Belgische Pioniere in Porz
Vorbemerkungen[Bearbeiten]
Schon nach dem Ersten Weltkrieg waren vorübergehend belgische Soldaten im Kölner Raum als Teil der Rheinlandbesetzung zwischen Dezember 1918 und 1929 stationiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber kamen belgische Soldaten als Besatzer in großer Zahl in den Kölner Raum, um für mehrere Jahrzehnte zu bleiben. Daher holten sie auch ihre Familien nach bzw. liierten sich nach Aufhebung des Fraternisierungsverbots Anfang der 1950er Jahre mit deutschen Frauen.
Belgien erhoffte sich von einem eigenen Besatzungsgebiet in Deutschland ökonomische Reparationen für die im Weltkrieg erlitten Verluste. Doch die Potsdamer Konferenz wies dem Land keine eigene Besatzungszone zu. Vielmehr besetzten belgische Soldaten Teile der britischen Zone und verblieben - mit entsprechenden Freiräumen - unter britischem Oberbefehl. Der deutsche NATO-Beitritt 1956 veränderte den Status der belgischen Soldaten von Besatzern zu in Deutschland stationierten befreundeten Militäreinheiten. Die Kontakte im Zivilleben wurden auch dadurch leichter, weil außerhalb der Kasernen ab 1958 Offiziere und Unteroffiziere keine Uniform mehr tragen mussten. Das galt ab 1971 auch für Wehrpflichtige. Bereits ab 1963 wurden für die deutsche Nachbarschaft Tage der offenen Tür veranstaltet.
Kasernen[Bearbeiten]
Die Belgischen Einheiten bezogen ab 1950 zwei Wehrmachtskasernen in Westhoven und bauten zudem eine weitere ebenfalls in Westhoven. Für die Bevölkerung hatte dies leider den nicht erfreulichen Nebeneffekt, dass der Leinpfad zwischen Westhoven und Poll erneut auf Jahrzehnte gesperrt wurde. Erst 1985 wurde er zumindest Samstags und Sonntags tagsüber geöffnet, dabei als "Transitstrecke" links und rechts durch stacheldrahtbewehrte Zäune begrenzt. Mit der deutschen Wiedervereinigung fand das belgische Mandat sein Ende, 1995 waren die Kasernen Brasseur und Passendale geräumt und der Leinpfad wieder offen.
Die Belgier nutzten auch die Wahner Heide als Manövergebiet, sie war daher werktags striktes Sperrgebiet. Am Rande der Heide gab es zwei weitere Kasernen: In Troisdorf-Spich das Kamp Koning Boudewijn / Roi Baudouin östlich des Mauspfads und nahe Altenrath östlich der Alten Kölner Straße das Kwartier Major Legrand. Beide Kasernen wurden erst im Jahr 2004 aufgelöst.
Kwartier Nieuwpoort[Bearbeiten]
Zunächst räumte ab Januar 1950 eine kleine Abteilung belgischer Soldaten gemeinsam mit deutschen Baufirmen in der bisherigen Mudra-Kaserne das Gelände auf und setzte die Gebäude instand. Bereits im Oktober 1951 zog die 1. Kompanie des 5. Pionier-Bataillons ein, weitere Kompanien des 5. Pionier-Regiments folgten. Die Kaserne erhielt den Namen Nieuwpoort-Kaserne, da das 5. Bataillon im Ersten Weltkrieg an der Verteidigung der belgischen Stadt Nieuwpoort beteiligt war. Die Belgier nutzten diese Kaserne bis in das Jahr 1965.
Kwartier Adjudant Brasseur[Bearbeiten]
Im Jahr 1951 kamen die Handwerker auch in die bisherige Unverzagt-Kaserne und stellten die Gebäude bis zum Oktober 1951 wieder her. Auch hier zogen Belgische Pioniere zogen ein. Der neue Name lautete nun Adjudant Brasseur-Kaserne. Namensgeber war der Unteroffizier der Pioniere Adjudant Jean Brasseur (1914-1940). Er wurde beim deutschen Westfeldzug am 11. Mai 1940 am Albertkanal getötet[1]. Diese Kaserne wurde von den Belgiern bis zum Jahr 1995 genutzt.
Kwartier Passendale[Bearbeiten]

Im Jahr 1952 errichteten die Belgier in Westhoven eine neue weitere Kaserne. Sie lag an der Porzer Ringstraße neben dem Wasserwerk, heute ist auf der Fläche eine forensische Klinik. 1953 zog das 12. Pionier-Bataillon ein. Der Namen Passendale Kaserne bezog sich auf die Teilnahme des Bataillons an Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs um den nach den Kriegshandlungen völlig zerstörten Ort Passendale.
Wohnviertel[Bearbeiten]
(Text)
Kultur[Bearbeiten]
(Text)
Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]
porzerleben.de: 45 Jahre Belgischer Militärstützpunkt (Link)
Legerdienst - Belgische Website zu den Kasernen in Westhoven (Link)
Private Fotos der Militärzeit 1959/60 im Kwartier Nieuwpoort (Link)
Privatfotos des Zustands der Kasernengebäude im Jahr 2009 (Link)