Ensener Zehnter

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Kölnische Zeitung v. 8.8.1830

Historie[Bearbeiten]

Der Ensener Zehnte war eine Abgabepflicht ursprünglich gegenüber dem Domkapitel Köln und der Abtei Deutz auf Grundstücke nicht nur in Ensen, sondern auch in Westhoven, Porz, Eil und Urbach. Welche konkret, ist noch unklar. Diese Ackerfelder hatten insgesamt eine Fläche von 1345 Magdeburger oder 1082 kölnische Morgen. Ebenso wie die Abgaben des Steinhof in Ensen ging der Ensener Zehnte bis in das Jahr 1544 als Lehen an die Zisterzienserinnen von Drolshagen. Danach ging er als Mannslehen erst an Johann von Selbach (vor 1582-1563), zu dieser Zeit Drost zu Windeck an der Sieg und hiernach an Wilhelm von der Lippe (+1624), gen. Hoen, Probst zu Roermond.

Die Abgabe wurde später mit den Freiherrn von Francken verbunden. Freiherr Ernst von Francken (1724-1796 Rösrath) wurde bereits 1796 als "Herr zu Venauen, Forsbach und Ensen"[1] bezeichnet, ihm gehört das Gut Steinhof in Ensen. Er hatte mit seiner Frau Isabella von Mosbach genannt Breidenbach (1723-1808) zwei Kinder: Carl Phillip von Francken (1784-1814) und Maria Anna Francisca von Francken (*1785 Rösrath). Carl Phillips Kinder und Erben waren Adolf von Franken (*1813- nach 1865) und Francisca von Franken[2].

Die Parzellen[Bearbeiten]

Ein SituationsPlan des von Frankens Zehnten in Ensen aus dieser Zeit zeigt mehrere Parzellen[3]:

  • I - Rheinfeld mit 208 Morgen reicht vom Rothen Haus nach Süden bis zur Grenze zu Porz und nach Südosten noch ein Stück über die Steinstraße bis knapp an die Frankfurter Straße.
  • II - Prücherfeld mit 188 Morgen schließt sich nördlich ab Hohlweg an und reicht ebenfalls bis zur Frankfurter Straße. In der Parzelle finden sich kleine Einschlüsse von Gerions-Zehnten.
  • III - An der langen Fuhr mit 185 Morgen schließt sich nördlich an, begrenzt vom damaligen Hohlweg und dem damaligen Langenfuhrs-Weg. Auch hiern gab es Einschlüsse des Gerions-Zehnten.
  • IV - Am Mühlenweg mit 164 Morgen östlich der heutigen Siegburger Straße und westlich der Parzelle III, beginnend beim Rothen Haus bis zur Gilgaustraße.
  • V - An den Steinen mit 176 Morgen, an die Parzelle IV nördlich anschließend und bis zur Ortsgrenze von Westhoven reichend, sonst umgeben vom Gerions-Zehnten, hier im Nordwesten Enklave An der Hütte.
  • VI - An der Fuchskaule mit 189 Morgen, östlich rund um Gut Neuenhof (abgerissen) mit der Westgrenze Gremberger Weg (heute überformt).
  • VII - Hohes Kreuz & Jagdfeld mit 211 Morgen (Vermerk: "Soll abgelöst sein"), östlich der heutigen Frankfurter Straße ca. ab heute Theodor-Heuss-Straße bis Höhe Verlängerung der Rather Straße nach Osten.

Der Ensener Zehnte war vererbbar und wurde von den Nachkommen auf mehrere Jahre in einem öffentlichen Versteigerungsverfahren verpachtet. Nachgewiesen sind Versteigerungen in den Jahren 1825, 1830 und 1836. 1843 kam es vermutlich zum Verkauf der Ackerflächen, denn die ab dem Jahr 1844 bis 1848 jährlich erfolgende Verpachtung erfolgte nun "auf Anstehen der Herren Gebrüder Harff"[4]. 1845 werden die Inhaber als "S. und J. Harff" benannt[5] Zwischen 1820 und 1848 wurde in vielen rheinischen Gemeinden die Institution des Zehnten offiziell abgelöst oder umgewandelt. Zum Ensener Zehnte gibt es jedoch eine steuerrelevante Kartenansicht aus dem Jahr 1852 zugunsten von Julius Harf & Consorten[6].

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Nicht ausgewertet: "Die von dem Domkapitel Köln und der Abtei Deutz lehnrührigen Güter Paffrath im Amte Portz sowie der Ensener Zehnte", 1807 (AA 0637 / Großherzogtum Berg AA 0637, Nr. 4847 Landesarchiv NRW, Abtlg. Rheinland)

  1. Postamts-Zeitung zu Köln v. 30.5.1796
  2. Adolf wohnte mit seiner Frau, fünf Kindern und der ledig gebliebenen Schwester Franziska ab 1836 im Haus Freiheit im heutigen Lohmar-Inger
  3. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 9867
  4. vgl. Kölnische Zeitung v. 14.6.1844
  5. Stephan Josef Harff betrieb von etwa 1835-1862 unter der Adresse Alter Markt 9 eine Bürstenwarenhandlung.
  6. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland RW Karten, Nr. 9868