Open Grid Europe investiert in europäischen Netzverbund

Die Porzer Verdichterstation (Foto: Open Grid)

Deutschlands führender Transporteur für Ferngas, Open Grid Europe, baut sein Netz mit Blick auf eine Verbesserung des marktgebiets- und grenzüberschreitenden Transports aus.

Das Unternehmen führt derzeit zwischen Porz (Köln) und Stolberg (Aachen) an einer 86 km langen Erdgasleitung eine sogenannte Reversierung durch, wodurch an den Grenzübergangspunkten Eynatten und Bocholtz zukünftig mehr Transportkapazität zur Verfügung steht.

Die Verdichterstation in Porz wurde bereits 1954 gebaut und ist die älteste Station des Konzerns.

Hierzu wurde die von der Mittelrheinischen Erdgastransportleitungsgesellschaft (METG) betriebene Verdichterstation in Porz erweitert. In einer anderthalbjährigen Planungs- und Bauphase erfolgte der Umbau des vorhandenen Stationspipings und die Anpassung des Stationsleitsystems. Parallel dazu wurden zwei bestehende Mess- und Regelanlagen erweitert, um in beide Transportrichtungen die Transportmengen und -drücke regeln zu können. Das Investitionsvolumen beträgt 6,7 Millionen Euro.

Mit dieser Ausbaumaßnahme können am deutsch-belgischen Grenzübergangspunkt Eynatten zukünftig größere Mengen des aus den Niederlanden, Belgien und Großbritannien ankommenden Erdgases übernommen und über die Verdichterstation Köln-Porz weiter Richtung Süddeutschland oder umgekehrt transportiert werden. Der Ausbau legt den Grundstein für eine bessere Anbindung zwischen dem Zeebrugge Hub des belgischen Netzbetreibers Fluxys und dem virtuellen Handelspunkt von NetConnect Germany (NCG VHP).

Der deutsch-belgische Grenzübergangspunkt Eynatten ist mit Oberkappel (Österreich), Oude Statenzijl (Niederlande) und ab 1. Oktober 2011 Ellund (Dänemark) der vierte Grenzübergangspunkt, an dem physikalisch Gas auf Basis fester Kapazitätsverträge importiert und exportiert werden kann.„Diese Maßnahme ist ein weiterer Mosaikstein in Richtung eines europäischen Energiemarktes. Nur so lassen sich Versorgungssicherheit und ein funktionsfähiger Transportmarkt garantieren. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen dafür jedoch nach wie vor verbessert werden“, betont Stephan Kamphues, Sprecher der Geschäftsführung von Open Grid Europe.

Hintergrundinformationen: Verdichterstation Porz

In Köln-Porz befindet sich die älteste Verdichterstation der Open Grid Europe. 1954 gebaut, wird sie heute von der Mittelrheinischen Erdgastransportleitungsgesellschaft (METG) betrieben, einer 100%igen Tochter von Open Grid Europe. In ihren Anfängen diente die Anlage der Verdichtung von Kokereigas. Seit 1969 wird in Porz Erdgas verdichtet; seit 1973 die Gasqualitäten L- und H-Gas, die getrennt und ohne Vermischung verdichtet werden können. 2006 wurde die neue Verdichterhalle Porz IV mit zwei elektrisch angetriebenen Erdgasverdichtern in Betrieb genommen. Der Bau einer neuen 100-bar-Leitung von Porz an die belgische Grenze sowie der erhöhte Lieferbedarf von und nach England über den Interconnector machten den Neubau erforderlich. In Porz erhöhen acht Verdichter den Druck des Erdgases für den Transport in die südlichen Regionen Deutschlands. Sie erbringen zusammen eine Gesamtleistung von 100 Megawatt (MW). Bis zu zwei Millionen Kubikmeter Erdgas werden pro Stunde verdichtet.

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