Frankfurter Straße 205

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Gasthaus Trompetter, Gasthaus Giesen[Bearbeiten]

In Wahn bestand bereits 1847 das Gasthaus Zum freien deutschen Rhein, vermutlich auf der Frankfurter Straße. Im Mai 1848 zeigt Wilhelm Trompetter (*1822) "in meinem neu eingerichteten Locale" Zum Deutschen Rhein einen Ball an. Vermutlich ist das Gasthaus identisch. Auch 1858 warb Trompetter noch für sein Gasthaus. In den 1850er Jahren fand hier mehrfach ein Fohlenmarkt statt. Der Rentmeister Karl (Carl) Joseph Giesen (1810-1888) heiratete im Jahr 1852 Wilhelms Schwester Marie Anna Trompetter. Gemeinsam führten sie ab ca. 1860 das Gasthaus mit Kleinhandel weiter. Nach dem Tod des Ehemanns betrieb seine die Witwe das Gasthaus gemeinsam mit ihrem Sohn. Bartholomäus Giesen (1860-1951) genannt Barthel, war um 1888 noch Wirthsgehilfe. Das änderte sich in den folgenden Jahren.

Das Doppelhaus: Post und Gasthaus[Bearbeiten]

AK um 1937, Verlag Lichius

Im Jahr 1894 errichtete Barthel an der Frankfurter Straße in Wahn ein Doppelhaus [1]. In die linke Hälfte zog das Kaiserliche Postamt von Postverwalter Joseph Borsch ein. In der rechten Hälfte eröffnete Giesen ein Lebensmittelgeschäft und später ein Gasthaus. Die Adresse lautete im 20. Jahrhundert Frankfurter Straße 83, ab den 1930er Jahren bis in die 1960er Jahre dann Frankfurter Straße 105. Barthel Giesen war auch als Heimatdichter tätig.

Eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1937 zeigte die Gaststätte Zum Deutschen Rhein und wirbt mit Saal und Kegelbahn; der Saal war nördlich angebaut. Weiter nördlich befand sich zu dieser Zeit eine Tankstelle, die vermutlich zur Gastätte hinzu gehörte. Nicht zufällig fertigte der Wahner Fotograf Emil Lichius (*1888) diese Ansichtskarte. Hier lernte er die Gastwirtstochter Franziska Giesen kennen und heiratete sie 1923, Franziska war weiterhin in der elterlichen Gaststätte tätig[2].Zum Jahresende 1928 benannte eine Liste der Bürgermeisterei Heumar für den Saal maximal 464 zulässige Besucher.

Neue Nutzungen[Bearbeiten]

Für 1951 zeigt das Adressbuch im Haus Nr. 105 gleich vier Personen: Barthel Giesen "o.B.", also ohne Beruf bzw. Rentner, dann Hans Giesen mit einer Lebensmittelhandlung. Weiterhin Josef Giesen als Gastwirt. Und schließlich Lucia Giesen mit einer Parfümeriehandlung. Das Gebäude wurde 1953 durch die Bundespost erworben. Heute befindet sich in dem Gebäude unter der Adresse Frankfurter Straße 205 ein Sonnenstudio.

Wirtsleute[Bearbeiten]

  • 1884 - 1890: Carl Joseph Giesen und Maria geb. Trompetter
  • 1890 - 1894: Witwe Maria Giesen
  • 1894 - nach 1938: Barthel Giesen; Lebensmittelhändler und Gastwirt
  • 1939 - nach 1960: Josef Giesen; Gastwirt

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. vgl. Jürgen Huck in: Unser Porz 6.1964, S. 72f.
  2. vgl. KStA Porz v. 7.8.1973, das Paar feierte 1973 seine Goldene Hochzeit