Bahnhofstraße 40 - 42

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Inserat Februar 1903 Porz-Urbacher Volksblatt

Historie[Bearbeiten]

Porz-Urbacher Volksblatt August 1903
AK-Ausschnitt 1906, Verlag unbekannt

Dieses Gebäude auf der Ecke Mühlenstraße und Bahnhofstraße in Porz hatte im Erdgeschoss sehr unterschiedliche Nutzungen. Um 1900 betrieb Walter Gantenberg hier seine Restauration Auf'm Brauhaus.

Anfang August 1903 verkaufte Gantenberg das Lokal an Jean Krämer, um sich nun als Druckereibesitzer und Zeitungsverleger in Porz zu betätigen. Krämer fühjrte das Lokal zunächst als Gasthaus Zur Sonne, dann als Mühlenhof und schließlich als Restauration Zur Post unter der Adresse Bahnhofstraße 40-42. Zwei Restaurationsräume und ein großer Saal, den der Wirt Kaisersaal nannte, machten das Lokal zum beliebten Vereinstreffpunkt. Hier feierte 1909 die evangelische Gemeinde die Anerkennung ihrer Selbständigkeit, auch inserierte der Wirt sein Lokal als "Wartesaal der elektrischen Kleinbahn"[1]. Spätestens 1914 wurde die Gastätte zunächst von Wilhelm Gladbach geführt, Anfang der 1920er Jahre zudem von dessen Sohn A.

Zum 17.3.1923 übernahmen August Seipel und seine Frau Katharina die Restauration und verpachteten den Saal auch für Kinovorführungen. Unter dem Namen Rheinland-Lichtspiele Porz eröffnete hier am 6. Oktober 1923 "ein vornehmes und der Zeit entsprechendes Lichtspiel-Theater"[2]. Betreiber war Mathias Witsch aus Köln-Kalk[3]. Ein Jahr später verlegte Witsch sein Kino in den Kölner Hof. Daraufhin führte August Seipel ab dem 1. November 1924 selber einen Kinobetrieb fort und gab ihm den Namen Bocaccio-Lichtspiele. Doch bereits am 15. November fing der Vorführapparat Feuer, der Bildwerfer-Raum brannte aus. Nun schloss Seipel einen Vertrag mit der Firma Der Filmverleih Köln. Sie investierte in den Umbau des Bildwerfer-Raums und die Verschönerung des Saals. Mitte Dezember 1924 war die Eröffnung. Der nächste Kino-Pächter wurde im Herbst 1926 M. Offenbach mit seinem Lichtspielhaus Scala. Nach Ablauf eines Jahres zog dieser Anfang November 1927 in den Porzer Hof. Seipel kehrte daraufhin zu den "Bocaccio-Lichtspielen Porz" in Eigenregie zurück.

Ende 1928 benannte eine Liste der Bürgermeisterei Heumar für den Saal mit Bühne im Mühlenhof maximal 1194 zulässige Besucher.

Bürger-Haus, um 1955. Verlag Böhm-Film GmbH

Als neuer Eigentümer ab 1932 baute Wilhelm (Willy) Peter Quabach dann zur Mitte der 1930er Jahre das Gebäude zunächst um und führte das Gasthaus ab 1937. Über den Gasträumen entstanden die Wohnräume der Familie. Frau Quabach übernahm im selben Jahr auch die bereits bestehende Lichtspielbühne Scala-Theater. Deren Raum konnte auch als Versammlungsraum genutzt werden. Im Jahr 1949 wurde in das Kino ein moderner Bühnenraum für Gastauftritte der Städtischen Bühnen eingebaut. Quabach nannte sein Lokal in den 50er Jahren Porzer Bürger-Haus, hier gab es auch einen abgeschlossenen Gesellschafts-Raum.

Vor 1967 zog dann hier ein Lebensmittelfachgeschäft Stüssgen ein. Nach 1976 erfolgte der Abriss der gesamten Häuserzeile.

Inhaber[Bearbeiten]

Auf'm Brauhaus

  • um 1900 -1903: Walter Gantenberg

Zur Sonne / Mühlenhof / Zur Post

  • 1903 - um 1914: Jean Krämer
  • um 1914 - 1920: Wilhelm Gladbach
  • 1920 - 03.1923 Wilhelm und A. Gladbach
  • 03.1923 - 1932: August Seipel
  • 1937 - 1945: Willy Peter Quabach

Porzer Bürger-Haus

  • um 1946 - um 1958: Willy Peter Quabach

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

(Text)

  1. vgl. Kölner Lokal-Anzeiger v. 22.5.1909.
  2. Porz-Urbacher Volksblatt vom 4.10.1923
  3. vgl. Kreisarchiv RBK A365 Kinovorführungen, Blatt 15.