Am Markt 6
Historie[Bearbeiten]
Diese Hofanlage auf einem 380 qm-Grundstück findet sich am Zündorfer Marktplatz seit dem frühen 18. Jahrhundert. Das heutige Gebäude weist aus dieser Zeit noch Bauteile auf. Es handelt sich um en giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkhaus. Seine zum Markt ausgerichtete Schaufassade steht auf einem gemauerten Sockel, die Fenster und Türen sind werksteingefasst. Torbogen und Wirtschaftsgebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte das Haus der jüdischen Familie Brünell. Hermann Brünell (1875-1942) betrieb hier eine Zucht- und Milchvieh-Handlung. Er lieh armen Zündorfer Familien Kühe zu Mästen; das Futtergeld war mit dem Milchertrag abgegolten, die schlachtreife Kuh holte sich der Metzger dann zurück.
(Vertiefung erwünscht)
1941 lebte hier der Arbeiter Albert Brünell (1901-1942) mit seiner Frau Melanie, geb. Mayer (1907-1942). Beide wurden am 30. Oktober 1941 von Köln in das Sammellager Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Im Mai 1942 brachte man sie in das Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno). An das Ehepaar erinnern Stolpersteine vor dem Gebäude.
Das Haus war unter der Nummer 4.8 Teil des Kulturpfades Porz. Es steht seit 1981 unter Denkmalschutz.