Wegekreuz Trompetter
Am heutigen Kreisverkehr St. Sebastianus-Straße Einmündung Dammweg steht ein Wegekreuz. Das Kleindenkmal hat eine Höhe von 2,50 Meter und ist aus Sandstein gefertigt. Ob es früher einen Christuskorpus trug, ist ungewiss. Errichtet wurde das Wegekreuz im Umfeld des heutigen Standortes im Jahr 1892. Gestiftet hat es die Wahner Bauernfamilie Trompetter, was auch eine frühere Inschrift auf der Rückseite belegte: "Gewidmet ... Familie ... petter". Anlass war ein tödlicher Kutschenunfall.
Am 31. März 1892 fuhr der Wahner Ackerer Karl Trompetter morgens gegen 10 Uhr "Möbeln vom Bahnhofe nach der Wahner Heide. Nicht weit von der Abfahrt scheite das Perd. Trompetter, ein starker, rüstiger junger Mann von 28 Jahren, wollte es mit Gewalt festhalten, kam aber zu Sturz und gerieth unter Pferd und Räder. Er erlitt einen Schädelbruch und sonstige schwere Verletzungen, woran er in vergangener Nacht gestorben ist.[1]
Karl Trompetter war einer von drei Söhnen des Wahner Landwirts Johann Peter Trompetter (1830-1903) und seiner Frau Margaretha, geb. Schüller. Der Bauernhof befand sich an der Hauptstraße (Frankfurter Straße), die Familie hatte zu dieser Zeit die Pacht auf sämtliche An- und Abfuhren der Eil- und Frachtgüter zwischen der Station Wahn und den Orten Wahn, Biesel, Lind, Wahnerheide, Libur und Linderhöhe[2]. Das Ehepaar stiftet aus Schmerz um den Verlust ihres allgemein beliebten ältesten Sohnes und zukünftigen Hoferben daraufhin das besagte Kreuz und ließ es in der unmittelbaren Nähe der Unfallstelle aufrichten.
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2011, ohne Inschrift, mit kleinem Holzkreuz und Korpus (© Gordito 1869, Wikipedia)
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2022, mit Inschrift u. größerem Kreuz (© Th. Rogl, GoogleEarth)
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2026, mit Text, Holzkreuz mit Korpus herausgebrochen (© porzerleben.de)
Im Juli 1980 hat die Stadt Köln das Kreuz unter Denkmalschutz gestellt (DE_05315000_A_0575). Die Erfassung in den Jahren 1979/80 belegt noch rudimentär die Widmung der Familie. Ein ursprünglicher Sinnspruch auf der Vorderseite war zu dieser Zeit bereits vollständig verblasst und ausgelöscht. Lange Jahre stand das Kreuz unbeachet in einem Gebüschstreifen am Wegesrand, die Natursteinmaterialen verwitterten.
Beim Bau des Kreisverkehrs 2009/10 wurde es von seinem Standort entfernt. Bemühungen des örtlichen Bürgervereins Wahn-Heide-Lind führten, unterstützt durch die Politik, zur Instandsetzung durch einen Langeler Malermeister. Dabei wurden die Widmungsfragmente auf der Rückseite übermalt und das Wegekreuz in eine neue Farbigkeit gesetzt. Zudem brachte der Maler ein Kruzifix auf. Anfang 2011 fand das Kreuz seinen neuen Standort am Rand des Kreisverkehrs in guter Sichtbarkeit, im Juni des Jahres wurde es zudem katholisch gesegnet.
Die heutige Inschrift wurde im November 2011 ergänzt, sie folgt einer erinnerten Überlieferung. Als ursprünglicher Text bleibt sie zweifelhaft, da ihr jeder engere Bezug zum Stiftungsanlass fehlt. Sie ist aus der Bibel abgeleitet (Matthäus 25,13) und lautet:
Wachet und betet, denn ihr wißt weder Tag noch Stunde wann der Herr kommt
Zwischen 2012 und 2022 wurde dann das kleine, auf dem Steinkreuz aufgebrachte Holzkreuz durch ein deutlich größeres Kreuz ersetzt. Dieser Korpus ist im Sommer 2026 nicht mehr vorhanden, er wurde herausgebrochen und gestohlen. Seitdem steht das Wegekreuz beschädigt da.
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
- Zingsheim, Christa: Wegekreuze und Bildstöcke in Köln. Köln 1981, S. 104 (Bezirk 7, Nr. 30)
- Krix, Benno: Restaurierte Wegekreuze in Lind und Wahn. In: Rechtsrheinisches Köln, 40/41. 2015/16 (mit einem Foto des unrestaurierten Kreuzes aus dem Jahr 2004)