Villa Sternenberg

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Villa und Park Sternenberg[Bearbeiten]

AK-Ausschnitt 1909, Verlag F. Szesztokat

Einst befand sich in Urbach am Porzer Weg, später Kaiserstraße 23 gegenüber dem heutigen Supermarkt ein großer Park mit einer Villa, der bis zur Zündorfer Straße reichte. Im Osten waren die Grenzen durch die damaligen Straßenverläufe noch andere: Von der späteren Kaiserstraße führte in Höhe der heutigen Elsdorfer Straße der Lichpfad diagonal auf die Zündorfer Straße (heute in Höhe Hugo-Sister-Weg). Zudem gab es eine weitere, diese Straße schneidende Diagonale von der Kaiserstraße (heute Höhe Unter den Erlen) bis zur Zündorfer Straße (heute Höhe Elsdorfer Straße).

Bertram Sternenberg (1855-1935) hatte den Sternenberger Hof von seinem Vater geerbt, war aber nicht zum Landwirt geboren. So erbaute er mit seiner Frau Berta, geb. Meller (+1937), in den Jahren 1899 bis 1901 ein zweigeschossiges großes Haus im Jugendstil. Der überdachte Haupteingang mit seiner mehrstufigen Freitreppe führte über einen Fußweg zur späteren Kaiserstraße. Von der Empfangshalle ging es im Erdgeschoss in die verschiedenen Räume, darunter ein Musikzimmer und eine Bibliothek. Im Obergeschoß lagen das Schlafzimmer, ein Ankleidezimmer und Gästezimmer, Kinder hatte das Ehepaar Sternenberg nicht. Im Ostteil lagen der Boteneingang, die Remise und eine seperate Hausmeisterwohnung, die 1909 zu einem Arbeiterwohnaus erweitert wurde.

Zudem verwandelte das Ehepaar das Umland seines repräsentativen Wohnsitzes aus rund 17.700 m² Ackerfläche in einen großen Park, gepflegt durch beschäftigte Tagelöhner. Eingefasst wurde das gesamte Gelände zunächst durch Weidenzäune. Nur zur späteren Kaiserstraße hin wurde ein schmiedeeiserner Zaun gezogen, unterbrochen durch drei große Zufahrtstore. Noch vor dem 1. Weltkrieg gab Bertram Sternenberg das Leben als Landwirt ganz auf und verpachtete seinen Hof. Bis zum Tod von Berta Sternenberg 1937 wurde die Villa als Wohnsitz genutzt.

Industrie-Standort[Bearbeiten]

Auf dem Gelände siedelten sich nacheinander drei Industrieunternehmen an:

Nachnutzung[Bearbeiten]

  • Das Gelände fiel 1973 an die Bundesvermögensverwaltung und wurde in begrenztem Umfang durch die Luftwaffe als Lager und Verwaltungsstandort genutzt.

Heute: Wohnbebauung[Bearbeiten]

Anfang 2007 erwarb der Investor Henry R. Faktor aus Frankfurt am Main das Grundstück. Seine "Köln-Porz-Kaiserstraße Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG" errichtete in den folgenden Jahren unter dem Namen "Kaiserhöfe" auf dem Gelände 85 Wohneinheit in Geschossbauweise und 22 Reihenhäuser. Das Herrenhaus des Sternenberger Hofes überdauerte Jahrzehnte als Verwaltungsgebäude der Industrieunternehmen und der Bundeswehr. Erst im April 2007 musste es ebenso wie einige frühe Fabrikhallen der neuen Wohnsiedlung weichen.

"Kerngesunde, hundert Jahre alte Buchen, Kastanien, Erlen und Akazien wurden in einer Vielzahl innerhalb weniger Tage gefällt und entfernt. Die „Villa“, die von 1899-1902 im Jugendstil gebaut, zwar an der äußeren Fassade aus „Zweckmäßigkeitsgründen“ im Krieg umgebaut wurde, aber im Inneren gut erhalten war, riss man ab. Der örtlich zuständige Politiker wurde aktiv, hat sich massiv beschwert, aber gehört hat man dann nichts mehr"[1].

Heute erinnert nur noch eine lange, 1948 errichtete rote Backsteinmauer längs der Kaiserstraße an die industrielle Nutzung, nicht aber an den Park.

Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]

Speck, Friedhelm: Urbach. Geschichte und Geschichten. Köln 2016; Ausschnitt auch online: (Link)

  1. Speck, Friedhelm: Urbach, S. 85.