Hauptstraße 456

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Das Gasthaus 1915

Geschichte des Gasthauses[Bearbeiten]

Dieser Standort an der Verbindungsstraße Zündorf-Mülheim ("Ordinari Landstraß") war Jahrhunderte hindurch ideal für ein Gasthaus. Dass es hier tatsächlich frühe Wirtshäuser gegeben hat, bezeugt die Baubeschreibung der neuen Porzer Hauptstraße aus dem Jahr 1764. Nach ihr soll die neue Straße von Zündorf kommend als "grad bis auf die ordinari Landstraß an dem sogenannten Brauhaus laufend" reichen[1].

An der Ecke Steinstraße/Hauptstraße steht seit 1903 bis heute ein zweistöckiges, großes Gebäude, errichtet von Johann Röseler. Auch die Nachbarhäuser Nr. 164 und 162 (heute Nr. 454 + 452) ließ Röseler ein Jahr später, um 1904/05 errichten. Er war wohl zuvor bereits Gastwirt in Nippes[2]. Zum 1. Dezember 1905 meldete er beim Amtsgericht Mühlheim zusammen mit dem Wirt Josef Klim aus Nippes die Firma Johann Röseler & Co. OHG (A 264) in Porz an. Im Folgejahr 1906 erbaute er dann im Hof für diese Destillier- und Likörfabrik eine Destillerie und einen Faßschuppen. Röseler eröffnete sein Wirtshaus Gastwirtschaft zu den vier Winden am 26. Juni 1909 an der damaligen Hauptstraße 166 (heute Nr. 456). Das Gasthaus hatte auch ein Orchestrion. 1913 bot er sein kleines Fabrikgebäude zur Vermietung oder zum Verkauf an, das Likörgschäft war wohl nicht erfolgreich. Erst 1919 wurde diese OHG amtlich gelöscht. Der Gastwirt posiert auf Postkarten aus den Jahren um 1917 und um 1919 stolz am Eingang. Zur Jahresmitte 1924 war der Wirt verstorben und seine Witwe wohnte mit dem Sohn Clemens (1892-1960)[3] im ersten Stock des Gebäudes.[4]
Der nächste Besitzer des Restaurant Röseler hieß Edmund Kuhlen. Er bewarb das Gasthaus ebenfalls auf einer Ansichtskarte, die auch die Innenräume zeigt. Der Werbetext: "Gutes bürgerliches Haus. Schönes Gesellschaftzimmer. 3 Min. von der Haltestelle der Elektr. und Schiffahrt".

Nach weiteren Gastwirts-Wechseln wurde in den 1970er Jahren Jochan Tsiolmektsidis Pächter. Im November 1974 brannte die Gaststätte völlig aus, im Dezember 1976 beschlagnahmten Zivilpolizisten bei einer "Razzia" aufgrund des Verdachts verbotenen Glückspiels willkürlich Bargeld aus den Taschen kartenspielender griechischer Gäste[5]. Auch heute ist das Eckhaus Nr. 456 noch ein Gasthaus - seit 1990 wird es als Steakhaus betrieben.

Inhaber/Pächter[Bearbeiten]

Zu den 4 Winden

  • 1909 - vor 1924 Jahre: Johann Röseler

Restaurant Röseler

  • 1924-1928: Clemens Röseler
  • 1930-1939: Edmund Kuhlen
  • um 1951: Paul Henkenherm
  • um 1960: Franz Ohrem

Gaststätte Kastaria

  • um 1974/76: Jochan Tsolmektisdi
  • (...)

Steakhaus Casanova Argentina

  • seit April 1990 - Inhaber heute: Stephan Kuhnt, Argentina Steakhouse GmbH

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Foto um 1975, Rheinisches Bildarchiv Köln (Link)

  1. vgl. Mahlberg, Hermann Josef: Johann Georg Leydel. In: Rechtsrheinisches Köln 4.1978
  2. vgl. Geburtsmeldung für seinen Sohn Peter, Rheinischer Merkur v. 9.11.1894.
  3. Die 1924 errichtete Familiengrabstätte befindet sich auf dem Friedhof Porz. 2023 war sie - obgleich von der Stadt Köln als historisch ausgewiesen - von Efeu überwuchert und die Namenstafel des Ehepaars Johann Röseler völlig verwittert und unlesbar.
  4. Tochter Gertrud hatte bereits um 1915 geheiratet. Im September 1928 bot Clemens Röseler das Orchestrion mit 30 Notenrollen "teilungshalber" zum Verkauf an, 1929 dann ein elektrisches Klavier. 1932 sucht seine Ehefrau ein Lehrmädchen für "Haushalt und Geschäft (Backwaren)"
  5. Die damaligen Vorurteile der Deutschen zeigt sich auch an der Schlagzeile des damaligen Berichts "Verbotene Glücksspiele? - Staatsanwalt ermittelt", KStA Porz v. 23.12.1976.