
Vorbehaltsstraße Zündorf
„Ich gehe durch das von Grün umgebene Zündorf. Erlebe dabei seinen historischen Charakter mit den alten Kirchen, Fachwerkhäusern und Hofanlagen. Nicht nur die Groov, auch die Schrebergärten und Friedhöfe sind eine Oase der Ruhe. Wenn ich mit dem Fahrrad über die Felder in Richtung Libur, Ranzel und Lülsdorf fahre, bin ich in einer anderen Welt. Der ruhig fließende Rhein, der Ruhe und Größe ausstrahlt, prägt eine ganz besondere Atmosphäre. In der morgendlichen Aufwachphase nehme ich Autos, schwere LKWs und Motorräder war. Ich denke, wahrscheinlich ist die Zündorfer Umgehungsstraße wieder voll, wegen eines Rückstaus auf der Autobahn. Und die Autofahrer aus dem Kreis Niederkassel versuchen ihr Glück auf der Wahner Straße, Hauptstraße und Schmittgasse. Doch dann bin ich hellwach und realisiere, das ist der normale Alltag. Die Umgehungsstraße gibt es nicht.“
Tag für Tag müssen wir erleben, das unsere Wohnstraßen von einer Vielzahl von Fahrzeugen durchquert werden, die sehr viel schneller fahren, als es für ein Wohngebiet angemessen wäre. Zündorf ist mit der Hauptstraße, der Schmittgasse und der Wahner Straße ein reines Wohngebiet. Diese nicht angemessenen Geschwindigkeiten gefährden nicht nur Kinder, Senioren und Personen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, und auch Radfahrer, sondern führen auch zu einer erheblichen Belastung der Lebensqualität und der Gesundheit. Es ist für mich und meine Nachbarn unverständlich, warum die Stadt Köln bisher verkehrsbeschränkende Maßnahmen für diese Straßen verweigert.
Wenn sich die Stadt Köln tatsächlich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen und gleichzeitig umweltfreundliche Verkehrskonzepte zu fördern, wieso ist sie dann nicht einmal in der Lage, einfache verkehrsbeschränkende Maßnahme für unsere Wohngebiete zu implementieren? Tempo-30-Zonen und Durchfahrtsverbot für nicht-anliegende Fahrzeuge (besonders schwere LKW) sind bewährte Mittel, die in vielen anderen Städten erfolgreich umgesetzt wurden. Warum nicht bei uns? Eine Begründung der Verantwortlichen ist immer wieder die Befürchtung der mangelnden Rechtssicherheit von solchen Maßnahmen. Viele Bürger halten dieses Argument für vorgeschoben.
Es ist allgemein bekannt, dass viele Städte in Deutschland verkehrsbeschränkende Maßnahmen auch auf Vorbehaltsstraßen erfolgreich umsetzen konnten. Warum bleibt Köln hinter der Entwicklung zurück. Eine solche Zögerlichkeit sorgt für Enttäuschung und Frust unter den Anwohnern. In einem Urteil aus dem Jahre 2021 hat das Verwaltungsgericht Köln (Aktenzeichen: 18K 1221/ 21), betont, Autofahrer haben keinen Anspruch darauf auf innerstädtischen Straßen stets 50 km/h zu fahren. Weiter sagte das Gericht, dass der Zeitverlust durch Tempo 30 als geringfügig anzusehen sei. Im Stadtverkehr machen Ampelanlagen und Verkehrsaufkommen oft mehr Zeitunterschied aus als die Höchstgeschwindigkeit selbst. Die Sorge um die verkehrsrechtlichen Grundlagen darf nicht dazu führen, dass die Stadt untätig bleibt. Warum tauscht sie sich nicht mit anderen Städten und deren Rechtsexperten aus und bemüht sich aktiv, geeignete und rechtssichere Konzepte zu erarbeiten. Verkehrssicherheit und Lebensqualität dürfen niemals gefährdet werden, nur weil die Verantwortung gescheut wird, innovative und notwendige Lösungen für Zündorf zu finden.
Ich fordere, auch im Namen vieler Nachbarn, die Verantwortlichen auf, Mut zu zeigen und die verkehrsrechtlichen Hürden nicht als Ausrede für Untätigkeit zu nutzen. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Anwohner sollten Priorität haben. Zündorf verdient eine nachhaltige Verkehrspolitik, die auch den Bedürfnissen der Bürger gerecht wird.
Klaus Ulrich, Porz-Zündorf

Vielen Dank an den Autor für diesen klaren und notwendigen Artikel. Ich kann die geschilderten Punkte als Anwohnerin nur bestätigen. Die Lärmbelastung in Zündorf hat ein Maß erreicht, dass unsere Lebensqualität und Gesundheit massiv beeinträchtigt. Wir brauchen sofortige greifbare Maßnahmen zu Lärmreduzierung auf den im Artikel genannten Straßen. Der Beitrag hat meine volle Unterstützung.