Frankfurter Straße 725

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Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten]

AK-Ausschnitt um 1964, Verlag Paul Sprenger
Der Gasthof um 1990 (Prospekt-Ausschnitt)

Dieses markante Gebäude am Hochkreuz gehörte noch so gerade zur Ortschaft Eil, wenngleich es sich weit nordwestlich der Eiler Ortsbebauung befand und auch früher häufig Gremberghoven zugerechnet wurde. Zunächst stand hier nur das Fabrikkontor der Dynamitfabrik Eil. In ihm wohnten unter der Adresse Hauptstraße 100 der Betriebsleiter sowie in einem Nebengebäude unter der Adresse Hauptstraße 98 weitere Betriebsmitarbeiter. Im Jahr 1881 war Johann Matthias Kauff Portier der Dynamitfabrik, im Jahr 1888 heirateten seine Tochter Maria Catharina Gertrud Kauff (*1867 in Köln) und Conrad Schnell aus Ostheim (*1860 Höhenberg). Um 1904 war Conrad Schnell seinerseits Portier des Werkes. Er baute 1910 direkt benachbart ein neues Wohn- und Gasthaus. Zunächst eröffnete er hier Ende November 1910 einen Ausschank alkoholfreier Getränke, verbunden mit einer Kaffeewirtschaft[1]. 1913 findet sich für ihn dann die Bezeichnung Wirt. Anfang der 1920er Jahre bestand auch ein großer Festsaal, der vorwiegend von Vereinen aus Gremberghoven genutzt wurde, im Januar 1923 auch als Gottesdienstraum des katholischen Seelsorgebezirks Gremberghoven. 1937 erhielt das Gebäude die Adresse Frankfurter Straße 97. Bis zu seinem Tod im April 1939 blieb Conrad Schnell weiterhin als Wirt aktiv.

1940 erbte Tochter Anna das Gebäude. Sie führte das Gasthaus gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernst Weichhaus (*1905) fort. 1960 trug das Gebäude die Adresse Frankfurter Straße 269. 1971 hatte sich die Hausnummer erneut geändert, diesmal in seine heutige Gebäudenummer Frankfurter Straße 725. Das Ehepaar wohnte hier weiterhin, ob es aber auch als Wirtsleute noch aktiv war, ist unklar.

Das Gebäude blieb ein Wirtshaus - als Gasthaus zum Hochkreuz bzw. Restaurant Hochkreuz - unter häufig wechselnden Pächtern. In den 1960 Jahren fanden im Saal wochenends Tanzveranstaltungen mit Livemusik statt, in den 1970er Jahren karnevalistische Auftritt des Damenkommitees Blau Weiß Gremberghoven. Dann wechselte mit den Pächtern die Ausrichtung der Speisekarte: griechisch, jugoslawisch, russisch, türkisch. Mindestens seit 2010 bis 2013 firmierte hier der "Gasthof Hochkreuz. Restaurant & Steakhaus" mit internationalen Spezialitäten und russischer Küche. Doch die Wirtsleute und Inhaber sind unbekannt.

Im Sommer 2015 wurde das Restaurant unter Leitung der Familie Can mit türkischen und mediterranen Speisen zunächst unter dem Namen Nirvana neu eröffnet. Im Jahr 2020 erfolgte eine Umbenennung in Nevizade. Am 28. April 2022 zerstörte ein Kaminbrand das obere Stockwerk und den historischen Dachstuhl, seitdem ist das Gebäude eine Ruine. Nur die Grundmauern stehen noch.

Inhaber, Pächter[Bearbeiten]

Wirtschaft Schnell

  • um 1913 - 1939 Conrad Schnell

Gasthof / Gasthaus / Restaurant Hochkreuz

  • 1940 bis nach 1951 - Ernst Weichhaus

(...)

  • um 2010 - 2015 unbekannt

Nirvana / Nevizade (ohne Alkohol-Lizenz)

  • 2015 - 2022: Familie Can (GASTRO GTX GmbH)

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]


  1. vgl. Inserat Porz-Urbacher Volksblatt v. 26.11.1910