Banken und Sparkassen

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Vorbemerkungen[Bearbeiten]

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Gebiet des heutigen Stadtbezirks Köln-Porz Kreditinstitute gegründet. Ihre Vorläufer - Waisen- oder Leihkassen - gab es hier nicht. Wer Geld brauchte, konnte sich schon im Mittelalter an Kölner Privatbankiers wenden (seit ca. 1780/90: Herstatt, J.H. Stein, Oppenheimer) oder nahm einen privaten Kredit bei einem regional tätigen Geldverleiher auf. Ab 1826 bestand zudem die Sparkasse Köln als Anstalt des öffentlichen Rechts.

Bis 1874 war in Preußen der Thaler die gültige Währung, ab 1874 dann reichseinheitlich die (Reichs-)Mark. Erst ab 1908 sind auch Banknoten gesetzliche Zahlungsmittel.

Kreditinstitute im Raum Porz[Bearbeiten]

Genossenschaftsbanken[Bearbeiten]

Im Jahr 1879 gründeten Bürger in Poll einen Darlehnkassenverein. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Gutsbesitzer von Rolshoven, Theodor Frengler, bestimmt[1].

Ein Jahr später gründete sich am 12. Dezember 1880 in Wahn der Wahner Darlehnscassen-Verein, eingetragene Genossenschaft. "Der Verein hat den Zweck, in erster Linie seinen Mitgliedern die zu ihrem Geschäfts- oder Wirthschaftsbetriebe nöthige Geldmittel unter gemeinschaftlicher Garantie in verzinslichen Darlehen zu beschaffen, sowie Gelegenheit zu geben, müßig liegende Gelder verzinslich anzulegen."[2] Den ersten Vorstand bildeten als Vereinsvorsteher Kuno Maximilian Freiherr von Eltz-Rübenach, zudem Joseph Hamacher, Barthel Giesen und Christian Wolf.

In Ensen entstand ein entsprechender Kreditverein im Jahr 1892. Erst im Jahr 1952 verschmolz er mit der Genossenschaftsbank aus Poll. Als die Raiffeisenbank Köln-Poll-Ensen im Jahr 1981 unmittelbar am Ensener Marktplatz ein neues Gebäude bezog, prägte sie zu diesem Anlass drei Serien von Medaillen im Durchmesser von 30 Millimeter. Jede Mdaille zeigt auf der einen Seite mit Inschrift die "Nikolaus-Kapelle Westhoven. Erbaut Anno 1128", auf der anderen Seite mit Inschrift das "Wappen von Ensen-Westhoven" und das Ausgabejahr "1981". Verkauft wurden jeweils in blauem Säckchen mit dem Aufdruck "Raiffeisenbank Köln-Poll-Ensen eG" die Zinnmünze und die Kupfermünze für jeweils 5 DM sowie die Silbermünze für 30 DM. Doch bereits zum Jahresende 1988 wurde die Raiffeisenbank Köln-Poll-Ensen eG aus dem Register des Amtsgericht Köln gelöscht.

Insera; General-Anzeiger v. 2.9.1910

Sparkassen[Bearbeiten]

Das Statut der 1856 gegründeten Sparkasse des Landkreises Mülheim unterzeichneten auch Vertreter der damaligen Bürgermeisterein Wahn und Heumar. Denn alle Gemeinden des Kreises hatten zur Absicherung der Sparkassengelder beizutragen und erhielten im Gegenzug Gewinnüberschüsse. Zur Jahresmitte 1899 fasste der Kreistag den Beschluss, in sämtlichen Gemeinden Filialen zu gründen. Daraufhin enstand 1901 eine Zweigstelle in Wahn und 1902 eine weitere Zweigstelle in Porz[3]. Die Porzer Filiale leitete zunächst der Gemeinde-Rentmeister Jakob Bennauer in den Diensträumen der Gemeindekasse, damals ein Hinterhaus des Bennauer-Hauses in der Hauptstraße 68 (heute etwa Nr. 380). Anfang 1906 übernahm dessen Sohn Franz Bennauer.

Im Jahr 1910 entschloss sich die Gemeinde Heumar, eine eigene Gemeinde-Sparkasse Porz zu errichten. Dies genehmigte der Oberpräsident der Rheinprovinz und die Kasse wurde zum 15.6.1910 errichtet. Daraufhin wurde die Zweigstelle Porz der Sparkasse des Landkreises Mülheim zur Jahresmitte geschlossen. Zudem wurde die Personalunion von Leitung der Gemeindekasse und der Sparkasse nicht fortgesetzt, die Geschäftsräume befanden sich zunächst im Porzer Rathaus. Im Jahr 1913 bezog die Gemeindesparkasse dann das Erdgeschoss des Gebäudes Hauptstraße 80 (heute Hauptstraße 394).

Wie die gesamte deutsche Kreditwirtschaft beteiligte sich auch die Gemeindesparkasse Porz ab September 1914 an der Ausgabe von Kriegsanleihen. Insgesamt neun Anleihen im Umfang von 98 Milliarden Mark deckten rund 60 Prozent der deutschen Kriegskosten. Noch am 4. November 1918 findet sich im Kölner Lokal-Anzeiger ein entsprechender Aufruf der Sparkassen. Zwar wurden diese Anleihen nach dem verlorenen Krieg vom deutschen Staat zurückgezahlt. Doch zwischenzeitlich waren sie durch Inflation und Hyperinflation der Nachkriegsjahre faktisch wertlos geworden.

Zur Jahresmitte 1925 fasste der Gemeinderat Heumar den Beschluss, die Gemeindesparkasse in die Kreissparkasse der Landkreise Köln und Mülheim einzubringen[4]. Ab Frühjahr 1929 bis in das Jahr 1950 befand sich die Kreissparkassse Köln im Erdgeschoss des Gebäudes Bahnhofstraße 11. Dann bezog das Geldinstitut größére Räume im damaligen Neubau Bahnhofstraße 27.

Banküberfall ![Bearbeiten]

Am Morgen des 18. September 1930 wurde die Filiale von drei mit Pistolen bewaffneten Männern überfallen. Es gab weder Alarmvorrichtung noch eine Waffe, der offene Schaltertisch trug lediglich einen Glasaufsatz. Während die Täter rund 8.000 Mark erbeuteten, entkam ein Sparkassenangestellter und rannte zum Rathaus, um die Polizei zu benachrichtigen. Vor der offenen Tür versammelten sich bereits Schaulustige. Die Bankräuber flüchteten nach der Tat "in wahnsinnigem Tempo" in einem gestohlenen Fahrzeug über Hauptstraße und Steinstraße und entkamen schließlich in Mülheim zu Fuß ihren Verfolgern[5].
Bereits am folgenden Tag gab es in Aachen eine Festnahme. Ein bereits verdächtigter junger Mann aus Efferen mit Verbindungen zu Autodieben hatte sich und seine Aachener Braut dort neu eingekleidet und ihr Schmuckstücke gekauft. Wenige Tage später wurde ein zweiter Täter ermittelt und verhaftet. Der dritte Täter wurde Mitte Oktober 1930 bei einem bewaffneten Raubüberfall in Düsseldorf erschossen. Alle drei hatten mit weiteren Tätern bereits verschiedene Raubüberfälle im Köln-Düsseldorfer Raum begangen[6].

Sparvereine[Bearbeiten]

  • In Urbach bestand mindestens seit 1901 der gemeinnützige Urbacher Spar- und Darlehnskassenverein (Raiffeisenscher Organisation). Zwischen 1901 und 1914 ist mit diesem der Name des Kaufmanns und Spezereihändlers Josef Linden und seiner Frau Barbara, geb. Engels verknüpft, sie übernahmen Bürgerschaften, vegaben aber auch unmittelbar Kredite gegen Schuldurkunden. 1903 hatte der Verein 200 Mitglieder, zumeist Arbeiterfamilien. 1926 war der Lehrer Johann Barz Voorsitzender. Der Verein bestand noch zu Beginn der 1950er Jahre.
  • Auch in Ensen ist ab mindestens 1901 ein Ensen-Westhovener Spar- und Darlehnskassen-Verein eGmbH tätig. Er veröffentlich Mitte 1902 die Jahresbilanz 1901. Danach betrug die Bilanzsumme 119.211 Mark. Es waren Darlehen in Höhe von 105.090 Mark vergeben bei Einlagen von 106.192 Mark. Zum Jahresende 1901 hatte der Verein 101 Mitglieder, zum Jahresende 1909 dann 140 Mitglieder. Seinen mehrjährigen Vorstand bildeten Johann Peter Reinold (Bauunternehmer), Bertram Jakobs und Johann Pütz[7].
  • Zudem gab es um 1950 eine Spar- und Darlehnskasse in Zündorf.

Zeitlich befristeter Geldverkehr[Bearbeiten]

(Text)

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. vgl. 100 Jahre Raiffeisenkasse Köln-Poll-Ensen auf http://poll-am-rhein.de
  2. Genossenschafts-Register Nr. 42, Kölnische Zeitung v. 23.12.1880
  3. Die Wahner Filiale wurde zu Beginn des Ersten Weltkriegs geschlossen und erst 1929 wieder eröffnet. Im Gemeindegebiet wurde vor 1945 lediglich eine weitere Filiale in Heumar 1928 eingerichtet. Die Versorgung weiterer Ortsteile begann erst zwischen 1956 und 1965.
  4. Zwei Jahre zuvor, am 1.1.1923 hatte die "Kreissparkasse Mülheim" mit der "Spar- und Darlehenskasse des Landkreises Köln" fusioniert. Die neue Bank nannte sich fortan zumeist "Kreissparkasse Köln" und übernahm in Porz zunächst den Standort Hauptstraße 80 als Hauptzweigstelle.
  5. vgl. Kölner Lokal-Anzeiger v. 18.9.1930
  6. vgl. Kölnische Zeitung v. 4.12.1930
  7. vgl. Rheinische Volksstimme v. 14.6.1902.