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Schwarz-Grün lehnt Treppen-Instandsetzung zum Rhein in Zündorf ab

In der Sitzung der Bezirksvertretung Porz am 16. Mai haben CDU, Grüne und FDP überraschend einen SPD-Antrag abgelehnt, der die Verbesserung der Zugänge am Leinpfad in Zündorf zum Ziel hatte.

Lutz Tempel, zuständiger Bezirksvertreter der SPD für Zündorf, erläutert: „Die Erneuerung der Abgänge in Porz-Mitte ist bereits beschlossen und zum Teil umgesetzt. Für Zündorf existiert allerdings noch kein Beschluss. Dazu gehört zum Beispiel der Abgang an der Adelenhütte, der seit Jahren gesperrt ist. Hier wollten wir eine Verbesserung erreichen inklusive einer flacheren Ausbildung der Abgänge am Lindenhof, zum Beispiel für Radfahrer, sowie eine zusätzliche Treppe am Beginn der
Bebauung neben Haus Hauptstraße 285. Dort existiert bereits ein Trampelpfad, der beweist, dass ein sicherer Abgang dringend nötig ist.“

Die Ablehnung in der Bezirksvertretung erfolgte durch die schwarz-grüne Mehrheit aus rein taktischen Erwägungen. Daher ist sie auch schwer nachvollziehbar. Dr. Simon Bujanowski, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Offenbar gab es Sorge, dass die bereitstehenden Gelder maximal für Porz-Mitte reichen. Das kann aber doch kein Argument dafür sein, die Bürgerinnen und Bürger in Zündorf so vor den Kopf zu stoßen. Berechtigte Forderungen abzulehnen ist auf jeden Fall der falsche Weg. So bekommen wir das nötige Geld auf jeden Fall nicht nach Porz.“

Die Rückkehr des Maifischs im Rhein?

Das Modell und die Jungfische … (Fotos: porzerleben.de)

Kennen Sie Maifische? Noch bis vor 90 Jahren haben die Fischer von Poll, genannt „Gezaue“, diese Wanderfischart in großen Mengen aus dem Rhein gezogen, dann brachen die Bestände zusammen. Das Poller Fischfanggebiet reichte von Westhoven bis Deutz.

Der 30-80 cm lange Maifisch wird im Süßwasser geboren, wandert dann drei bis fünf Jahre durch die Meere und kehrt – im Mai – zur Fortpflanzung in den Fluss zurück. Daher der Name der bis zu 3 kg schweren Heringsfisch. Und im Mai wurden die Fische früher in großen Mengen gefangen und in den Kölner Gastwirtschaften verzehrt. Das ist inzwischen Geschichte. Die spezielle Fangtechnik wird noch heute in der Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg vererbt.

… ziemlich junge Jungfische

Am heutigen Mittwoch wurden in Poll 5.000 kleine Maifische in den Rhein eingesetzt. Mit großem Tamtam und Prominenz:  Dem NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg, der hessischen Umweltministerin Silke Lautenschläger, dem Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und vielen weiteren Amtsträgern. Denn das Life-Projekt Maifisch betreibt die Wiederansiedlung des Fisches im Rhein. Fünf Millionen Maifischlarven sollen in den nächsten Jahren im Rhein ausgesetzt werden.
In Poll gab es zunächst ausgehend von der Maifischgasse einen kleinen Umzug ans Rheinufer.  Beteiligt waren auch Kinder aus der Klasse 3/4 F der GGS Poll, die auch eine Maifischpatenschaft übernommen haben. Vorher hatten sie sich bereits im Ökologischen Rheinlabor, dem Poll gegenüberliegenden schwimmenden Labor und Klassenzimmer der Universität Köln, über den Maifisch sachkundig gemacht. Die Organisation des Poller Beitrags zur Veranstaltung lag in den Händen des Vereins Poller Maigeloog, dessen Reihmeier (Vorsitzender) Hans Burgwinkel ebenfalls zu den Festrednern zählte. Möglich gemacht wurde der Fischbesatz auch durch die regionalen Sponsoren des diesjährigen Maifischprogramms NetCologne, Rheinfischereigenossenschaft NRW, Autohaus Laukat und Gerfer Transporte.

Zwei Umweltminister stehen im Wasser…

Im Juni 2008 wurden die ersten Fische in Oberursel eingesetzt, dieses Jahr soll die Gesamtzahl von zwei Millionen Fische erreicht werden. Die Fische werden in Frankreich in den Flüssen Garonne und Dordogne gezüchtet und vor dem Besatz im Rhein markiert, um den Erfolg der Maßnahmen überprüfen zu können. Die Stiftung-Wasserlauf ist mit der fachlichen Koordination des zu 50 Prozent von der EU geförderten Projektes beauftragt.

Bis der Maifisch in Poll und Porz aber wieder auf den Telller kommt, das wird noch einige Jahre brauchen, denn der Fang der Fische ist verboten. Nur rund 1 Prozent der Tiere sind aktuell Rückkehrer in den Rhein, erst ab etwa 3 Prozent würde der Fang von den Behörden wieder erlaubt.

(Fotos: © porzerleben.de)

 

Der Festumzug – die Fischer freuen sich schon

 

Die Klasse 3/4 F der GGS Poll beim Ausssetzen der Maifische