Porz-Mitte im Zeitplan

Vortragende

Kloidt, Röhrig, von der Mühlen, Ott (v.l., Foto: porzerleben.de)

Drei Gäste hatte Jochen Ott, SPD-MdL, zum Gespräch mit den Bürgern in den Porzer Rathaussaal geladen: Michael von der Mühlen, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, Andreas Röhrig, Geschäftsführer der „moderne stadt gmbH“ und Ludger Kloidt, Geschäftsführer der NRW.URBAN GmbH. Das Interesse der Porzer an der Fortentwicklung des Zentrums hielt sich eher in Grenzen – kein Vergleich mit dem Andrang bei ersten Bürgeranhörung zum Thema. Aber die außerhalb der Parteien zum Thema engagierten Porzer waren im Publikum vertreten.

Jochen Ott nannte die beiden miteinander verzahnten Projekte, die Porz wieder belebter machen sollen, „Kleinporz“ und „Großporz“. „Kleinporz“ bezieht sich auf den Kernbereich Friedrich-Ebert-Platz und Kaufhaus-Ruine, er wird durch „moderne stadt“ beplant und entwickelt. Basis der Planung ist die Machbarkeitsstudie, für die Entwicklung steht ein Finanzierungsrahmen bereit, Schrittabfolgen und Zeitplan sind klar. Andreas Röhrig zeigte sich optimistisch: Der Erwerb der notwendigen Flächen ist abgeschlossen, darunter das Reisbüro und das an das Kaufhaus angebaute Schlauchhaus. Die katholische Kirche werde das Dechant-Scheben-Haus zugunsten der Neuplanung aufgeben. Die Verhandlungen mit Investoren seien weit vorangeschritten. Bereits in der nächsten Woche werde man ganz konkret einen Abbruchplaner für die Kaufhaus-Ruine beauftragen.

„Großporz“ ist das ganze Bezirkszentrum zwischen Rhein und Eisenbahn. Gelder für die Entwicklung dieser Fläche, so erläuterte Michael von der Mühlen, gebe es als Städtebauförderungsmittel. Dieser Topf sei in den letzten beiden Jahren stark erweitert worden. Voraussetzung für eine Förderung ist das Vorliegen eines Integrierten Handlungskonzeptes (IHK). Dann könnten in einem Zeitraum von 5+2 Jahren verschiedene „unrentierliche Maßnahmen“ gefördert werden: Straßen, Wege, Plätze, Grün-, Frei- und Erholungsflächen, selbst Gebäude für soziale und kulturelle Zwecke oder ein Stadteilbüro für das Prozessmanagement. Weil aber keine Einzelmaßnahmen gefördert werden, ist ein Masterplan für Porz notwendig. Dieses IHK wird NRW.URBAN erstellen. Ludger Kloidt erläuterte das Vorgehen mit einer Lenkungsgruppe, einer Projektgruppe und einem Beirat, auch die Porzer Bürger werden eingebunden. Grundlage ist bisher das Entwicklungskonzept Porz-Mitte von 2010 mit dem zugehörigen letzten Sachstandsbericht vom April 2016. Bereits im Sommer 2017 soll der erste Entwurf des IHK fertig sein, intern wegen der üblicherweise erwartbaren Rückmeldungen wohl „Meckervorlage“ genannt.

Saal

Im Saal weitgehend Fachpublikum aus Bürgervereinen und Initativen… (Foto: porzerleben.de)

Aus dem Publikum wurden dann verschiedene Fragen gestellt: Zum Planungsstand, zur Verkehrssituation, zur Attraktivität des erwartbaren Angebots. Einigkeit herrschte, dass das Rheinufer die Perle von Porz ist. Es muss durch Gastronomie aufgewertet und von den Einkaufsflächen aus gut erreichbar sein. Ein Vollsortimenter wird nicht nach Porz kommen – hierzu fehlt die Verkaufsfläche und auch die vorhandenen Passantenzahlen sind zu gering. Daher soll zunächst ein Nahversorger (Rewe?) die Einwohner des Zentrums auf ihre eigenen Einkaufsstraßen bringen.

Mehr Attraktivität bedeutet mehr Verkehr. Dabei gibt es zwei Arten: Erstens Verkehr mit dem Zentrum als Ziel und zweitens Transitverkehr von Süden nach Norden und umgekehrt. Für beides müssen Lösungen her, welche die Hauptstraße entlasten. Statt lärmende Schneise könnte sie zur Einkaufsmeile werden.Dazu wären zwei Lösungen denkbar: Für den Nahverkehr ein Einbahnstraßensystem, das Straßenflächen für Fußgänger, Gastronomie und Radfahrer zurückgewinnt. Für den Fernverkehr eine neue Straßenführung (L82 Neu) entlang der Bahnschienen. Darüber wird zu berichten sein.

  2 Kommentare zu “Porz-Mitte im Zeitplan

  1. 2. Februar 2017 um 21:46

    In Porz-Mitte ist so Einiges endlich auf der richtigen Spur und in Bewegung:
    Es wurde aber auch Zeit, dass die Porzer wieder Perspektiven und „Porz-City in Sicht“ sehen. Die örtlichen Vertreter der Bürgerinteressen setzen auf den fortgesetzten Dialog mit allen beteiligten Partnern und engagieren sich für die gemeinsame Sache für Porz und den parteiübergreifenden Konsens für die Porzer Mitte, so auch im künftigen Beirat mit seinen entsandten Vertretern …

  2. Liebram, Klaus
    1. Februar 2017 um 13:20

    Welche Rolle spielt in Zukunft das „Bündnis für Porz-Mitte“. Ich habe nach der obigen Veranstaltung den Eindruck, dass durch den hoffentlich bald tätig werdenden Beirat das Bündnis überflüssig geworden ist. Ist der „Bürgerverein Porz-Mitte“ mit seinem außerordentlich aktiven Vorstand der Nachfolger des „BfP-M“?

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