SPD sieht drohenden Verkehrsinfarkt für Porz

Zur Verkehrsentwicklung im Kölner Süden wird sich nun kurzfristig der Kölner Rat befassen. In einer Anfrage an die Oberbürgermeisterin wollen die Kölner Sozialdemokraten in der nächsten Ratssitzung am 18.05.2017 ein drohendes Verkehrschaos verhindern und bitten um Beantwortung von Fragen zur Einschätzung der aktuellen Verkehrslage und -prognosen in Porz.

„Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

Die Verkehrsbelastung im Stadtbezirk Porz ist in den letzten Jahrzehnten und ganz besonders in den letzten Jahren dramatisch gestiegen, ohne dass die fortwährenden Diskussionen um die Umgehungsstraßen L82 bzw. L 274n zu einem Ergebnis respektive der Umsetzung von Maßnahmen zur Entlastung der Situation vor Ort geführt haben.

Die örtlichen Bürgervereine, Bürgerbündnisse und Interessengruppen der Porzer Mitte haben im Rahmen der jüngsten Bürgerinformationen eigene sehr engagierte Vorschläge zur weiträumigen „Umleitung“ des Durchgangsverkehrs eingebracht. In öffentlichen Informationsveranstaltungen u. a. mit Vertretern der zuständigen Landesministerien (Verkehr/Umwelt) wurde nach Ortsterminen mit den Beteiligten ein gemeinsam mit den Nachbarstädten des Rhein-Sieg-Kreises zu erarbeitendes Verkehrskonzept verabredet. Das Ergebnis sollte bis Ende letzten Jahres in Form einer Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.

Die bereits in höchstem Maße angespannte Verkehrssituation droht sich nun weiter zu verschärfen und erfordert dringend kurzfristiges Handeln seitens der Verwaltung, um Porz vor einem drohenden Verkehrskollaps zu bewahren. Denn mit dem bevorstehenden Abbruch des Hertie-Areals nach den Sommerferien wird sich das Verkehrsaufkommen alleine auf der Porzer Hauptstraße durch mehrere Hundert Lkw-Transporte drastisch erhöhen und verschärfen. Hinzu kommt, dass ab Herbst die Hauptstraße in insgesamt 3 Bauabschnitten umgebaut und teils durch verbreiterte Radwege im Querprofil noch reduziert wird (Beschluss aus 2008).

Zur Lösungsfindung beabsichtigt die Verwaltung, einen „Verkehrsgipfel“ für den Porzer Süden anzuberaumen, um entsprechende Handlungsvorschläge für die politischen Entscheidungsträger zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund bittet die SPD-Fraktion die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wann soll der „Verkehrsgipfel“ stattfinden und wie setzt sich der Teilnehmerkreis zusammen? Wie werden die Bürgervereine, Bürgerbündnisse und Interessengruppen beteiligt?
  2. Warum wurde die zwischenzeitlich vorliegende Machbarkeitsstudie bereits am 03. April 2017 im Rhein-Sieg-Kreis den beteiligten Nachbargemeinden, nicht jedoch den zuständigen Porzer Gremien oder der Porzer Öffentlichkeit vorgestellt? Welche Ergebnisse beinhaltet das Gutachten?
  3. Wie beurteilt die Verwaltung die Auswirkungen der gleichzeitigen Abbrucharbeiten und der anstehenden Umbauarbeiten auf der Hauptstraße angesichts einer etwa 18-monatigen Dauer und zusätzlicher Verkehrslast bedingt durch die Abbruchtransporte?
  4. Welche kurzfristigen verkehrslenkenden Maßnahmen plant die Verwaltung? Wie beurteilt die Verwaltung die eingebrachten Vorschläge aus der Bürgerschaft, die ein Einbahnstraßensystem für die Porzer Mitte mit Tempolimit 30 vorsehen, um zur Entschärfung der Verkehrsbelastung beizutragen?
  5. Wie ist der aktuelle Stand der Beteiligung der Stadt am Planungsverfahren für die neue Rheinbrücke mit eigener Autobahnzuführung zum Porzer Süden zur A59, die in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde?“

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