Kategorie: Historisches

Historisches zu Porz

Deutsch-Französische Freundschaft

Grüße aus Porz nach Hazebrouk

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Elysée-Vertrags haben Bezirksbürgermeister Willi Stadoll und der Partnerschaftsverein, vertreten durch Thomas Ehses, an den Bürgermeister von Hazebrouck, Jean-Pierre Allossery geschrieben:

„Die Partnerschaft zwischen der Stadt Hazebrouck und der damaligen Stadt Porz am Rhein wurde schon einige Jahre vor der Unterzeichnung des Elysee-Vertrags begründet. Nach ersten Kontakten schon 1954 wurde im Jahre 1955 die Partnerschaft zwischen den beiden Städten begonnen. Dies war zu dieser Zeit nicht selbstverständlich und bezeugt großen Mut und großzügiges Entgegenkommen besonders unserer Partner in Hazebrouck.

Heute erscheint ein friedliches Zusammenleben unserer Völker selbstverständlich. Aber ein Blick in die Welt zeigt, dass Frieden nur gedeihen kann, wenn die Völker immer wieder aufeinander zugehen, nach gemeinsamen Zielen und gemeinsam an der Zukunft arbeiten.

In diesem Sinne ist besonders wichtig, dass die Freundschaft auch durch Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern aus den Partnerstädten erlebbar wird und lebendig bleibt. Wir freuen uns über die große Bereitschaft aus Hazebrouck, diese Partnerschaft auszubauen und zu vertiefen. Wir werden gemeinsam auf diesem Wege weitergehen.“

Hazebrouk liegt im Département Nord bzw. Französisch-Flandern, etwa 40 km von Lille und Dünkirchen entfernt und hat ca. 21.500 Einwohner.

Entwicklungskonzept Porz – nur heiße Luft? (Teil 1)

Es ist Urlaubszeit und die Ereignislage in Porz nicht die lebhafteste… Ein guter Zeitpunkt also sich auf porzerleben einmal in Ruhe gründlicher mit der Zukunft der Porzer Innenstadt zu beschäftigen.

Hierzu startet heute eine Serie, die fortgeschrieben werden soll. Beteiligungen und Kommentare sind jederzeit erwünscht.

Los gehen soll es mit einem Befund aus dem Jahr 1923. Seinerzeit befasste sich der Architekt und Städteplaner Fritz Schumacher mit der Entwicklung von Köln und dem Umland. Seine Ansichten führten zur Denkschrift „Köln. Entwicklungsfragen einer Großstadt„.

Frank Schwalm hat Schumachers Position für das „Nebenzentrum Porz“ 1998 in einem längeren Aufsatz wiedergegeben, der sich mit den Kölner Eingemeindungsplänen für den Raum Porz befasst. Es folgen kurze Auszüge aus diesem Aufsatz:

Schumacher hatte die Auffassung, dass das rechtsrheinische Gebiet sich „den Grenzen seiner extensiven Entwicklungsfähigkeit“ nähere. Die Lage von Porz unmittelbar am Rhein wurde als „hervorragender industrieller Standort“ für die expansive Kölner Wirtschaft angesehen. Schumacher befürchtete jedoch, daß der Ort Porz „ganz von der Industrie aufgefressen“ werde. Dort war durch die Industrialisierung die Stadtentwicklung bereits zu einer „unwandelbaren Form“ erstarrt. Die Wohnbebauung wuchs in die Industriegebiete hinein. „Nur noch mit großer Energie“ könne man die Bewohnbarkeit der anliegenden Ortschaften retten. Schumacher schlug deshalb vor, neue Industrie nördlich der bereits vorhandenen anzusiedeln. So könne das Industriegebiet in den Kölner Raum hinüberwachsen.

Die Nähe der Bahnlinie zum Rhein sah Schumacher als einen Nachteil für die Stadtentwicklung von Porz an. Sie erschwere „eine rationelle Ausgestaltung des Gebietes und eine Ordnung des jetzigen chaotischen Zustandes außerordentlich“.

Poller Maispill

Von Ende April bis Anfang Juni  finden in Köln-Poll traditionsgemäß ausgedehnte Maifeierlichkeiten statt. Dazu gehören Maifischfang, Maibaumschlagen, Maiumzug, Maispiel und das große Maifest auf dem Marktplatz. Am Ende stehen die Baumniederlegung und die Maibaumübergabe an den Baum­ersteigerer. Maßgeblich für die Organisation ist der Poller Maiverein „Maigeloog“.

Bereits am letzten Samstag ist das Maigeloog zünftig in den Wald gefahren, um einen Maibaum für den Marktplatz zu schlagen.  Kleinere Birken für angebetete Poller Jungfrauen/ Mädchen wurden ebenfalls aus der Wahner Heide beschafft. Das Maifischen im Rhein kann seit einigen Jahren aus personellen und finanziellen Gründen vom Maigeloog nicht mehr durchgeführt werden. Aber  es besteht immer noch Hoffnung, dies in anderer Form in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wasserlauf wieder aufleben zu lassen.

100 Jahre Porzer Rathaus – eine Ausstellung

Grundsteinlegung 1980 für die Erweiterung

Zum Jubiläum des Porzer Rathauses hat die Bezirksvertretung eine Ausstellung organisiert, die seit einigen Tagen auf dessen Galerie zu besichtigen ist. Da Unterlagen und Exponate seitens der Stadt durch die missliche Situation des Stadtarchivs nicht zur Verfügung standen, haben sehr viele Bürgerinnen und Bürger Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt. „Ich bedanke mich recht herzlich bei den Leihgebern“, erklärt Bezirksbürgermeister Willi Stadoll.

Wie zu vermuten war, ist auf diese Weise und noch dazu relativ kurzfristig eher ein Sammelsurium zusammengekommen als eine Ausstellung über die Geschichte von Porz und dem Rathaus.

Viele alte Ansichten sind offenbar nur noch über Postkarten zu erschließen, die für die Ausstellung auf Posterformat hochgezogen wurden. Leider gibt es dazu oft keine Datierungen und Erläuterungen. Wenige Gemälde und Zeichnungen des Rheinufers sind zu sehen, auch einige Kuriosa wie eine Einkaufstasche, die im Jubiläumsjahr 1990 mit einem Bild vom Rathaus geschmückt wurde. Wenn man einmal von einer Art bebilderter Stadtchronik absieht, die zwischen die Bilder und Fotografien gesetzt wurde, ist überhaupt wenig Textmaterial genutzt worden. Quellenangaben fehlen und auch ein „roter Faden“. Die Besucher erfahren, dass es in Langel einmal ein schönes Strandbad gab, in Zündorf einen malerischen Biergarten, dass die Bläck Föss ihren Ursprung in einer Porzer Band, den „Beat Stones“, hatten und dass das Scala-Filmtheater 1983 endgültig seine Pforten schloß. Das sind zwar interessante Elemente, die jedoch bruchstückhaft bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte von Porz und seinem Rathaus zu einem späteren Zeitpunkt einmal vollständiger gezeigt wird, sobald die nötigen Archivalien wieder zugänglich sind. Dann sollte man ein solches Projekt aber auch mit etwas mehr Sorgfalt und Aufwand umsetzen.

Stadtteilführung durch Gremberghoven am 20. Juni

Eisenbahnersiedlung und moderner Kirchenbau.

Thomas van Nies führt am Sonntag, den 20. Juni, durch den Stadtteil Gremberghoven. Im Jahr 1920 war die noch junge Ansiedlung um den Rangierbahnhof Gremberg zur Hälfte erbaut. Im Auftrag der Reichsbahn wurde zwischen 1919 und 1922 eine Siedlung mit großen Gärten angelegt. Auf dieser Führung wird ein verborgenes Stück Köln vorgestellt. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr S-Bahn-Haltestelle Porz Steinstraße, Bahnsteig oben/Ausgang. Die Teilnahme kostet 7 Euro.

Veranstalter ist AntoniterCityTours, Telefon 0221-92584614.

Bahnhof Porz: Was dem Einen sein Uhl…

…ist dem Anderen sein Nachtigall.

Der DB-Haltepunkt Porz ist seit einigen Monaten weitgehend fertiggstellt. Das ist bekannt. Früher hatte Porz mal einen richtigen Bahnhof mit Gebäude und Bahnsteig. Das ist auch bekannt. Und wir sind alle froh, dass der alte Schandfleck-Bahnsteig nicht mehr besteht. Da musste man sich ja vor seinen Geschäftskunden schämen, falls die dort ausgestiegen sind.

Stützen von 1874 (Foto: Eisenbahnfreunde Hahn)

Weniger bekannt ist aber, dass sich unter den Brettern und Graffitis des alten Bahnsteigs ein Kleinod im Rang eines Industriedenkmals verbarg. Die gusseiserne Schutzdachkonstruktion des Mittelbahnsteigs stammte noch aus dem Eröffnungsjahr des Bahnhofs Porz, also 1874. Es war der definitiv letzte täglich genutzte preußische Gusseisen-Bahnsteig. Vor dem Abbruch hat die  Denkmalbehörde noch eine Dokumentation anfertigen lassen.

In Details des Bahnsteig-Dachs haben sich nun andere Rheinländer verliebt. Die Stützen der Bahnsteigüberdachung wurden von der DB den Eisenbahnfreunden Hahn-Hochdahl bei Düsseldorf überlassen. Wozu der Verein diese Stützen nutzen wird, bleibt abzuwarten.