Börschhof

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Der Börschhof ist heute eine Wohnanlage in Zündorf.

Der erste Abtshof[Bearbeiten]

Der Abtei St. Heribert in Deutz, die auch den Pfarrer von St. Martin in Oberzündorf einsetzte, gehörte an dieser Kirche ein Hof. Pächter war um 1721 Johann Wilhelm Dussart und seine Ehefrau Maria geb. Durchhusen. In diesem Jahr stifteten die beiden ein Kreuz aus Sandstein zu Ehren von Jesus, Maria, und Josef, dass bis in die Gegenwart überdauert hat. Die Hofgebäude hingegen zerstörte ein Brand am 1. August 1780, zu dieser Zeit war Peter Broicher Pächter des Hofes.

Der zweite Abtshof[Bearbeiten]

Daraufhin entstand der Abtshof in den Jahren 1780/81 an der südlichen Grenze von Oberzündorf neu, hier trafen sich die Straßen von Langel und Ranzel. Die geschlossene backsteinere Hofanlage besteht aus einem 2-geschossigen, fünfachsigen Herrenhaus und eingeschossigen Wirtschaftsgebäuden. Der Bauherr, Abt Aemilianus Behren zu St. Heribert, hat sein Wappen über dem Eingang anbringen lassen. Nach seiner Heirat 1786 mit Margaretha Baumanns übernahm Paul Broicher (+1829) die Pacht des Hofes. Dann erfolgte zum Ende des Jahrhunderts die Säkularisierung durch die französischen Besatzer, die Familie Broicher blieb Pächter. Als der Hof zum Kauf angeboten wurden, war der Kaufpreis für die Familie Broicher zu hoch, denn rund 78,2 ha zugehöriges Land machten das Objekt für die Famile unerschwinglich. Stattdessen erwarb der Immobilienspekulant Franz Georg S. Weckbecker aus Münstermaifeld, der unter den Franzosen zu großem Reichtum gekommen war, im Jahr 1822 für 28.200 Reichstaler den Hof.[1] Er verkaufte große Teile der Landes und danach das auf 200 Morgen verkleinerte Gut nach 1830 an die Familie Jakob Landwehr[2]. Diese Familie bewirtschaftete den nun von den Zündorfern Landwehrsshof genannte Gut selber, zog aber um 1861 nach Köln und verkaufte den Hof an das Immobilienunternehmen J.L. Eltzbacher & Comp. aus Köln.

Der Börschhof[Bearbeiten]

Dieser parzellierte und verkaufte 100 Morgen Land, sodann den Hof mit den Restflächen 1862 an die Familie Börsch, deren Namen die Hofanlage heute trägt.[3] 1930 gehörten zum Hof 20 Hektar Land. Um 1900 war Josef Börsch der Bauer. Die Landwirtsfamilie Börsch wirtschaftete auf dem Hof bis in das Jahr 1990. Früher lautete die Adresse Hauptstraße 2, heute Börschgasse 1-3.

Heute Wohnanlage[Bearbeiten]

1993 wurde die gesamte denkmalgeschützte Anlage in eine Wohnanlage mit 31 Einheiten umgebaut. Der Börschhof war als Station 4.18 in den Kulturpfad Porz einbezogen. Seit 2003 gibt es in einem benachbarten, etwas südlich gelegenen Neubaugebiet eine kurze Ringstraße mit der Bezeichnung Abtsweg zur Erinnerung an den frühen Namen des Börschhofs.

Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]

  1. vgl. Barthelemy/Adler: Die Auswirkungen der Säkularisaton. Teil 2. In: Rechtsrheinisches Köln, 30.2004, S. 92.
  2. Jakob Landwehr wohnte noch im Januar 1830 am Förstchen in Dünnwald. Er war von 1828 bis 1837 2. Beigeordneter in der Gemeinde Mehrheim.
  3. vgl. Boley, Karl H.: Beiträge zur Ortsgeschichte von Ober- und Niederzündorf. Heft 1-7. Köln 1991 (Aufzeichnungen Pfarrer Granderath)