Kolonie Adelenhütte

Historie[Bearbeiten]


Bereits im Herbst 1891 errichtete die Gewerkschaft Carl Otto, auch Adelenhütte genannt, auf dem Rosenhügel im Norden von Zündorf ein erstes Beamtenwohnhaus[1] direkt an der Westseite der heutigen Hauptstraße. Das Doppelhaus erhielt später die Hausnummern 267/269. Es war 25,50 Meter lang und 10,45 Meter tief. Als Doppelhaus errichtet, hatte es zwei Eingänge, zwei Vollgeschosse und war voll unterkellert. Zu den zweiflügeligen Haustüren führten fünf Außenstufen hinauf. Jede Wohnung hatte im Erdgeschoss einen Flur mit Seitenerker. Zudem vier Zimmer mit Deckenhöhen von 3,40 Meter, sie verteilten sich auf Küche, Esszimmer, Wohnzimmer und einen weiteren Raum. Der Plan für den ersten Stock ist nicht erhalten geblieben. Sechs große Sprossenfenster je Wohnung lassen jedoch auf mindestens vier weiter Räume schließen. Auch im Dachgeschoss befand sich mindestens ein Zimmer, bis zu dem die Treppe hinaufführte.
1899 begannen erste Planungen für eine Arbeitersiedlung. Die damaligen Entwürfe zeigten kleine enge Häuschen mit eineinhalb Stockwerken und wurden nicht verwirklicht. Fünf Jahre später waren die Planungen ausgereift, 1905 errichtete die Lothringer Baugesellschaft AG aus Metz eine ganze Siedlung. Sie umfasste 10 Gebäude für jeweils vier Arbeiterfamilien, zudem ein weiteres Beamten-Doppelhaus,[2]. Die Siedlung hieß sowohl Arbeitercolonie Karl Otto als auch Colonie Adelenhütte. Die Arbeiterhäuser hatten für vier Familien zwei Seiten- und zwei Fronteingänge. Für jede Familie gab es im Erdgeschoss zur Frontseite ein Ess- und Wohnzimmer, zum Garten hin die Küche, im Garten angebaut den Abort mit Abortgrube, zudem einen Stall. Im ersten Stock befanden sich zwei Schlafzimmer für Eltern und Kinder, hier hatten die Fenster Gauben. Nur zum Garten hin waren die Häuser durch einen Raum unterkellert. Die vier Wohnräume hatten eine Gesamtfläche von rund 60 qm bei Schrägen im ersten Stock.
Die Wege rund um die Kolonie und von hier nach Zündorf blieben lange Jahre unbefestigt und waren besonders nach Regenfällen kaum passierbar. Die Straße an der die Häuser lagen, wurde ab den 1920er Jahren Kolonieweg genannt[3]. 1937 umfasste die Straße die Hausnummern 1-75. Zu dieser Zeit wurden die Häuser mit massiven Schornsteinen versehen[4]. Im Jahr 1960 heißt die Straße nun Rosenstraße.
Die Hausnummern der Häuser lauten heute:
- Irisweg 43-61
- Rosenstraße 1-55
Keines der Häuser steht unter Denkmalschutz.
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
- ↑ vgl. HAStK Best. 9401, P 159
- ↑ vgl. HAStK Best. 9401, P 237
- ↑ 1928 gründeten hier in in der Nr. 29 Otto und Agnes Walter einen Großhandel für Flaschenbier, der an verschiedenen Standorten in Zündorf bis zum Jahresende 2018 als Getränke Walter bestand.
- ↑ vgl. HAStK Best. 9030B A974 und Best. 9401 P226