Bildstock Leidenhausen

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Im Jahr 1756 errichtete Johann Friedrich Freiherr von Weichs zu Rösberg diesen Bildstock. Der Freiherr war seit 1730 Eigentümer des Gutes Leidenhausen und stiftete den Bildstock als Prozessionsaltar. In früheren Jahrhunderten beging die katholische Kirche zahlreiche Prozessionen im Jahr, die kürze oder längere Wege nahmen, darunter Gottestracht, Hagelfeier, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Schutzfeste, Bittwoche und Karfreitag. Der längste Prozessionsweg im Porzer Raum ging von der Pfarrkirche Urbach aus und führte in einer großen Runde über das Dorf Porz, die Steinstraße, das Hohe Kreuz und das Dorf Eil zum Gut Leidenhausen und von dort zurück über Eil wieder nach Urbach

Der Bildstock aus Trachyt, Lavagestein aus Mayen/Eifel, ist reichhaltig ausgestattet. Er zeigt in der Nische einen Kelch mit Hostie. In seinem Sockel findet sich der Text:

QVI SALVANDOS
SALVAS GRATIS TV
LVX VIVA POTESTATIS
SALVA ME FONS
PIETATIS

(Du) der den Heilsbedürftigen
das Heil gewährst,
(Du) der Du über das Licht des Lebens
verfügst, rette uns, Quelle
der Frömmigkeit.

Die Jahreszahl der Stiftung ergibt sich aus dem Chronogramm. Hierzu müssen die überhöht geschriebenen Buchstaben als römische Zahlen addiert werden:
VI + LV + D + LV + I + V + LV + X + VI + V + I + LV + M + I + I
6 + 55 + 500 + 55 + 1 + 5 + 55 + 10 + 6 + 5 + 1 + 55 + 1000 + 1 + 1 = 1756

Der Bildstock stand bis 1924 zwischen zwei Linden, heute an der Westseite des Gutes und wurde im Jahr 1980 unter Denkmalschutz gestellt.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

SDW/HDW Mitteilungen 157, 2020 Krix, Benno: Gut Leidenhausen. Köln 2021