Die Porzer Polizei – Ihre Aufgaben und ihr Umgang mit aktuellen Porzer Problemen

Volles Haus auf der Bürgersprechstunde

Die Bürgersprechstunde des Bürgerverein Porz-Mitte e.V. (BVPM) am 17. Oktober 2017 war mit 42 Gästen sehr gut besucht. Sigrid Alt begrüßte die beiden Referenten und die Presse und betonte eindeutig, dass die hiesige Polizei gute Arbeit leistet.

Hauptkommissar Helmut Dürre ist 54 Jahre alt und kommt aus Köln-Kalk. Er ist seit 1995 in Porz tätig. Wilhelm Lindenstock ist seit 1985 in Porz. Er war jedoch mit Unterbrechungen auch im restlichen Stadtgebiet Köln beschäftigt. Seit 2004 ist er wieder in Porz tätig.

Der bezirkliche Schwerpunktdienst in Porz umfasst folgende Hauptaufgaben: Erledigung von Haftbefehlen für die Staatsanwaltschaft, Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Beschwerdedienst für Bürgerinnen und Bürger, Sicherung von Veranstaltungen in Porz, Köln und – bei Bedarf – auch außerhalb der Landesgrenzen. Alle vorplanbaren Einsätze werden von den Porzern mitgetragen. Die Sicherungsmaßnahmen bei Fußballaustragungen gehören nicht zu den häufigsten Maßnahmen, jedoch binden die Terroristenfahndung und die Silvestereinsätze in Köln die Polizei in hohem Maße. Auch dieses Jahr werden zum Jahresende wieder ca. 2.000 Einsatzkräfte in Köln vor Ort sein.

Bezirkliche Beamte besuchen Schulen und Kitas und begleiten Veranstaltungen wie Martinsumzüge und Karneval. Ein Schwerpunkt ist hier die Jugendarbeit im Vorfeld, da die Problematik mit Jugendlichen in Porz zugenommen hat. Sie werden angesprochen, festgenommen, zu Jugendämtern gebracht. Außerdem werden die Eltern entsprechend unterrichtet. Oft sind jedoch der Polizei die Hände gebunden, da die Jugendlichen noch nicht strafmündig sind.

Auf die Bürgerfragen in der Runde antworten und diskutieren die Herren wie folgt:

• Anwohner haben geäußert, aus der City und vom Rhein fortzuziehen, um dem Angstpotential, das sich derzeit in Porz-Mitte ausbreitet, zu entfliehen. Vor allem in den Abendstunden sei es in der City vom Busbahnhof oder Straßenbahnhaltestelle her, auf der Rheinpromenade oder auf dem Leinpfad nicht mehr möglich, angstfrei den Nachhauseweg anzutreten. Jugendgruppen unter 14 Jahren treiben in der City, auf dem Friedrich-Ebert-Platz, am Rheinufer und am historischen Pavillon ihr Unwesen.

• Die Polizei regte Kameraüberwachung am Busbahnhof und der Straßenbahnhaltestelle Porz-Markt an, diese wurde jedoch zugunsten einer Überwachung der Frankfurter-/Rösrather Straße abgelehnt. Eine hellere Beleuchtung am Rheinufer wird auch von der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern befürwortet, wurde jedoch von der Rheinenergie AG, nach Eingabe der Bezirksvertretung Porz, als „ausreichend“ bezeichnet. Das Anbringen von Kameras, z. B. am Rathaus und historischen Pavillon, ist derzeit aufgrund der Rechtslage nicht erlaubt.

• Auch unser Bürgeramtsleiter Norbert Becker wünscht sich an prekären Stellen die Überwachung durch Kameras. Er erzählt von einem Modellversuch „Streife am Rheinufer“ in Köln. Neben Ordnungsamtsmitarbeitern wird die Freitreppe von Mitarbeitern der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (KGAB) bewacht. Es handelt sich um eine städtische Tochter, die sich um die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen kümmert. In drei Schichten sind dort bis zu drei Mitarbeiter vor Ort. Eingreifen dürfen sie nicht. Wenn etwas passiert, benachrichtigen sie die Polizei oder die Stadtverwaltung/Ordnungsamt

• Auch sind die vielen Polizei- und Feuerwehreinsätze an Hauptstraße und Friedrich-Ebert-Ufer (Höhe der prekären Jugendeinrichtungen) sehr störend. Gemäß Aussage der Herren sind polizeiliche Einsätze dort seltener, bezüglich der übrigen Einsätze seien sie nicht unterrichtet.

• Bei auftauchenden Problemen mit unvorhersehbarem Ausgang oder bei Bedrohung und verbalen Attacken durch die derzeit herumstreifenden Jugendlichen empfiehlt die Polizei, sofort mit dem Handy die 110 zu wählen. Betroffene sollen versuchen, sich unaufgeregt und ohne Kommentare bzw. Handgreiflichkeiten aus dem Bannkreis der Gruppe zu entfernen, Geschäfte oder Restaurants aufzusuchen und von dort aus die 110 anzurufen.

• Die Polizei ist bei solchen Anrufen im Normalfall schnell zur Stelle. Sie fordert Polizeihunde an, zeigt die Randalierer an, die sich auch gerne mit der Polizei prügeln. Sie sind der Polizei meist namentlich bekannt. Platzverweise werden erteilt und überwacht. Verstöße werden mit € 400 geahndet. Die Älteren müssen das Bußgeld selbst bezahlen, notfalls werden die Eltern herangezogen. Bei Nichteinhaltung wird das Gericht eingeschaltet. Leider wird oft danach zugunsten einer Resozialisierung zu milde geurteilt.
Es hat sich im letzten Jahr gezeigt, dass die vermehrten Anrufe der Telefonnummer 110 aus Porz sich auf die Statistik ausgewirkt haben, was zur Folge haben wird, dass hier mehr Personal eingeplant und eingesetzt wird.

• Die Bürgerinnen und Bürger wollen die Polizisten auf der Straße sehen, um das Angstgefühl zu mindern.

• Nach dem starken Abbau der Polizeikräfte in den vergangenen 15 Jahren, ist die Ausbildung neuer Polizistinnen und Polizisten so schnell nicht aufzuholen. Es werden weitere 2-5 Jahre vergehen, dem nachzukommen.
Die Ausbildung von Polizistinnen und Polizisten stellt hohe physische und psychische Anforderungen an die Anwärter. Nicht alle bleiben während der Ausbildung bei der Stange. Auch gehen jedes Jahr viele Beamte in Pension. Die Auszubildenden dürfen noch keinen Dienst an der Waffe ausüben. Deshalb fahren sie nur als Praktikanten mit den Polizisten mit.

• Zurzeit ist das Personal der Polizeiwache für Porz noch nicht aufgestockt worden. Es sind ca. 25 Polizisten auf der Wache. Die Polizei wird umstrukturiert. Die Statistik hat dazu geführt, dass Bereiche anders zugeschnitten werden, z. B. wird die Wache Porz-Wahn aufgegeben. Die Kollegen kommen nach Porz oder werden pensioniert. 2018/19 wird es 3 Bezirksbeamte mehr geben.

Der BVPM und viele Bürgerinnen und Bürger bedauern es sehr, dass uns Herr Lindenstock nach 13 Jahren in Porz aufgrund von Umstrukturierungen und Neubesetzungen für „unser Veedel“ nicht mehr zur Verfügung steht. Seine langjährige Tätigkeit hier im Zentrum garantierte uns Know-how an allen problematischen Ecken und ihrer Klientel. Wir würden uns sehr wünschen, er bliebe!

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