Ehrenamtliche Hospizarbeit – Da sein, Zeit schenken, zuhören

Helene Gras-Nicknig referierte über dieses heikle Thema

bsp resume 01Die Bürgersprechstunde des Bürgerverein Porz-Mitte (BVPM) war mit 28 Gästen sehr gut besucht. Sigrid Alt begrüßte die Gäste und betonte, dass der BVPM sich sehr über die Zusage freute. Frau Gras-Nicknig antwortete, dass sie darüber ebenso froh ist, das Thema Hospiz in einem größeren Kreis erörtern zu dürfen, da das Thema immer noch ein Tabuthema und den meisten unangenehm ist. Die Menschen fragen eher ängstlich. Die Verbreitung der Hospiz-Idee ist auch Aufgabe des Fördervereins. Deshalb war Frau Gras-Nicknig der Abend bei uns auch sehr wichtig.

Früher dienten in Hospizen, in denen Pilger Unterkunft, Versorgung und Krankenpflege erfuhren, Hebammen und Mönche. Es wurde Gastfreundschaft und Heilversorgung angeboten.

Auch heute ist das Hospiz ein Platz für Menschen, die Hilfe benötigen. Wenn im Krankenhaus die Ärzte sagen „wir können hier nichts mehr für Sie tun“, tritt das Hospiz ein. Hier werden die Menschen aufgenommen, ihr Selbstbestimmungsrecht und ihre Würde bis über den Tod hinaus geachtet. In diesen Häusern wird keiner in eine Ecke geschoben, der Tag wird für den „Gast“ so angenehm wie möglich bis zum letzten Atemzug gestaltet. Seine Angehörigen werden ebenso mit einbezogen und begleitet. Vorrangig ist nicht „dem Leben mehr Tage zu geben, sondern dem Tag mehr Leben zu geben“.

Ärzte empfehlen den Übergang vom Krankenhaus ins Hospiz. Sie stellen eine Bescheinigung aus und es wird versucht, den Kranken so schnell wie möglich aufzunehmen.

Frau Gras-Nicknig und Frau Gruhn sind an der Front und Frau Wagner im ambulanten Dienst. Es gibt ca. 30 Ehrenamtler/Innen, die den Leitgedanken draußen umsetzen, aber auch im stationären Bereich arbeiten. Hilfesuchende Menschen, Schwerstkranke und deren Angehörige wenden sich mit ihren Sorgen und Nöten an das Hospiz. Die Ehrenamtlichen werden in Befähigungskursen zunächst geschult und ausgebildet. Auch sie dürfen sich in Gesprächen untereinander stützen.

Der ambulante Hospizdienst besucht die Menschen zu Hause, spendet Trost und Zeit und hat ein offenes Ohr sowohl für den Kranken wie auch für die Familienangehörigen. Für Kinder muss besonders gesorgt werden, denn ihre Bedürfnisse und Ängste müssen auf besondere Art und Weise aufgefangen werden.

Kranke werden auch auf Spaziergänge mitgenommen oder zum Arzt und Ämtern begleitet. Es werden auch Besuche von besonderen Veranstaltungen, wie z. B. ein Spiel beim 1. FC Köln, organisiert. Oft sind es „letzte“ Wünsche, die so gut es geht, umgesetzt werden.
Die meisten Schwerstkranken verlangen, zu Hause sterben zu dürfen und werden so vor Ort betreut. Hospiztätigkeit findet aber auch schon in Krankenhäusern und in Altenheimen statt.

Es gibt auch das stationäre Hospiz. Es werden dort keine Heilungsmaßnahmen durchgeführt. Die Bewohner treffen sich, wenn sie noch mobil sind, in einem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer. Es ist auch viel Leben im Hospiz, es wird gelacht und man sitzt fröhlich zusammen und redet miteinander. Es gibt ein Hospizcafé (jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 15.00 h – 16.30 h im Caritas-Hospiz an St. Bartholomäus geöffnet) und auch ein Klavier zum Bespielen. Die Angehörigen können immer dabei sein. Jeder Gast hat sein Einzelzimmer. Gästebetten können dort hineingestellt werden, wenn der Wunsch, bei dem Kranken zu bleiben, geäußert wird.

Es wird auch eine kompetente Trauerbegleitung für „danach“ angeboten. Kinder trauern anders als Erwachsene und auch hier wird besonders auf Kinderbefinden eingegangen. Es gibt Einzelgespräche oder in der Gruppe im Trauercafé. Es spielt keine Rolle, ob der Angehörige im Hospiz gestorben ist. Auch Trauerwandern in der Natur, das sich sehr bewährt hat, ist mit Begleitung der Ehrenamtlichen im Programm. Dies kann impulsgebend sein für Menschen, die sich nicht mehr nach draußen wagen.

Die Zuschüsse der Krankenkassen beziehen sich nur auf den ambulanten Dienst. Alle weiteren Angebote und Projekte können nur mit Spenden finanziert werden, dies gilt auch für eine neue Psycho-Sozialkraft.

Der Förderverein, der seit 26 Jahren besteht, trägt sich zum großen Teil von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Neben finanzieller Unterstützung suchen wir immer auch ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich im Förderverein Hospiz engagieren.

Ein weiterer Hospiz-Treff wurde auf der Hauptstraße 345 (neben Elektro-Becker) eingerichtet. Dieser Raum ist offen und freundlich und keine so große Hemmschwelle für Besucher. Der Zugang zum Rhein ist von Vorteil. Das Büro ist zurzeit von 09.00 h bis 12.00 h besetzt. Es gibt auch Beratung für das Erstellen von Patientenverfügungen.

Der Hospizdienst Porz-Urbach ist für ganz Porz zuständig. Die anderen Regionen haben ebenso Hospizdienste. Das Hospiz in Urbach wird von der Caritas betrieben. Das Grundstück gehört der katholischen Kirche Urbach. Der Förderverein ist Mieter und zahlt auch auf bestimmte Teile Miete.
Es wurde eine Stiftung für Spendeneinnahmen gegründet.

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