht für Westhoven, Porz und ganz Köln. Nun können die Planungen für eine sinnvolle und nachhaltige Entwicklung der Fläche wieder aufgenommen werden.“

Entscheidend sei jetzt, dass die Stadt Köln die Entwicklungsperspektiven für das Gebiet konsequent weiterverfolgt. Die bereits geschaffenen Gewerbeflächen und vor allem die Renaturierung der Westhovener Aue dürfen durch die zwischenzeitliche Unsicherheit nicht weiter ausgebremst werden.

Zur militärischen Liegenschaft in Lind liegt noch kein Ergebnis der Prüfung vor, so SPD-Bezirksvertreter Nils Beuthert: „Das Areal wird auf seine Eignung für eine mögliche zukünftiger militärische Nutzung überprüft. Dazu befindet sich der Bund auch im Austausch mit der Kölner Stadtverwaltung. Die Untersuchungen der Bundeswehr sollen Ende 2026 abgeschlossen sein. Ich bin zuversichtlich, dass uns der angefragte Sachstand bald in der Bezirksvertretung mitgeteilt wird.“

Westhoven: Neustart auf dem Stollwerck-Gelände

„Spatenstich“ bei Panattoni – v.l.: Bongarts (Direktor Entwicklung West), Kirchgeßner (Direktor Deutschland), Janssen (KölnBusiness), Aslan (Projektmanager), Moses (Leasing/Vermarktung); Foto: porzerleben.de

Panattoni heißt der neue Eigentümer des ehemaligen Stollwerk-Geländes in Westhoven. Die vorhandenen Bauten werden nun niedergelegt. Unter den Namen „City Dock Köln Ost“ bzw. „Panattoni Park Köln-Ost“ errichtet das Unternehmen neue Gebäude für Logistik und Gewerbe. Näheres hierzu im zweiten Abschnitt dieses Artikels.

Das Areal bis 2024

Entlang der alten Holzstraße in Westhoven befanden sich jahrhunderte lang links und rechts Äcker. Ab 1917 endete der Weg am Verschiebebahnhof Gremberg. 1937 entstand weiter im Westen die Mudra-Kaserne (heute: Gereon Kaserne). Ab den 1950er Jahren wurden aus den Ackerflächen zunehmend Gewerbeflächen und die Holzstraße erhielt den Namen Industriestraße. 1967 war nur noch eine große Ackerfläche übrig – unmittelbar vor dem Bahngelände.

Verkaufsoffene Sonntage 2026 im Stadtbezirk Porz

Drei verkaufsoffene Sonntage gibt es 2026 in Porz-Mitte:

  • Am 31. Mai den Porzer Mobilitätsfrühling
  • Am 13. September den Musikalischen Herbst
  • Am 13. Dezember den Porzer Adventsmarkt.

Auch in diesem Jahr können Kölner Händler*innen, Gastronom*innen und Interessengemeinschaften Unterstützung von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung bekommen. Diese bietet den Veranstalter*innen von verkaufsoffenen Sonntagen kostenlose Werbemaßnahmen an, um mehr Besucher*innen anzulocken. So sollen Innenstadt und Veedel weiter gestärkt werden. Interessierte sollten sich mindestens sechs Wochen vor dem jeweiligen Event bei der Wirtschaftsförderung melden. Im vergangenen Jahr stellte KölnBusiness für die Maßnahmen 150.000 Euro zur Verfügung und förderte 16 Feste und Veranstaltungen in den Veedeln.

2026 Abfall- und Straßen-Reinigung deutlich teurer

 

Die Abfallgebühren 2026 erhöhen sich für die Gebührenpflichtigen durchschnittlich um 12,37 Prozent. Die Gebühren steigen je nach Größe und Art des Abfallbehälters von 5,97 Prozent für die 40-Liter-Restmülltonne bis zu 15,61 Prozent für eine Müllschleuse mit 770 Litern. Bedingt werden die Gebührensteigerungen durch die Erhöhung der Kosten für die Restmüllentsorgung, durch die Preisgleitung und auch durch bestimmte Leistungsausweitungen.

Die Straßenreinigungsgebühren 2026 erhöhen sich durchschnittlich um 3,45 Prozent. Je nach Lage des Grundstücks ergeben sich bezogen auf die einschlägigen Straßenreinigungskategorien unterschiedliche Veränderungen von 2,33 bis 3,69 Prozent pro Frontmeter.

Die Kosten für die Restmüllentsorgung entstehen durch höhere Verbrennungskosten. Ein wesentlicher Faktor für diese Steigerung ist die erstmals im Jahr 2024 eingeführte CO2-Abgabe für die Restabfallverbrennung. Weitere Faktoren sind sinkende Stromerlöse und anlagenbezogene Instandhaltungskosten und Investitionen. Die Preisgleitung umfasst Effekte aus Tariferhöhungen, steigenden Logistikkosten und der Inflationsrate. Auch die Ausweitungen der Leistungen aus dem „Masterplan Sauberkeit“ und dem „Zero Waste-Konzept“ tragen in geringem Maße zu einem Anstieg bei den Gebühren bei: So sind beispielsweise die stadtweite Ausweitung der in drei Bezirken gestarteten Intensiv- und Hotspot-Reinigungen sowie die Erarbeitung und Umsetzung eines innovativen und bedarfsorientierten Papierkorbkonzepts Innenstadt zentrale Maßnahmen aus dem „Masterplan Sauberkeit“.  Die Gebühren im Einzelnen:

Wirtschaft in Porz: 60 Jahre igus GmbH

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was wohl in den großen markanten Hallen an der Frankfurter Straße hinter der Autobahnauffahrt Lind hergestellt wird? Erst kürzlich wurden neue Gebäude zwischen Bahntrasse und Frankfurter Straße errichtet. Hier produziert die igus GmbH. Und der Standort befindet sich gerade so in den Grenzen von Porz-Lind. Wir haben uns den Betrieb kürzlich angeschaut.

igus gmbh

Die flexible Fabrik (Foto: igus Gmbh)

igus steht für „Industriespritzguss“ – ein Verfahren zur Fertigung von Kunststoff-Komponenten, das bereits 1872 in den USA erfunden wurde. 92 Jahre später kaufte 1964 in Köln-Mülheim der Holzingenieur Günter Blase eine Spritzgussmachine und stellte sie in einer angemieteten Doppelgarage auf. Er hatte während seines Studiums auch das Fach Kunststofftechnik belegt und war von ihr fasziniert. Zunächst sammelte er neun Jahre praktische Erfahrungen mit technischen Kunststoffen bei den ACLA-Werken in Köln-Buchheim. Dann wagte er im Alter von 34 Jahren den Sprung in den Selbständigkeit – seine gleichaltrige Gattin Margret übernahm als ausgebildete Steuerfachfrau den kaufmännischen Part und versorgte zugleich ihre beiden Kinder.

Marktplatz Ensen: Neugestaltung kommt 2026

Die lang erwartete Neugestaltung des Marktplatzes in Ensen als Ortsmittelpunkt wird wieder aufgenommen. Personalmangel in der Stadtverwaltung verzögerte sie mehr als ein Jahr, erst nach der Einstellung neuer Mitarbeiter im April wurde sie fortgesetzt. Wie SPD-Bezirksvertreterin Bettina Jureck aus der Stadtverwaltung erfuhr, sind inzwischen bereits einige offene Fragen mit verschiedenen Ämtern geklärt. Aktuell wird geprüft, ob es mögliche Änderungen der Versorgungsträger berücksichtigt werden müssen. Die überarbeiteten Pläne sollen bald in der Bezirksvertretung Porz vorgestellt zu werden.

Bettina Jureck: „Der erste Planungsbeschluss stammt aus dem Jahr 2016. Natürlich hätten wir uns schnellere Fortschritte gewünscht, da ja auch die Finanzierung der Umgestaltung längst geklärt ist.“ Der Baubeginn soll im Jahr 2026 erfolgen.