Ansichtskarten

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1896: Gruss vom Schiessplatz Wahn

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Ansichtskarten zum Stadtbezirk Porz[Bearbeiten]

Von Porz und den Porzer Stadtteilen gibt es vielfältige Ansichtskarten. Die Gesamtzahl der unterschiedlichen Kartenmotive ist verständlicherweise unbekannt. Aber auf der Basis einer digitalen Sammlung (Sammlung porzerleben.de) lassen sich dennoch mit Stand März 2024 einige Aussagen treffen. Einschränkend gilt hierbei: Karten aus Poll sind bisher kaum berücksichtigt. Mitgezählt sind hingegen Militär-Karten vom Schießplatz Wahn / Truppenübungsplatz Wahn-Heide - sie umfassen rund ein Fünftel aller nachgewiesenen Karten.

Konkret nachgewiesen sind inzwischen 1.266 unterschiedliche Karten. Sie stammen von 164 Herausgebern, die mitunter aber nur ein, zwei Karten mit Motiven aus Porz verlegt haben. Längst nicht alle Herausgeber sind Ansichtskartenverlage; auch Gastwirte, Geschäftsinhaber und Kirchengemeinden sind darunter. Die Karten können in die Porzer Ortsteile und zudem in die Kategorien Schiessplatz/Militär und Flughafen sortiert werden. Bisher sind als älteste Karten eine Lithografie Gruss vom Schiessplatz Wahn, gelaufen im August 1894, sowie eine gezeichnete Karte Gruss aus Porz mit Rheinansichten von Porz, Zündorf und Ensen aus dem Juli 1895 ermittelt.

Kölner Nachrichten, 26.6.1885
AK-Ausschnitt 1897, Verlag Fritz Schneider

Karten-Verlage und Fotografen[Bearbeiten]

Das älteste Fotoatelier betrieb in Wahn Fritz Schneider (1856-1912) als Filiale seines Kölner Hauptgeschäfts etwa von 1885 bis 1911 (bisher 53 Karten). Er baute hierfür extra ein Haus mit Atelier am Eingang des Barackenlagers[1]. Frühe Litographien wurden in der Zeit 1894 bis 1899 von A. Henry aus Bonn erstellt (6 Karten). Karten aus Porz in der Zeit von 1910 bis 1930 stammen von Albert Urbach (bisher 15 Karten) aus Porz. Aus der Zeit 1899 bis 1921 finden sich Fotokarten des Siegburger Fotografen Cornelius Dietzgen (bisher 26 Karten). In den Jahren 1915 bis 1940 waren in Porz Wilhelm und Walter Lipphardt aktiv (bisher 12 Karten), etwa im gleichen Zeitraum auch Walter Gantenberg (bisher 13 Karten), ebenfalls aus Porz. Im Zeitraum 1930 bis 1952 finden sich ARLEPO-Ansichten (9 Karten). Dies ist eine Abkürzung und steht für Arthur Lemberg, Porz.

Viele Ansichtskarten des Truppenübungsplatzes der 1930er Jahre stammen von August Lichius (+1969, aktuell 47 Karten), er wohnte wie sein Bruder Emil Lichius (+1974, bisher 7 Karten) im damaligen Wahn-Heide und war am Schießplatz aufgewachsen, wo Vater Jakob als Gastwirt bereits Ausgangs des 19. Jahrhundert eine Wirtschaft mit Kleinhandel unterhielt. Nahezu ausschließlich Karten vom Schießplatz hat der Verlag Thomas Greisen aus Wahnheide zwischen 1912 und 1923 angefertigt (24 Karten). Dies gilt auch im Zeitraum 1914 bis 1941 für den Verlag Karl Rudolf Bremer KG aus Köln (25 Karten). Während der Zeit der französischen Besatzung 1920-1925 hat in Wahnheide Robert Stiefel kolorierte Ansichtskarten von Wahn und dem Schießplatz angefertigt (16 Karten).

Knapp jede fünfte Karte stammt von diesen beiden Verlagen:

  • Vom Fotografen Ewald J. Wagenhut in Wahnheide sind 142 Karten aus dem Stadtbezirk seit dem Jahr 1953 nachgewiesen, vermutlich waren es ingesamt aber deutlich mehr. Die Karten sind zwar nummeriert, aber Wagenhut hat auch Karten mit außerbezirklichen Motiven angefertigt.
  • Der Verlag Korr in Aachen-Brand war ein Großverlag für Ansichtskarten. Von ihm sind bisher 93 Karten seit dem Jahr 1955 nachgewiesen.

Nachgewiesenen Kartenmotive[Bearbeiten]

(Stand April 2024)

  • 315 x Schiessplatz Wahn / Truppenübungsplatz Wahn-Heide, davon 113 Karten vor 1914 und 58 Karten aus der NS-Zeit
    Diese Karten wurden zweitweise in erheblicher Auflage verbreitet. Im Jahr 1938 wurden beim Zweigpostamt Wahn-Heide I monatlich 200.000 Ansichtskarten aufgegeben.[2]
  • 327 x Porz-Mitte
  • 81 x Zündorf
  • 71 x Ensen / Ensen-Westhoven
  • 71 x Wahn
  • 69 x Wahnheide
  • 61 x Urbach
  • 52 x Westhoven
  • 50 x Eil
  • 46 x Flughafen
  • 30 x Langel
  • 28 x Grengel
  • 17 x Poll (noch nicht systematisch erfasst)
  • 16 x Porz (Mehrbildkarten aus verschiedenen Ortsteilen)
  • 15 x Gremberghoven
  • 11 x Finkenberg
  • 6 x Libur
  • 4 x Elsdorf
  • 2 x Lind

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. Seine Witwe Anna geb. Fromm führte das Geschäft noch einige Jahre von Köln aus fort
  2. Nach Jürgen Huck; Das Post- und Fernmeldewesen bis 1945. In: Unser Porz 6.1964, S. 78