Belgische Wohngemeinde

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Historie[Bearbeiten]

1951 wurden die beiden Wehrmachtskasernen in Westhoven vom belgischen Militär übernommen. Für die in den Kasernen Nieuwpoort und Brasseur stationierten Soldaten war klar, dass ihre Stationierung viele Jahre dauern wird. Daher hatten sie von Beginn an das Bestreben, ihre Familien nachfolgen zu lassen. Zwischen Kaiserstraße und Bonner Straße entstand ab 1951 eines ganzes Wohnviertel. Im Mai 1952 konnten bereits die ersten Familien einziehen. Entlang der Siemensstraße, der Helmholtzstraße und der Ampèrestraße wurden ganze Straßenzüge mit Reihenhäusern errichtet. Ab 1955 folgten Bauten auch anderen Porzer Adressen[1]. Besuchten die Schulkinder zunächst die belgische Schule in Köln-Dellbrück, so war ab 1953 auf der Humboldtstraße 80 die "General-Umé-Schule" als Volksschule in kürzester Zeit durch Fertigelemente errichtet worden. Direkt benachbart wurde auch ein Kindergarten eingerichtet[2].

Eine Attraktion nicht nur für die belgischen Kinder, sondern auch für die deutschen Kinder als "Zaungäste" war der Nikolaustag. Denn dann bescherte der Schwarze Pit, als Knecht Ruprecht, Schule und Kindergarten. Er kam jedes Jahr mit dem Hubschrauber! 

An der Ecke Helmholtzstraße/Siemensstraße wurde 1953 eine Militärkantine für die Familien in Betrieb genommen, aus der sich in den 1970er Jahren ein belgischer Supermarkt entwickelte.

An das belgische Leben in dieser Siedlung erinnert heute ein sehr unscheinbarer Gedenkstein an der Humboldstraße direkt gegenüber dem früheren Grundstück von Schule und Kindergarten.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

De Bruycker, Adhemar: Belgische Garnison Porz-Westhoven. In: Unser Porz 11.1969.

  1. Im Jahr 1969 wohnten 600 belgische Familien im Stadtgebiet von Porz.
  2. Im Jahr 1969 besuchten rund 420 Schüler/-innen die Volksschule und 240 Kinder den Kindergarten.