Gasthaus Jägerhof

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Im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Lambert Will (+ vor 1876) findet sich erstmals als Gastwirt in der Kölnischen Zeitung, als er im August 1837 zur Westhovener Kirmes in seiner drei Tage bestehenden Zeltbude bei wohlbesetzter Tanzmusik "preiswürdige Weine, der Jahreszeit angemessene Speisen und prompte Bedienung" inseriert[1]. In Niederzündorf ist er um 1844 bis nach 1867 als Bäcker, Ackerer und Gastwirt tätig[2]. Zudem hatte er 1854 gemeinsam mit einem unbekannten Teilhaber, der hierfür 800 Taler bar einlegte, eine Krautsiederei Will KG gegründet, die aber bereits im Herbst 1856 wieder aufgelöst wurde[3].

AK-Ausschnitt 1899, Verlag Reisinger & Co.
Inserat Rheinischer Merkur v. 12.11.1902

1860 wird er in Inseraten als Spezereihändler bezeichnet, der in Zündorf die Agentur der Colonia-Feuerversicherung übernommen hat und auch die Kölnische Hagel-Versicherung-Gesellschaft vertritt[4]. Er besaß gemeinsam mit seiner ersten Ehefrau Helene geb. Schillings (1810-1852) rund 89 Ar Land in Oberzündorf am "Kinkelmaarpfad" und "In der Auel", sowie weitere 89 Ar in Niederzündorf "An der Heerstraße". Ihr Haus Nr. 48 lag "nebst Krautfabrik, Scheune, Stallung, Hofraum, Hausgarten und sonstigem Zubehör" einesteils "zwischen der Stiegels- und Schmitzgasse", andernteils "Am Schickenort"[5].

Vor 1891 bis 1899 findet sich der "Wirth und Krautfabrikant" Josef Will[6], danach als "Wirt und Krautpresser"[7] dessen Sohn Lambert Will. In diesem Jahr wird auch die erste Ansichtskarte des Gasthauses gefertigt (siehe Bild). Bis heute befindet sich dieses Gebäude an der abknickenden Hauptstraße gegenüber der Einfahrt zum Turmhof. [8] Zu dieser Zeit trug das Gasthaus die Adresse Zündorf 216.

Im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Von Lambert Will übernimmt im September 1909 Christian Linden die Gastwirtschaft, der 1903 noch ein Tagelöhner war. Wie lange er hier Gastwirt war, ist noch nicht geklärt.

AK-Ausschnitt 1940, Verlag Otto & Segieth
AK-Ausschnitt 1940, Verlag Otto & Segieth

Bereits vor 1926 war Paul Ewald der Gastwirt, er starb 1936. Inzwischen lautete die Adresse Hauptstraße 47. Danach führte seine Ehefrau Elise Ewald das Gasthaus alleine weiter, bis ihr Sohn Otto Ewald, ein gelernter Bäcker, um 1938 übernahm. Er wurde um 1960 auch als Metzger tätig, seine Tochter Ilse war in diesem Jahr als Gastwirtsgehilfin eingetragen. Sohn Otto Ewald jun. (1939-2015) übernahm später die Gaststätte.

Heute ist das Gasthaus und Hotel über 100 Jahre im Familienbesitz und trägt die Adresse Hauptstraße 188.

Eigentümer/Pächter[Bearbeiten]

Gasthaus Jägerhof

  • um 1844 - nach 1867: Lambert Will
  • um 1891 - um 1898: Josef Will
  • 1899 - 1908: Lambert Will
  • 1909 - nach 1910: Christian Linden

Gaststätte Ewald

  • vor 1926 - 1936: Paul und Elise Ewald
  • 1936/37: Elise Ewald
  • 1938 - nach 1960: Otto Ewald sen.
  • später: Otto Ewald jun.

Gasthaus Jägerhof

  • heute: Ralf und Wilma Keppler, geb. Ewald

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Leider findet sich auf der Website des Hauses keinerlei Hinweis zu seiner Geschichtsträchtigkeit (Link)

  1. Im Text zweimal "Westhofen", vgl. Kölner Zeitung v. 20.8.1837.
  2. vgl. Kölnische Zeitung v. 23.6.1844
  3. vgl. Allgemeiner Anzeiger für Rheinland-Westfalen v. 19.10.1854 und 11.10.1856
  4. vgl. Inserate Anzeiger des Siegkreises v. 13.4.1860 und Kölnische Zeitung v. 13.5.1861.
  5. Flure 2 Nr. 43, Nr. 354/103 und 104; vgl. Kölnische Zeitung v. 1.7.1876
  6. Adressbuch 1891, S. 135
  7. vgl. Adressbuch 1903, S. 146
  8. Im September 1907 inserierte er eine "gut erhaltene hydraulische Krautpresse", General-Anzeiger v. 22.9.1907.