Hauptstraße 341

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Historie[Bearbeiten]

Dieses Gebäude in Porz an der Ecke zur Bennauerstraße erbaute 1914 die Familie Tobias unter der damaligen Nummer Hauptstraße 51. Vater Albert Tobias (1878-1942) war ein jüdischer Metzger, geboren als jüngster Sohn von Moritz Tobias und seiner Frau Helene geb. Sommer[1] in Niederzündorf. 1908 heiratete er Bertha, geb. Herrmann (1884-1942), 1909 eröffnete er zunächst in der damaligen Hauptstraße 38 eine Ochsen- und Schweinemetzgerei. Albert Tobias war auch im Porzer Karneval aktiv, von 1926 bis 1933 als Kommandant der Schützengilde Porz. Das Ehepaar führte die Metzgerei bis 1942, seit 1935 unter den Bedingungen des zunehmenden Boykotts jüdischer Geschäfte. Anfang des Jahres 1942 wurde Albert im Siegburger "Auffanglager" interniert. Am 15. Juni 1942 folgte dann gemeinsam mit seiner Frau die Deportation in den Osten, vermutlich in das Vernichtungslager Sobibor in Polen.

Die Todesdaten ihrer Ermordung sind nicht bekannt. Ihrem Sohn Kurt Tobias (*1910) gelang mit seiner Ehefrau Magdalena Margot Marcus die Flucht über England in die USA. Zur Erinnerung liegen vor der Hauptstraße 341 zwei Stolpersteine. Zudem trägt in Zündorf eine Seitenstraße der Schmittgasse den Namen Albert-Tobias-Weg.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. Der Vater wurde 1905 in Deutz beerdigt, die Mutter auf dem jüdischen Friedhof in Zündorf.