Brauerei Immendorf
Historie[Bearbeiten]

Im Jahr 1847 findet sich anlässlich der Gottestracht erstmals in der Kölnischen Zeitung ein Inserat des Jacob Immendorf (1822-1887) als Niederzündorfer Gastwirt und Brauer. Der in Langel geborene Gutsbesitzersohn hatte ein stattliches Gebäude Ecke Gütergasse und Leinpfad erworben, das von der Kaufmannsfamilie Boullé gebaut worden war - aus dem Haus Boullé wurde nun die Villa Immendorf. Hier gründete Immendorf auch gegenüber der Klosterkapelle seine Brauerei. 1866 entstand seinem Haus gegenüber ein Bier- und Eiskeller. Der Brauer hatte um 1869 einen "Bier-Kühl-Apparat" von Wilhelm Rommers, Hitdorf, in Benutzung. Das Unternehmen expandierte in den folgenden Jahrzehnten östlich der Hauptstraße auf einer Fläche zwischen heute Westfeldgasse und Schmittgasse[1], zugleich konzentrierte sich Jakob Immendorf auf seine Brauerei und war nicht mehr als Wirt aktiv. Zunächst errichtete Immendorf eine Ziegelei, um die Bausteine für seine auf dem großen Areal geplanten Gebäude selber herzustellen[2]. 1874 entstanden zunächst ein zweiter Bier- und Eiskeller. 1879 wurde eine Mälzerei errichtet, im Winter 1884 eine dampfgetriebene Eismaschine angeschafft. Jakob Immendorf war auch im Kreistag Mülheim und im Gemeinderat Wahn aktiv.

Nach dem Tod von Jacob Immendorf führte zunächst seine Witwe Adelheid, geb. Früh (1829-1908)[3], das Unternehmen fort. 1905 übernahm der Sohn Peter Immendorf (1849-1927) die Leitung und ließ die Firma erstmals auf seinen Namen ins Handelsregister Mülheim (A 256) eintragen[4]. Die Brauerei firmierte drei Jahre später als Hubertus-Brauerei Peter Immendorf (A 256). Bereits wenige Jahre später trat 1913 der Enkel des Gründers, Jacob Immendorf (1885-1966), in das Unternehmen ein, er hatte bereits 1911 die Brauertochter Netty Früh (1890-1945) geheiratet. Jacob belebte 1918 durch die Gründung der Firma Sternbrauerei Jacob Immendorf Wahn auch kurzzeitig wieder den Wahner Brau-Standort. 1922 fusionierte die Hubertus-Brauerei mit zwei anderen Unternehmen, hieraus entstand die Kölner Union Brauerei. Jakob Immendorf wohnte schon zu Beginn der 1930er Jahre nicht mehr in Zündorf, sondern in Köln-Braunsfeld. 1938 wechselte der Namen der Brauerei zurück zu Hubertus Brauerei. Jacob Immendorf blieb bis zu seinem Tod 1966 Mehrheitseigner der Brauerei, die später von der Küppers Brauerei aufgekauft wurde. In den achziger Jahren wurde die Produktion von Hubertus Pils zugunsten von Sion Kölsch eingestellt.
Doch seit der Fusion von 1922 braute das Unternehmen nur noch in Müngersdorf, die Zündorfer Produktionsstätte war hingegen bereits um 1914 stillgelegt worden. Die Produktionsgebäude sowie der Schornstein der Brauerei, jahrzehnte lang ein Wahrzeichen Zündorfs, wurden im August 1933 abgebrochen[5]. 1939 erwarb die Gemeinde Heumar das Brauereigrundstück, um es später zum Zwecke des Wohnungsbaus an Bauwillige und Bauträger weiter zu veräußern.
An die Brauerei erinnern heute die Straße Am Alten Brauhaus, in der unter einem Gebäude noch die alten Bierkeller vorhanden sind. Allerdings ist nur ein kleiner Teil noch zugänglich. Zudem gibt es ein traditionelles, bereits um 1880 errichtetes, früher zugehöriges Gasthaus in der Hauptstraße 155, das heute unter dem Namen "Hubertusklause" geführt wird.
Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]
- Boley, Karl H.: 1000 Jahre Zündorf am Rhein. Köln 2008
- Schützendorf, Henning: Die Immendorf-Brauerei. In: Rechtsrheinisches Köln 47.2022
- Unternehmensgeschichte der Brauerei Jacob Immendorf (Link)
- ↑ Heute erinnert an dieser Stelle die Straße Am Alten Brauhaus an das Unternehmen.
- ↑ Die Steine aus der Ziegelei wurden auch an Dritte verkauft, die Ziegelei war 1891 noch in Betrieb.
- ↑ Das Ehepaar wurde auf dem Friedhof Niederzündorf beerdigt. Den Grabstein schmückt ein großer Engel.
- ↑ vgl. Kölnische Zeitung v. 16.5.1905
- ↑ vgl. General-Anzeiger v. 5.8.1933.