Was bringt die „Akademie der Künste der Welt“ für Porz?

Am 14. Juli hat der Rat der Stadt Köln mit großer Mehrheit die Gründung der Stiftung „Akademie der Künste der Welt“ beschlossen.  Oberbürgermeiste Jürgen Roters: „Das Ziel, internationale Künstlerinnen und Künstler von Weltrang gezielt nach Köln zu bitten und sie mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Institutionen der Stadt zu vernetzen, verspricht ein noch interessanteres Kulturangebot.“ Die internationalen Künstler werden auf fünf Jahre berufen.

Im Vorfeld dieses Beschlusses entstand die Analyse „Kulturwelten in Köln“ als Bestandsaufnahme der Interkulturalität im professionen Kulturangebot der Stadt Köln und im Angebot der Kölner Migrantenkulturvereine. Im Fazit: Rund ein Drittel aller Veranstaltungen sind internationale Kunst mit internationalen Künstlern. Doch 75 Prozent der Angebote haben ihren Ort in der Kölner Innenstadt.

84 Prozent der Kunst stammt aus Europa und dem angloamerikanischen Raum; aus der Türkei und aus Russland zum Beispiel stammen gerade jeweils 1 Prozent, aus Italien 2 Prozent der Künstler.

Die Migrantenvereine organisierten 2009 mindestens 1.400 Veranstaltungen, überwiegend Vorträge, Musik und kreative Angebote. Jedoch finden diese Angebote selten den Weg in die gängigen Kölner Veranstaltungskalender. Das ist bemerkenswert, hat doch Köln insgesamt 31 Pozent Einwohner mit Migrationshintergrund. Porz liegt übrigens mit 33 Prozent ziemlich in diesem Durchschnitt. Betrachtet man die Kinder bis fünf Jahre, so ist der Anteil mit Migrationshintergrund in ganz Köln mit 52 Prozent schon höher als derjenige ohne Migrationshintergrund.

Was bedeutet das für die Kulturangebote und Kulturkalender? Veranstaltungen von Migrantenvereinen sollten stärker bekannt gemacht werden, damit das Kölner interkulturelle Kulturangebot eine stärke „Durchmischung“  des Publikums mit und ohne Migrationshintergrund erreicht.

Porz bildet mit und vor Chorweiler das Schlusslicht sowohl hinsichtlich des Anteils am gesamten Kölner Kulturangebot (1%) als auch hinsichtlich des Anteils an den interkulturellen Kulturangeboten. Das ist schade, sind doch 14 Prozent aller Kölner Migrantenvereine in Porz angesiedelt.

Ob die geplante Akademie der Künste für das Porzer interkulturelle Kulturangebot etwas bessern wird, ist mehr als fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass sich auch ihre Aktivitäten wieder auf die Kölner Innenstadt konzentrieren. Porz muss also selber etwas dafür tun. Die Redaktion von porzerleben.de jedenfalls ist immer offen für entsprechende Ankündigungen, Vor- und Nachberichterstattung.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie diese Aufgabe: *