Escht Kabarett! die 21.-te

Gelungener Abend im Bürgerzentrum Engelshof

Mar Breuer (Alle Fotos: © porzerleben.de)

Wieder einmal hatte Christian Bechmann eine ausgezeichnete Auswahl zusammengestellt. Am Freitagabend war das monatliche Kabarett-Event im Engelshof. Vor einem zahlreich vertretenen Publikum, meist Wiederholungstäter, gastierten Marc Breuer, Monika Blankenberg und das Duo „fußpflegedeluxe“.

Marc Breuer kommt nicht aus Porz, aber aus Ehrenfeld. Worüber sich offensichtlich mindestens genauso lästern läßt: Ob Ereignislage, Polizei oder Gastronomie – Breuer kennt sich aus. Er schätzt seine Eckkneipe, „in der Bier nicht nach Limette schmeckt, sondern nach schlecht gewarteter Zapfanlage“. Aber eigentlich, verrät er, kommt er aus Hückelhoven. Und dort ist alles noch krasser, auch weil dort die Verwandschaft wohnt. Die folgenden mit präziser Beobachtungsgabe vorgetragenen  Familieneinblicke boten den Zuschauern reichlich Schnittstellen mit eigenen Jugenderlebnissen. Nach der Pause wechselte Breuer im zweiten Vortrag die Rolle. Als Löschmeister Josef Jackels gab er Geschichten aus der freiwilligen Feuerwehr zum Besten. Ob die klassische Katze auf dem Baum, der brennende Holzschuppen mit der hohen Brandschutzversicherung oder das Feuerwehrfest: Dieser Löschmeister wird’s schon richten..

Monika Blankenberg

Aus ihrem Programm „Altern ist nichts für Feiglinge“ trug Monika Blankenberg vor. Schließlich passten die meisten Zuschauer „wunderbar in mein Beuteschema“.

Blankenbergs fesselndes Nachdenken und (Selbst-)Beobachten führt direkt in die faltige Zukunft und rätselt gekonnt über den Zeitpunkt der verpassten besten Tage und Jahre, die es doch gegeben haben muss. Die Empörung, dass sie Kinder „Oma“ und Handwerker „junge Frau“ nennen, Jugendliche gar in der KVB aufstehen, kommt sachlich daher, trifft aber im Zuschauer daseigene Hadern mit dem Älterwerden.

Im zweiten Auftritt waren dann die Männer an der Reihe: Die dächten immer, sie altern nicht, doch dann gehe es um so schneller. Ein muss für Männer: Die Wohnzimmercouch, die sie prompt immer seltener verlassen. Schließlich, so Blankenberg,  „muß man sie nur noch umbetten.“

Dritte im Bunde waren das Duo „fußpflegedeluxe„. Sie sind bei Escht Kaberett Newcomer und als Team seit einem Jahr unterwegs. Christoph Schlewinski ist Autor für Soaps und Comedy-TV. Dass Carolin Seeger Schauspielerin ist, merkten die Zuschauer rasch. Denn Mimik und Bewegung verschmelzen mit dem Text. Der wiederum hatte es im ersten Part besonders in sich:

fußpflegedeluxe: Carolin Seeger und Christoph Schlewinski

Ganz allmählich dämmerte den Zuschauern, dass diese Styling-Typ-Berater das Seminar „Ich sehe nicht gut aus, ich will mich ändern“ für Nachwuchsnazis gaben. Wobei die Kabarettisten mit ihren Verhatltenstipps hier allerdings sehr das platte Klischee von der beschränkten Neonazi-Mitläufer-Gefolgschaft bedienten.

Um so unterhaltender der zweite Auftritt, in dem die Darsteller aus ihrer Rolle als Kabarettisten fielen: Ihr finsteres Nachdenken über Inszenierung und Realität ging nahtlos über zum Kampf der Geschlechter. Die gegenseitige Generalabrechnung ließ zum Amüsement des Publikums keine Schwäche des Anderen aus.

Escht Kabarett gibt es weiter jeden Monat im Engelshof. Allerdings verlagert sich die Bühne in das Hauptgebäude: Weil hinter dem großen Saal ein Wohngebiet entsteht,  wird der Saal in den nächsten fünf Monaten lärmgedämmt.

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