PORZ SORGT FÜR SEINE WILDBIENEN

Schüler  der GGS Don Bosco  und Aktive  des Urbacher  Bürgervereins e.V.

(v.l.n.r.: Frau Simin Fakhim , Herrn Jens Brauhardt (Rektor), Herrn Jochen Reichel (2. Vorsitzender UBV)              sowie Kinder einer 4. Klasse der GGS Don Bosco)

bauen mit Hilfe der Sparkasse Köln  Bonn unter  der Leitung von Frau Simone  Glöser Insektenhotels. Diese Kooperation kam im Rahmen der von der Porzer Bürgerstiftung organisierten Projektmesse zum Aktionstag der Wirtschaft zustande.

Dass die Honigbienen rund um den Globus in ihrem Bestand stark gefährdet sind, ist spätestens seit Markus Imhoofs vielfach preisgekröntem Dokumentarfilm »More than Honey.. bekannt. Dass aber der intensive Gebrauch von Insektiziden, Unkrautvernichtern und Düngemitteln sowie die fortschreitende Zerstörung der natürlichen Lebensräume zu einem dramatischen Insektenschwund insgesamt geführt hat, ist noch nicht bei allen von uns angekommen. Wie erschreckend der Rückgang der hiesigen Insektenpopulationen tatsächlich ist, wird den Älteren unter uns sofort einsichtig, wenn man sie daran erinnert, wie vor 30–40 Jahre die Windschutzscheibe eines PKWs nach einer längeren Autofahrt im Sommer aussah, wohingegen man heute hunderte von Kilometern zurücklegen kann, ohne ein einziges Mal den Fensterwischer in die Hand nehmen zu müssen. Eine neue wissenschaftliche Studie  vom Oktober 2017 (http://journals.plos.org/plosone/article? id=10.1371/journal.pone.0185809) belegt nun, dass die Zahl der Insekten in Deutschland um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen ist. Viele von ihnen gehören mittlerweile  zu den bedrohten Arten. Wenn man bedenkt, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden und dass Insekten eine wesentliche Nahrungsquelle für zahlreiche andere Tiere wie Singvögel und Kleinsäugetiere sind, so wird deutlich, welche tiefgreifenden Folgen das Insektensterben für unser ganzes Ökosystem haben wird.Will man im kleinen Rahmen etwas gegen das fortschreitende Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt unternehmen, so bietet es sich an, die schrumpfenden Biotope für unsere Insekten in den Blick zu nehmen. Denn seit etlichen Jahren wird der Lebensraum von Wildbienen, Hummeln und zahlreichen anderen Arten zerstört oder zurückgedrängt. Vielerorts bewegen wir uns in Monokulturlandschaften: Morsche Bäume mit Löchern und Käferfraßgängen, die als Nistplätze für viele Insekten fungieren, werden von uns umgehend aus den Gärten entfernt,  Blumenwiesen und alte Obstbäume verschwinden immer mehr, und viele Hecken weichen gesichtslosen Zaunanlagen. Wir können den in ihrem Bestand bedrohten Wildbienen und anderen Nutzinsekten helfen, indem wir neben der Anlage von Wildblumenwiesen (Bienenweide) und dem Pflanzen von heimischen Sträuchern und Bäumen (Heckenrose, Hasel, Schlehe, Weißdorn) gezielt Nistplätze für sie schaffen.

Der Bau von Nisthilfen für Insekten spielt dabei eine wichtige Rolle und bietet sich als ideales Projekt für Schulklassen bzw. Kindergruppen an, da beim Basteln der sogenannten Insektenhotels die unterschiedlichsten Fertigkeiten der Kindern gefragt sind und gleichzeitig das Verständnis für Natur- und Umweltfragen so früh wie möglich gefördert werden kann. Da in einem Insektenhotel die unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Arten Berücksichtigung finden sollten, kommen daher auch verschiedene Materialien zum Einsatz.

In einem Insektenhaus entstehen so viele verschiedene Zimmer, die erst in ihrem Zusammenspiel ein attraktives Zuhause für möglichst viele Arten bieten. Wenn alles klappt und die Standorte für die Insektenhotels richtig gewählt werden (sonnig und möglichst geschützt), dürfen wir uns alle – Kinder wie Erwachsene, in Urbach und in ganz Porz – darauf freuen, dass schon im nächsten Sommer die ein oder andere Wildbienenart (etwa die rote Mauerbiene, die Scherenbiene oder die Pelzbienen) sowie viele weitere Nutzinsekten den Weg in ihre neue Behausung finden. Und das dürfte die teilnehmenden SchülerInnen nicht nur mit Stolz und Freunde erfüllen, sondern ihnen auch auf kreative und spielerische Weise zeigen, wie man gemeinschaftlich etwas auf die Beine stellt und wie jeder von uns einen kleinen Beitrag für unsere Umwelt leisten kann.

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