Siedlung Möckeburg



Historie[Bearbeiten]
Diese von den Porzern Möckeburg genannte Siedlung entstand als zweite Arbeiterkolonie im Porzer Raum. Der Name enthält das hochdeutsche Wort "Mücken" und verweist damit scherzhaft auf die Mückenpopulationen, die vermutlich beim Bau der Siedlung hier vorhanden waren. Auf Flächen Westlich und östlich der Poststraße (damals auch Wahnerstraße genannt) errichtete der Besitzer der Adelenhütte, Carl Otto Meurer, um 1905/06 für seine Mitarbeiter neun Gebäude, darunter vier als Doppelhäuser. Auf dem zum Werk gehörenden Areal hatte er schon 1883 die Errichtung der ersten kleinen evangelischen Kirche in der Region, der Lutherkapelle, durch die Bereitstellung des Baumaterials gefördert. Die meisten Häuser standen längs einer Stichtraße, die westlich von der Poststraße abzweigte. Zwei östlich der Poststraße errichtete Häuser mussten für den Bau der Straßenbahntrasse nach Zündorf um 1915 bereits wieder niedergelegt werden. Die Gebäude südlich der Stichstraße trugen die Hausnummern Wahnerstraße 52/54 (Eckhaus), 48/50, 44/46, 42 und 40, die Gebäude an der Nordseite die Nummern 28, 36 und 38 (Kapelle).
Das Adressbuch 1913 zeigt als Bewohner:
- Nr. 28 - Schiefer, Peter Hubert, Schmelzmeister
- Nr. 36 - Schol, Wilhelm, Laborant
- Nr. 40 - Kehl, Heinrich, Fabrikarbeiter
- Nr. 42 - Will, Karl, Rentner
- Nr. 48 - Coppus, Heinrich, Fabrikarbeiter
- Nr. 50 - Born, Karl, Hüttenarbeiter
- Nr. 52 - Brühl, Peter, Fabrikarbeiter
- Nr. 54 - Heiden, Kornelius, Hüttenarbeiter
In der Eisenhütte wurden Gießschlacken zu Steinen gepresst, auch gab es hier eine Zementfertigung. Aus diesen Materialen bestanden auch die zweigeschossigen Häuser. Die lange leerstehende alte Kapelle wurde im Herst 1919 in ein Wohnhaus umgebaut. Die Straße und alle Wohnhäuser bis auf eins gingen später in den Besitz der REZAG über.
Neubebauung[Bearbeiten]
1961 legte der Architekt der REZAG, Eric Müller aus Zündorf, eine Planung für eine Neubebauung mit 40 Wohneinheiten vor. Grunderwerbsprobleme verzögerten die Umsetzung. So bestand die Möckeburg einschließlich der inzwischen zu einem Wohnhaus umgebauten alten evangelischen Kapelle noch im Jahr 1967[1]. Die Häuser wurden in den Folgejahren unmittelbar nach Auszug der Mieter abgebrochen. Der Straßenbeginn ist heute mit anderem Verlauf der östliche Beginn der Straße In der Adelenhütte, die Siedlung lag weitgehend auf der heutigen Brachfläche nördlich dieser Einmündung.
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
- ↑ vgl. KStA Porz v. 19.7.1967 (mit Fotos).