Kategorie: Umwelt

In Porz: Lebensqualität durch Umwelt- und Naturschutz. Nachrichten, Berichte und Meldungen zu den Themen Umwelt und Natur.

Leidenhausen: Sonntag Führung über das ritterliche Gut

umweltbildungszentrum leidenhausenZu einer kostenlosen einstündigen Hofführung über das ritterliche Gut Leidenhausen lädt das Umweltbildungszentrum Heideportal Gut Leidenhausen am Sonntag, 29.1.23 um 12 Uhr ein. Auf dem Rundgang besuchen die Teilnehmer:innen die Honigbienen und den Wildbienenlehrpfad, die Streuobstwiese, die Greifvogelschutzstation, das Wildgehege und den Säugetierlehrpfad. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung durch die Portalausstellung „Natur ist anders – Kontraste“ um 14 Uhr, in der die Interaktion zwischen Natur und Technik, sowie Besonderheiten des Naturerbe Wahner Heide/Königsforst vermittelt werden. Weitere Fragen zur Wahner Heide und zum Königsforst können behandelt werden. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei und auch für mobilitätseingeschränkte Menschen geeignet (Zufahrtswunsch zum Gut bei der Anmeldung angeben). Anmeldung bitte unter 02203 9800541 oder an info@gut-leidenhausen.de.

 

Lavendel aus Urbach

Lavendelsäckchen

Die Lavendel-Säckchen (Foto: BV Urbach)

Lavendel – den haben Urbach und die Provence gemeinsam. Denn in den letzten Jahren hat der Urbacher Bürgerverein Patenschaften für 13 verwahrlosten Grünflächen im Stadtteil übernommen. Sie wurden – in Hinblick auf die immer heißer werdenden Sommer mit langen Trockenperioden – mit Pflanzen aus dem mediterranen Bereich mit geringen Wasserbedarf gestaltet. Deshalb findet man in den meisten der Beete Lavendel. Weil es zu schade ist, den vielen Lavendel nach dem Rückschnitt einfach zu entsorgen, entschloss sich der BV, mit der Ernte Lavendelduftsäckchen für den Wäscheschrank herzustellen.

Im Juli vor ein paar Jahren wurden die Lavendelblüten erstmals über einige Wochen getrocknet und Gertrud Kratsiois (Beisitzerin des UBV Vorstandes) nähte kleine Baumwollsäckchen, gefüllt mit vielen Blüten. Fortan gibt es nun Urbacher Lavendelduftsäckchen aus der „Provinz“. Auch 2022 haben wir wieder geerntet, getrocknet, in Säckchen abgefüllt und wunderschöne Lavendelduftsäckchen hergestellt. Diese Säckcken wurden sehr erfolgreich auf dem Weihnachtsbasar am Urbacher Hospiz im November verkauft, doch einige sind noch übrig.

Für 4 Euro erhalten Sie sie ab sofort im Änderungsatelier Kratsios, Kaiserstr. 53 in Urbach während der Geschäftsöffnungszeiten. Den Erlös spenden wir dem Hospiz.

Die Westhovener Aue: 45 Jahre belgischer Militärstützpunkt

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs standen die Westhovener Pionier-Kasernen Unverzagt und Mudra leer und waren durch  Luftangriffe und Artillerieeinwirkungen stark beschädigt. Ausgebombte Porzer und Kölner Bürger sowie Vertriebene aus der Ostgebieten suchten hier eine Unterkunft und mühten sich, in den Gebäuden abgeschlossene Wohnungen einzurichten. Augenzeugen aus jener Zeit schilderten die Not, die in der Nachkriegszeit herrschte und die untragbaren hygienischen Zustände auf den Kasernenarealen.

Kazerne Brasseur

Wachhaus Kaserne Adj. Brasseur (AK 1964, Verlag J. Mazelle)

Kaserne Passendale

Das Kwartier Passendale (Luftbild, 60er Jahre)

Einzug belgischer Pioniere

1946 erhielt Belgien, das zu den Besatzungsmächten gehörte, aus der britischen Besatzungszone eine Fläche etwa in der Größe des eigenen Staatsgebietes zugewiesen. Die belgische Armee errichtete im Rheinland und in Westfalen ihre Stützpunkte. Zumeist konnten hierfür Kasernen der ehemaligen Wehrmacht hergerichtet und genutzt werden. In der Region Köln hatte das belgische Militär sehr früh bereiets eine Kaserne in Köln-Delbrück bezogen.

Von dort aus zog 1950 eine erste Gruppe von belgischen Soldaten nach Westhoven, um die beiden Wehrmachtskasernen zusammen mit deutschen Firmen instandzusetzen. Anfang Oktober 1951 konnte eine erste Kompanie des 1. Pionier-Regiments in die ostwärts der Kölner Straße gelegene, nun Kwartier Nieuwpoort genannte, frühere Mudra-Kaserne einziehen. Die westlich der Kölner Straße gelegene bisherige Unverzagt Kaserne war bald ebenfalls instandgesetzt und erhielt den neuen Namen Quartier Adjudant Brasseur. Völlig neu erricht wurde zudem als dritte Kaserne nördlich der Porzer Ringstraße das Quartier Passendale.

Die belgischen Pioniere nutzten erneut das Übungsgelände in der Westhovener Aue, es reichte von der Kölner Straße bis zum Rheinufer. Für das schwere Gerät entstanden dort neue Hallen und die Aue wurde erneut militärisches Sperrgebiet. Die nach Kriegsende wieder gegebene Durchgängkeit des Leinpfads zwischen Westhoven und Poll – wenngleich durch große Zaunlöcher – war damit 1951 bereits wieder beendet. Belgische Soldaten bewachten fortan das militärische Gelände, es war Sperrgebiet mit Stacheldrahtzäunen und der Warnung vor Schusswaffengebrauch.

Erlaubte und unerlaubte Besuche in der Aue.

Während die militärischen Bauten und Fahrzeughallen von der Kölner Straße aus einsehbar waren, blieb das das Übungsgelände den Blicken entzogen. Erst ab den 1980 Jahren konnten zivile Personen bei besonderen Gelegenheiten, zu denen der Tag der Offenen Tür gehörte, einen Blick in die Westhovener Aue werfen. Zu dieser Zeit waren die Belgier und ihre Kasernen bereits zum festen Bestandteil von Westhoven geworden. Zu sehen waren ein aus der ehemaligen Kiesgrube entstandener Teich oder auch ein vom Teich wegführender Wassergraben, den drei nebeneinander liegende, unterschiedlich gebaute Übungs-Brücken überspannten. Ursprünglich war dieser Wassergraben ein Hohlweg für die Gleise einer Schmalspurbahn, die bereits um 1914 den Kies aus der Kiesgrube zum Westhovener Bahnhof transportierte.

Artenschutz konkret: Kammmolch-Aufzucht

Die Biologin Michelle Etienne leitet das Aufzuchtprojekt auf Gut Leidenhausen (Foto: porzerleben.de)

In den 1960er und 1970er Jahren war es noch einfach: Wer Eidechsen, Frösche, Kröten oder Molche sehen wollte, begab sich in die Wahner Heide und wurde rasch fündig. Etliche Jugendliche legten sich im Garten Aqua-Terrarien an oder versorgten den elterlichen Teich mit Amphibien aus der Wahner Heide. Mitunter bestehen diese Populationen noch heute.

Doch inwischen hat sich vieles geändert: In der Wahner Heide dürfen die markierten Wege nicht verlassen werden, der aktuelle Bestand an Amphibien ist unbekannt. Viele Kinder und Jugendliche kennen sich mit Amphibien überhaupt nicht mehr aus – wie auch, Begegnungen sind selten geworden. Allgemein führen zudem wohl aus Asien eingeschleppte Pilzinfektionen seit drei Jahrzehnten zu einem Artensterben bei unseren heimischen Fröschen, Kröten, Feuersalamandern und Molchen.

Heute stehen alle Amphibien in Europa unter Naturschutz –  in Deutschland ist es seit 1987  streng verboten, diese Tiere zu fangen, in ihren Habitaten zu stören oder umzusiedeln. So ist auch das Sammeln von Laich oder Fangen von Kaulquappen heute nicht mehr erlaubt. Zudem dürfen gezüchtete Tiere nicht ausgewildert werden, weil sie Krankheiten in Biotope einschleppen könnten. Sogar das Beseitigen eines privaten Teichs ist verboten, wenn hier heimische Amphibien leben. Denn dies würde eine Zerstörung des Lebensraumes besonders geschützter Arten darstellen. Da auch Verkauf und Erwerb verboten sind, hilft bei einem neu angelegten Teich heute nur Geduld, bis sich Amphibien von selber ansiedeln.

Kammolchlarve im Aufzuchtbecken (Foto: porzerleben.de)

Als Beitrag für eine Stabilisierung der Kammmolch-Bestände rund um Köln führt das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen ein zunächst zweijähriges Projekt durch. Finanziert vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln und unterstützt von der hiesigen NABU-Naturschutzstation, findet in drei Becken die Aufzucht unter Leitung der Biologin Michelle Etienne statt. Während die „besonders geschützten“ Teichmolche sich auch in vielen Gartenteichen tummeln, brauchen „streng geschützte“ Kammmolche anspruchsvollere Lebensräume. Sie werden auch mit bis zu 18 cm deutlich größer als Teichmolche. Ein Weibchen legt mehrere hundert Eier mit Hilfe der Hinterbeine einzeln in umgefaltete Blätter von Wasserpflanzen ab.  Für die Aufzucht in Leidenhausen werden adulte Tiere aus Gewässern der Umgebung „ausgeliehen“. Sie kehren nach erfolgreicher Eiablage zu ihrem Ursprungsgewässer zurück. Die schlüpfenden Jungtiere sollen hingegen in geeigneten Gewässern im Kölner Raum angesiedelt werden. Zum Projekt gehört auch Vermittlungsarbeit mit Schulen und interessierten Bürgern. Ein Austellungsaquarium mit einer Infotafel ist in Vorbereitung.

Flora und Fauna der Westhovener Aue – ein Spaziergang

Die Westhovener Aue (Foto: porzerleben.de)

Einführung

Die Westhovener Aue, seit dem Jahr 2002 im Besitz der Stadt Köln, wurde seit jeher stetig vom Hochwasser heimgesucht, was nicht verwundert, denn sie liegt im Hochflutgebiet des Rheins. Mit einer Fläche von circa 0,7 km²  bildet sie den südlichen Anschlusspunkt des rechtsrheinischen Grüngürtels an den Rhein und ist Teil des gesamtstädtischen Grünsystems.

Charakteristisch für den Lebensraum Aue ist der stetige Wechsel zwischen Überflutung und Trockenfallen. Abhängig von der Entfernung vom Ufer und der mittleren Überflutungsdauer gliedert sich der Lebensraum in gehölzfreie Aue sowie in Weichholz- und Hartholzaue mit je eigenen Merkmalen.

Vor dem Hintergrund der Hochwasser von 1993 und 1995 erkärte die Bezirksregierung Köln als höherer Naturschutzbehörde dieses Gebiet zum Retentions- und Landschaftsschutzgebiet und ließ es bis zum Jahr 2005 entsprechend gestalten. Dies bedeutete den Abriss von rund 12.500 qm Bauwerken aus den zurückliegenden 60 Jahren militärischer Nutzung und das Abtragen nicht mehr genutzter Verkehrsflächen. Auf diesen ca.18.000qm entsiegelten Flächen entstanden Wiesenstandorte, die mit farbenreichen Blumen die Spaziergänger erfreuen und mehr oder weniger gepflegt werden. Neue auentypische Gehölze (ca. 2200 Stück) werten den bestehenden Waldbestand auf. Diese Maßnahmen zur Kompensierung dieses Hochwasserschutzgebietes haben das durch die Vornutzungen stark degenerierte Auengebiet sehr aufgewertet. Die nun naturnahe Rheinauenlandschaft schützt auch das Grundwassers und bereichert die ökologische Vielfalt, denn Auenlebensräume für Pflanzen und Tiere sind heute selten und bedroht.

Als ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet ist die Westhovener Aue zu einem beliebten Naherholungsgebiet für die Kölner Bürger und Bürgerinnen geworden.

Unser Spaziergang

Auf unserem Spaziergang im Uhrzeigersinn durch das links und rechts vom Leinpfad gelegene Gebiet erfahren Sie mehr über die grüne und artenreiche Vielfalt dieses schützenswerten Geländes. Wir starten am Rheinufer leicht südlich des früheren Pionierhafens ( Rheinkilometer 682,2).

Der Rheinstrand der Aue (Foto: BV-EW)

Hier finden wir alle Pflanzen, die zu den typischen Stromtalpflanzen gehören, denen sowohl die Überflutung als auch die Trockenheit nichts ausmachen: Hierzu gehören Amranten, Melden und Gänsefüße. Zudem zeigen sich der gelb blühende Wiesen-Alant und der Zucker-Spitzklee.

Sa, 30.4. 14-16 Uhr: Die Westhovener Aue – vom Truppenübungsplatz zum Landschaftsschutzgebiet

Naturkundliche Führung mit Holger Sticht (BUND-Landesvorsitzender, Bündnis Heideterrasse)

Die Porz-Poller Grünen laden ein zu dieser Exkursion in die Westhovener Aue am Samstag, 30.4.2022 von 14 bis 16 Uhr.

Bis 1995 noch Truppenübungsplatz, hat sich die Westhovener Aue zu einem wertvollen Landschaftsschutzgebiet entwickelt. Seltene Tier- und Pflanzenarten wie die Wechselkröte finden hier ihren Lebensraum. Gleichzeitig dient das Gebiet der Naherholung. Holger Sticht führt uns durch die Aue und zeigt uns die Besonderheiten wie den Lebensraum der Wechselkröte oder ein Projekt zum Fledermausschutz.

Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung an info@grueneporz.de. Spontane Teilnahme ist aber auch möglich!

Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Kölner Straße (Linie 7), am Bahnsteig in Fahrtrichtung Porz.