Honeywell Bull AG

Aus porzerleben.de/porz-wiki
Der Zentrale Kundendienst, AK 1983

Standort Eil[Bearbeiten]

Gebäude Theodor-Heuss-Straße 92-100[Bearbeiten]

Im Jahr 1976 errichtete der französische Computerhersteller Honeywell Bull in Eil an der Ecke Theodor-Heuss-Straße und Frankfurter Straße unter den Adressen Theodor-Heuss-Straße 92-100 ein neues Gebäude für die Zentrale des Technischen Kundendienstes. Das 5-stöckige Haus umfasste 3.395 qm Büroflächen auf einem Grundstück von rund 12.500 qm. <Anfang Mai 1983 wurde in Porz zudem ein Ersatzteillager und die Reparaturzentrale des technischen Kundendienstes mit 50 Beschäftigten in Betrieb genommen. In den 1990er Jahren verließ Bull das Gebäude

Nachnutzer wurde, vermutlich ab 1987, ein Praktiker-Baumarkt. Nach dem Konkurs der Baumarkt-Kette Mitte 2013 und der Schließung des Marktes Ende Oktober 2013 nutzte die Stadt Köln das Gebäude als Notunterkunft für Geflüchtete. In der rund 10.000 qm großen Baumarkt-Halle wurden hierfür im Jahr 2014 Kojen für vier bis sechs Personen eingerichtet, sie diente bis zum Herbst 2018 bis zu 200 Flüchtlingen als Unterkunft. Anfang 2015 erwarb die Stadt das Gebäude für 4 Mio. Euro. Seit Ende 2018 steht das Gebäude leer und wird unter der neuen Adresse Friedrich-Naumann-Straße 2 durch Vernachlässigung und Vandalismus zunehmend baufällig.

Exkurs: Ein Honeywell Bull Computer für das Stadtgymnasium[Bearbeiten]

1976 war auch das Jahr, in dem im Stadtgymnasium Köln-Porz erstmals das Wahlfach Informatik angeboten wurde. Der Förderverein des Gymnasiums hatte 40.000 DM aufgebracht, um einen neuen schrankgroßen Honeywell Bull Computer anzuschaffen. Der Raum im ersten Stock musste zunächt mit einem antistatischen Teppich ausgelegt werden. Zwei Magnetband-Spulen waren die mobilen Speicher, gestartet wurde über eine Kippschalterfrequenz und als Ein- und Ausgabegerät diente ein Fernschreiber mit Lochstreifendrucker und -leser. Rasch programmierten Schüler der Oberstufe das erste Computerspiel "Mondlandung" - über die Eingabe von Zahlen musste durch Zünden von Antriebs- und Bremsraketen der Treibstoff reichen und ein weiche Landung erzielt werden. Ansonsten entstand ein Krater mehr auf dem Mond... Zudem hatten Schüler auch ein Programm geschrieben, um die Primzahlen von 1 bis 1.000.000 zu errechnen. Das Programm lief nahezu 24 Stunden...[1]

Die frühere Firmenzentrale (Foto: porzerleben.de)

Gebäude Theodor-Heuss-Straße 60-66[Bearbeiten]

Nach herben Verlusten in den Jahren 1981 und 1982 verlagerte der Konzern zudem im Mai 1983 seine gesamte deutsche Firmenzentrale aus der Kölner Innenstadt [2] in ein neu errichtetes Gebäude in Porz. Es entstand mit seiner markanten orangefarbigen Fassadenverkleidung unter der Adresse Theodor-Heuss-Straße 60-66 an der Kreuzung zur Humboldtstraße. Rund 450 Mitarbeiter nahmen hier ihre Arbeit auf. 1987 gab es einen erneuten Namenswechsel zur BULL AG, Honeywell hatte sich aus dem europäischen Computergeschäft zurückgezogen. Im Jahr 2002 kündigte die Bull GmbH die Tarifbindung für ihre Beschäftigten auf.

Standort Gremberghoven[Bearbeiten]

Bis in den April 2009 blieb die Unternehmenszentrale an ihrem Standort in Eil, dann bezog sie ein neues Gebäude in der Von-der-Wettern-Straße 27 im Industriegebiet Gremberghoven. Seit 2014 heißt das Unternehmen nun nach seinem neuen Besitzer, der Atos SE, Bull Atos Technologies.[3]

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Blum, Heribert: 50 Jahre BULL in Deutschland. Ohne Ort 2010.

  1. Erinnerung des Informatik-Schülers Andreas Vogel
  2. Bereits 1960 wurde in Köln die deutsche Niederlassung "Bull Deutschland Lochkarten GmbH" gegründet und nach der Fusion mit General Electric 1970 in Honeywell Bull GmbH umbenannt. Ab 1977 war sie eine Aktiengesellschaft.
  3. In das bisherige Verwaltungsgebäude zogen hingegen ab 2011 das Jobcenter Porz und mehrere Aus- und Weiterbildungsträger ein.