Google-StreetView: Muss bald der Dom raus ?

Wenn es nach Ansicht der Kölner CDU geht, läuft in der Domstadt sowieso alles nicht nach rechten Dingen. Das ist bekannt und nicht verwunderlich. Die Porzer CDU allerdings befindet sich in einem regelrechten Amoklauf und wirft der Kölner Stadtverwaltung nun vor, im Internet mit illegalen StreetView-Fotos des Suchanbieters Google für die schöne Porzer „Groov“ zu werben …

Denn ginge es nach der CDU, könnte es bald sein, dass sogar der Kölner Dom „verpixelt“ werden muss, weil die bei der Befahrung entstandenen Bilder vielleicht von verbotener Stelle aus aufgenommen wurden. Ernsthaft ist nicht zu bezweifeln, dass ein Automobil mit Kameraaufsatz z. B. nicht in einer Fußgängerzone oder etwa auf der Domplattte kutschieren darf, solange es hierfür keine Sondererlaubnis der Ordnungsbehörde gibt.

Und das möchte die Porzer CDU nun ganz genau wissen: Dabei geht es nicht etwa um Fotos aus den Porzer Stadtteilen Finkenberg, Eil oder Gremberghoven, die man nicht so gerne zeigen möchte. Vielmehr dreht es sich um ein Vorzeigestück im Herzen von Porz-Zündorf, welches man hier liebevoll „Groov“ nennt. Ein herrlicher grüner Park direkt am Wasser, mit Spiel- und Freizeitangeboten, Minigolf, ausgiebige Spazierpfade mit Bootsverleih und Schwänen, also „natur pur“. Leider aber sind auch diese Fotos nach Überzeugung der Porzer CDU ganz klar „illegal“, weil es für die Befahrung dieses Naturparkes mutmaßlich keine ordnungsbehördliche Erlaubnis gab „und die Bilder daher im Netz zu löschen sind“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU im Porzer Lokalblatt „Porz am Montag“.

Dazu hat die Porzer CDU nun „Oberbürgermeister und Verwaltung aufgefordert, den (Google-) Verstoß zu ahnden und die unrechtmäßig erworbenen Bilder aus dem Internet entfernen zu lassen.“

Und für den Fall, dass es diese Sondererlaubnis des Kölner Ordnungsamtes nicht gegeben haben sollte,  wird fraktionsintern ein „Ergänzungsauftrag zur Überprüfung und Löschung aller nicht genehmigten StreetView-Fotos auf Kölner Stadtgebiet“ angedacht, Ordnung muss schließlich sein. Damit könnten dann einige Panoramafotos von Kölns Vorzeigekathedrale vor ihrer Unkenntlichmachung durch den Googledienst stehen. Und der arbeitet bekanntlich schnell und irreversibel, weil einmal verwischte Aufnahmen nie wieder kenntlich gemacht werden können.  

Das weiß auch die Porzer CDU, weshalb man vorsichtshalber davon absah, die triste Ansicht der Hausfront der CDU-Zentrale auf der Porzer Hauptstraße auf Antrag der Geschäftsstelle „verpixeln“ zu lassen. Wenn man auch sonst nichts zu sagen hat …

  3 Kommentare zu “Google-StreetView: Muss bald der Dom raus ?

  1. Jürgen Hollstein
    30. November 2010 um 12:46

    Zu Google Street View kann man stehen, wie man will; ich persönlich habe nichts dagegen und kann die Hysterie nicht verstehen, aber die Spielregeln sollten doch klar sein. Wir fahren ja auch nicht quer über die Groov, um ein paar schöne Fotos zu machen.
    Aber auch darüber kann man vielleicht unterschiedlicher Meinung sein. Wer allerdings keine Argumente hat, dem bleibt nur, die Sache ins Lächerliche zu ziehen und sich lustig zu machen – aber jeder blamiert sich eben, so gut er kann.

  2. T. Werner
    29. November 2010 um 09:20

    Ein objektiver Bericht?
    Bei Google-Street View kann man sogar die Verbotsschilder sehen, wonach eine Durchfahrt verboten ist und von Google schlichtweg ignoriert wurde.
    Jeder „normale“ Bürger bekommt dafür mindestens ein Knöllchen.
    Für große US-Konzerne gelten die deutschen Regeln nicht?
    Nachfragen sollte erlaubt sein und ist von den Zündorfern durchaus erwünscht.
    Bloß weil die SPD wieder nicht reagiert soll hier eine gute Sache in die Lächerlichkeit gezogen werden.
    Das hilft wirklich niemandem.

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