Niveauvoller Chanson-Abend in Zündorf

Alice Eßler und Simone Ludwig (Fotos © porzerleben.de)

Voll besetzt war die Pauluskirche am letzten Samstagabend, als die Sängerin Alice Eßer und die Zündorfer Pianistin Simone Ludwig zum Chanson-Abend geladen hatten.

Alice Eßer – elegant-mondän in Abendanzug und roter Boa – ließ eine Distanz zum Publikum erst gar nicht aufkommen: charmant und unverblümt stellte sie sich gleich zu Beginn mit den Zuhörern auf „Du“. Zusammen mit dem kölschen Einstieg – „Monchmol“ von Trude Herr – war eventuell vorhandenes Eis ohnehin sofort gebrochen.

Das Programm mit Chansonklassikern zog alle Register: Lieder auf deutsch, französisch und kölsch, humoristische, gefühlvolle, freche und auch nachdenkliche Töne. Lieder großer Sängerinnen – Zarah Leander, Edith Piaf, Hildegard Knef –  aber auch von Gilbert Becaud und Friedrich Hollaender.

Alice Eßer beherrscht es, die in weiten Teilen bekannten Stücke eigenständig zu interpretieren und dennoch ihren nostalgischen Charakter zu wahren. Und sie trägt die Chansons nicht vor, sondern sie  findet stets passende Gesten bis hin zu vollends schauspielerischen Passagen. Zwischen den Stücken moderiert sie sich auf amüsante Weise selbst und bleibt stets mit den Zuhörern im Dialog. Mit Simone Ludwig hat sie eine souveräne Begleiterin, die den Wendungen der Sängerin nahezu schlafwandlerisch zu folgen versteht und eigene musikalische Akzente setzt.

Das Publikum war begeistert und ließ sich mehrfach zum Mitsingen animieren, wobei man mit dem „Weißen Rössl am Wolfgangssee“ auch gerne einmal das Chanson-Niveau verlassen hat. Etwas problematisch war die Akustik der Kirche, die die starken Frauen in Gesang und am Klavier oftmals etwas zu sehr in Konkurrenz treten ließ.

 

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