Berliner Straße
Historisches[Bearbeiten]

Diese neu gebaute Straße in Westhoven benannte der Gemeinderat Heumar am 8.8.1911 zunächst Bahnhofstraße. Denn sie verband zu dieser Zeit das Dorf Westhoven von der Oberstraße mit dem zum Güterbahnhof ausgebauten Haltepunkt Westhoven der neuen Kleinbahn, die seit 1909 von Deutz nach Porz führte. Die Straße endete bis zur Mitte der 1920er Jahre vor den Gleisanlagen und Laderampen, ermöglichte also kein Weiterkommen zur Kölner Straße. Das zwischenliegende Gelände gehörte der Ziegelei Westhoven (Gebrüder Mannesmann) und noch nicht der Gemeinde Heumar.
In dieser Straße lag der Haupteingang zu den Mannesmann-Mulag-Werken. Direkt gegenüber in der Bahnhofstraße 10 (heute Berliner Straße 11, überbaut) wollte der gelernte Schmied Johann Koch (*1882 Westhoven) daher als Kriegsbeschädigter 1919/20 im Haus seines Vaters Jakob Koch ein Gasthaus eröffnen. Dies wurde ihm jedoch auf Einspruch des Bürgermeisters Schmitz-Hübsch vom Kreisausschuss Mülheim verwehrt, weil es in Westhoven für 765 Einwohner bereits sechs Gasthäuser gebe. Auch ein unterstützendes Schreiben des Mannesmann-Werkes, dase keine Kantine für ihre Arbeiter besaßen, half nicht weiter. Der Ausschuss störte sich daran, dass die Straße zu dieser Zeit noch eine weitgehend unbebaute Stichstraße ohne Verbindung zur Kölner Straße war. Zudem wurde seine kriegsbedingte Lungenverletzung nun gegen ihn gewendet: Es bestände die "Möglichkeit einer tuberkulösen Infektion mit Gefahren" für die Gäste.
Die Ziegelei Westhoven errichtete in dieser Straße um 1920/1921 ein Versuchshaus aus vorproduzierten Mannesmann-Platten. Dies war das erste Fertighaus Deutschlands aus Betonplatten nach Plänen von Reinhard Mannesmann. Die Umbenennung von Bahnhofstraße in Berliner Straße erfolgte erst nach der Eingemeindung nach Köln 1975.
Straßenabschnitte[Bearbeiten]
- Ab Kölner Straße bis Hans-Kalscheuer-Straße; 5-9 (S) 2 (N)
- bis Drosselstraße; 11-17 (S) 8-24 (N)
- bis Gartenstraße; 19-33 (S) 26-36 (N)
- bis Oberstraße
Veränderte Hausnummern, historische Abzweige[Bearbeiten]
- Die Hausnummern der Straße wurden, vermutlich bei der Umbenennung von Bahnhofstraße zu Berliner Straße, verändert. Vorher trugen die Gebäude auf der Südseite gerade Hausnummern.
Denkmalgeschützte Bauwerke[Bearbeiten]
Unter Denkmalschutz steht:
- Abschnitt 3: Nr. 29, Wohnhaus von 1913
Historische Bauwerke[Bearbeiten]
- Abschnitt 2: Nr. 11 Wohn- und Geschäftshaus
- Abschnitt 2: Nr. 18-20 Doppelhaus von 1913 (nur Nr. 18 Fassade noch authentisch)
- Abschnitt 3: Nr. 27 (abgebrochen: Versuchs-Plattenhaus Mannesmann)