Sommernachtstraum auf Schloß Wahn

Besucher im Schloss (Foto: Drew)

Besucher im Schloss (Foto: Drew)

Universität veranstaltete „Eine Nacht mit William Shakespeare“

Eine im wahrsten Sinne des Wortes „zauberhafte“ Veranstaltung war am letzten Freitag auf Schloß Wahn zu erleben: Selbst das derzeit unstete Wetter fügte sich der besonderen Macht von Wort und Musik und bescherte den Konzerten im Schloßhof einen warmen und weitgehend trockenen Abend. Eingeladen hatte das Collegium Musicum der Universität Köln, um der „Präsenz Shakespeares in der Musik nachzuspüren“ – vor 400 Jahren ist der Dichter verstorben.

Norbert Kentrup und Dagmar Papula (Foto: Drew)

Norbert Kentrup und Dagmar Papula (Foto: Drew)

Neben Musik aus der Shakespeare-Zeit – Madrigale, Lautenmusik – stand die Aufführung der Ouvertüre und Schauspielmusik „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Mittelpunkt. Der Wahner Schloßhof bildete eine wunderbare Kulisse für dieses heiter-leichtlebige Elfenstück. Unter der Leitung von Dirigent Michael Ostrzyga spielte das Kammerorchester der Universität Köln unter der Mitwirkung von Damen des Kammerchors. Die Schauspieler Dagmar Papula und Norbert Kentrup führten durch die Erzählung und haben es verstanden, äußerst facettenreich die verschiedenen Figuren der Shakespeare-Komödie lebendig werden zu lassen. Auch die Solistinnen Cecilia Acs (Sopran) und Esther Valentin (Mezzosopran) agierten auf hohem Niveau. Ein insgesamt kurzweiliges und berührendes Konzerterlebnis, wenn auch die „Störgeräusche“ einer Freiluftaufführung oftmals den zarten Klängen der Sommernachtsmusik ein wenig die Wirkung raubten.

Eins von 450 Bühnenmodellen (Foto: Drew)

Eins von 450 Bühnenmodellen (Foto: Drew)

Ergänzt und illustriert wurde die Shakespeare-Nacht durch eine Ausstellung der Theaterwissenschaftlichen Sammlung, die auf Schloß Wahn residiert und Gastgeber des Abends war. Aus ihrem Fundus hatte sie verschiedenste Szenefotografien, Bühnenbildentwürfe und -modelle zu historischen Shakespeare-Aufführungen zusammengestellt – ein weiterer „Leckerbissen“ für Theaterliebhaber. Das Publikum durfte durchs Schloß flanieren, im Innenhof essen und trinken oder auf der Wiese auf die nächste Darbietung warten, wodurch insgesamt ein wenig britische „Proms in the Park“-Atmosphäre entstand.

Ein rundum gelungener Abend vor einem weitgehend akademischen und innenstädtischem Publikum. Es wäre zu wünschen, dass Schloß Wahn als attraktiver kultureller Standort mit seinem schönen Innenhof auch von der Porzer Bevölkerung häufiger wahrgenommen werden könnte.

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